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    Wie eng hält sich "Joker" an die Comic-Origin des DC-Schurken?
    Von Christian Fußy — 10.10.2019 um 07:30
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    Der Joker ist Batmans bekanntester und unterm Strich wohl auch beliebtester Widersacher. Kein Wunder, dass er als erster DC-Schurke seinen eigenen Kinofilm bekommt. Deckt sich die Hintergrundgeschichte, die „Joker“ präsentiert, mit dem Comic-Kanon?

    Warner Bros. / DC Comics

    In „Joker“ erzählt „Hangover“-Regisseur Todd Phillips wie sich der psychisch bzw. neurologisch kranke Einzelgänger Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) zum mörderischen Batman-Schurken Joker entwickelt. Auch wenn diese Geschichte nicht direkt aus den Comics übernommen wurde, finden sich doch einige Parallelen zwischen Arthurs Wandlung und den diversen Origin-Stories, die sich die DC-Autoren über die Jahre zu dem verbrecherischen Clown ausgedacht haben.

    In anderen Punkten wiederum scheint sich Phillips hingegen bewusst vom etablierten Comic-Kanon zu entfernen. Im Folgenden findet ihr einen kurzen Abriss, welche unterschiedlichen Origin-Stories zum Joker existieren und welche davon auch auf den Joker in „Joker“ zutreffen oder sich zumindest in ihm widerspiegeln.

    Der Mann hinter dem Make-Up

    Die erste Hintergrundgeschichte zum Joker stammt von 1951. In dieser ist der Joker Angestellter eines Chemielabors, der unter dem Decknamen Red Hood eine Karriere als Krimineller einschlägt und plant, seinen Arbeitgeber auszurauben. Beim Überfall auf das Chemie-Labor, der von Batman vereitelt wird, stürzt er in eine Substanz, die seine Haut bleicht und ihm eine dauergrinsende Fratze verleiht. Unter dem Namen Joker steigt er zum Gangsterboss auf und verschreibt sein Leben einzig und allein dem Terrorisieren von Batman. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die am weitesten verbreitete Origin-Story des Schurken.

    Im Batman-Kultcomicbuch „The Killing Joke“ von Alan Moore („Watchmen“) ist der spätere Clown Prince Of Crime ein Ingenieur, der seinen Job in einer Chemie-Fabrik kündigt und eine erfolglose Karriere als Stand-Up-Comedian einschlägt. Aus Geldnot beteiligt er sich an einem Raubüberfall, bei dem er den Gangstern Zugang zu der Fabrik verschafft. Nach dem Tod seiner Frau und seines ungeborenen Kindes und dem oben bereits erwähnten Unfall in der Fabrik wird der namenlose Mann wahnsinnig und adaptiert den Alias Joker.

    Warner Bros. France
    Jack Nicholson als Joker in „Batman“

    In Tim Burtons „Batman“ von 1989 ist der Joker ein Kleinkrimineller namens Jack Napier (Jack Nicholson), der dasselbe Schicksal erleidet wie seine Vorlage in den Comics. Diese Origin-Story findet sich auch in er Animationsserie „Batman“, in der der Joker von Mark Hamill gesprochen wird.

    In der Batman-TV-Serie von 1966 handelt es sich beim Joker (Cesar Romero) hingegen um einen ehemaligen Hypnotiseur, der über ein extrem ausgeprägtes technisches Verständnis verfügt und bei seinen Verbrechen zahlreiche Gadgets einsetzt.

    Wie viel Joker steckt in "Joker"?

    Todd Phillips‘ Interpretation des Jokers ist wie die Version aus „The Killing Joke“ ein Möchtegern-Stand-Up-Comedian. Anders als sein Comic-Counterpart hat Arthur Fleck jedoch keine schwangere Frau, sondern lebt mit seiner Mutter (Frances Conroy). Primär verdient er sein Geld als Clown. Auf die charakteristische chemisch gebleichte Haut und die verzerrten bzw. wie in „The Dark Knight“ aufgeschlitzten Mundwinkel verzichtet Phillips bei seiner Origin-Story.

    Obwohl Batman in „Joker“ nicht Mitschuld an der Entstehung des Jokers trägt, ist seine Familie, vor allem in Gestalt seines Vaters Thomas Wayne (Brett Cullen), dennoch stark in die Vorgänge des Filmes involviert. Mehr wollen wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht verraten.

    So hebt sich "Joker" von den Comics ab

    Der größte Unterschied zwischen „Joker“ und den diversen Comicvorlagen ist jedoch ein anderer: Phillips legt sich zumindest dem Anschein nach auf eine vollständige, nachvollziehbare Hintergrundgeschichte fest. Arthur ist ohnehin bereits labil, wird von allen nur rumgeschubst, muss einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken und dreht schließlich durch.

    In den Comics hingegen gibt es keine allgemeingültige Geschichte, wer der Joker hinter dem Make-Up tatsächlich ist, bzw. wer er war, bevor er zu Batmans Erzfeind wurde. Selbst in den Versionen, in denen der Joker aus seiner Vergangenheit erzählt (z.B. in „The Dark Knight“ oder „The Killing Joke“), besteht immer die Möglichkeit, dass er sich diese ebenfalls nur ausgedacht haben könnte, um sich einen Spaß zu erlauben.

    „Joker“ läuft in Deutschland seit dem 10. Oktober 2019 in den Kinos.

    Trotz Kontroverse: "Joker" pulverisiert nächsten Kino-Rekord

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Hast Du mich wieder beim Einparken beobachtet?
    • dc_icon_comics
      Keiner bietet dir deinen Meinung zu äußern. Nur deinen hetzen gegen DC Filme, ist nicht zu übersehen ...
    • Saints ofchaos Deluxe
      Der Content dieser Aussage ist also Sie/ Du magst Film X nicht, den ich aber toll finde, also hast Du/ Sie keine Ahnung von Kino ?! Wenn Ihr nicht auf meiner Seite seid, seit ihr ein Feind ist wohl dein Motto? Wenn dem so ist , möchte ich dich warnen und auf den Vorfall auf Mustafa verweisen. Der hatte ne ähnlich gesunde Lebenseinstellung!
    • FilmFan
      Wen interessiert was ich bin? Ich werde dir meine Meinung auch weiterhin hier schreiben, ob es klugen Köpfen wir dir gefällt oder nicht.
    • Deliah C. Darhk
      Hat es Husten?
    • Bluegrass
      Ich auch nicht...
    • col arrgh
      Weder das Kino noch die Darstellung sollten als krank bezeichnet werden. Hier wird gezeigt, wie ein Mensch durch seine Umgebung gebrochen wird und durchdreht.
    • col arrgh
      Die Darstellung des Jokers und vor Allem die Entstehung des Jokers waren toll dargestellt. Ich hab eigentlich nur die Kritik, warum die Verbindung zu Thomas und Bruce Wayne? wenn man vergleicht, war ein Altersunterschied von mindestens 20 Jahren zwischen Arthur und Bruce ist. Dann passt die ganze Weiterentwicklung nicht mehr. Kämpft bei Rückkehr des dunklen Ritters dann ein 60 Jähriger Batman gegen einen 80Jährigen Joker? Passt nicht. Hätten sie die Verbindung mit Thomas Wayne und die Ermordung weggelassen, wäre es eine perfekte Charakterstudie geworden.
    • WhiteNightFalcon
      Roter Drache ist genial. Von Hannibal Rising hab ich mal versucht das Buch zu lesen, blieb aber auch bei nem Versuch.
    • Sentenza93
      Kleine Korrektur bzw. Ergänzung: Er sagt, dass man niemals mit dem Kopf beginnen soll, weil man sonst den nächsten Schlag nicht spürt. :)
    • as140
      Du müsstest es eigentlich wissen. Aber auch das Marvel-Universum ist voll von solchen kranken Figuren.
    • as140
      nicht so dödel die Star Wars oder das MCU gut finden.Wer einen Film wie Empire Strikes Back schlecht findet, hat keine Ahnung vom Kino.
    • dc_icon_comics
      Ich kann kein Bilder hochladen...
    • greekfreak
      Mich erinnert das ganze an das was sie mit Dr.Hannibal Lecter in diesem Prequel gemacht haben.Sowohl der Joker als auch Dr. Hannibal waren original als Schurken konzipiert die man nicht rational erklären kann. (In Roter Drache sagt der FBI Agent:Für Dr.Lecter hat die Wissenschaft noch keinen passenden Begriff erfunden.) Dann hat man aus ihm,in Hannibal Rising zu einem Antihelden umgemodelt,der aus Rache für den bestialischen Mord an seiner kleinen Schwester zum Serienkiller wurde. Genau wie hier,wo man den Joker zu einer Travis Bickle-Version für arme degradiert hat.
    • WhiteNightFalcon
      Heute gehts. Aber gestern hatten sie die definitiv.
    • WhiteNightFalcon
      Stimmt. Das böse Leben immer als Motiv ist mau. Und auch was das Mysterium angeht stmme ich zu. Achso, wer ist denn Jared Leto? Der Chef von MeToo oder so? 😉😂
    • greekfreak
      Das ist nur unoffizielle Fantheorie,sie erklärt aber sehr viel,vor allen seine ganzen Skills.Der Ledger-Joker sagt ja zu Dent im Krankenhaus:Ich mache keine Pläne,ich bin wie ein Hund der Autos jagt. was kompletter Blödsinn ist.Wenn man nämlich aufpasst,ist alles was er tut bis ins kleinste Detail geplant und er ist sowohl der Polizei von Gotham als auch Bats,immer einen Schritt voraus.Im krassen Gegensatz dazu der Phoenix-Joker oder besser gesagt Arthur (irgendwie ist er für mich nicht der Joker). Das ist im grunde ein herzensguter Typ,mental nicht ganz auf der Höhe aber nicht gewaltätig oder so,jedenfalss bis er am Ende austickt,weil er vom Schicksal nur auf die Fresse bekommt.Er ist weder überdurchsnittlich intelligent weder hat er irgendwelche speziellen Skills. Wie soll es dieser Typ,in 15-20 Jahren mit Batman aufnehmen,speziell wenn man den Altersunterschied dazu zählt?
    • TresChic
      hahaha ja bitte niemals wieder Jared als Joker erwähnen X-))
    • TresChic
      Danke Mann, das du dass so ausführlich beschrieben hast, 10 Daumen! Jetzt passen diese Puzzlestücke auch zusammen für mich wie zB Niemals beim Verhör auf den Kopf schlagen,das macht dein Subjekt schwindelig.. Ich muss gestehen, nach dieser Fantheorie fände ich einen Entstehungsfilm über den Joker seeehr interessant :-)
    • greekfreak
      Es gibt zum Ledger-Joker eine sehr coole Fantheorie,die auch Sinn macht.Und zwar ist dieser Joker ein Ex-Geheimagent/Elite Soldat,der nach einer vermasselten Mission fallengelassen wurde. (siehe Mission Impossible,Wenn sie oder ein Mitglied ihres Team gefangen genommen werden,werden wir alles abstreiten.... so in etwa).Seine Kameraden wurden gekillt,er wurde höchstwahrscheinlich grausam gefoltert und ist deshalb mental komplett durch.Irgendwie konnte er fliehen und schwört dann Rache an der freien Gesellschaft die er vorher idealistisch verteidigte.Das würde auch erklären wieso er so gut mit allerlei Waffen und Sprengstoff umgehen kann.Wie er bewachte Einrichtungen infiltrieren kann(das Mafia-Meeting oder das Krankenhaus wo Dent war).Wieso er immer alles generalstabsmässig gut geplant hat.(siehe den Banküberfall am Anfang des Films),wieso er es schafft Helfer zu rekrutieren und auch wie er beim Verhör gegenüber Gordon und Batman reagiert.Man sieht er kennt sich aus mit psychologischer Kriegsführung und Verhör/Folter.(als er Batman z.B. sagt:Niemals beim Verhör auf den Kopf schlagen,das macht dein Subjekt schwindelig.)Diese Theorie erklärt auch wieso es keine Art Akten über ihn gibt. Gordon sagt ja als sie ihn schnappen:Wir haben alle Datenbanken gecheckt,der typ existiert nirgends.
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