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    Nach "South Park"-Verbot: Serienmacher veräppeln China
    Von Dennis Meischen — 08.10.2019 um 12:30
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    Die neueste, extrem chinakritische Episode der Kultserie „South Park“ wurde in der Volksrepublik aus dem Internet und den Sozialen Medien verbannt. Die Serienmacher Trey Parker und Matt Stone reagieren darauf auf routiniert sarkastische Weise.

    Comedy Central

    In über 20 Jahren und 23 Staffeln ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, hat die animierte Serie „South Park“ bereits für einige Kontroversen und Skandale gesorgt. Es verwundert daher nicht, dass die Serienmacher Trey Parker und Matt Stone ziemlich routiniert und in gewohnt triefendem Sarkasmus per Twitter auf die neuste Verwerfung reagieren, durch die „South Park“ mal wieder in die internationalen Medien gelangt ist.

    Nachdem China Anstoß an den vielen Seitenhieben gegen das Land in der zweiten Episode der neuen Staffel, „Band In China“ (der Titel kann passenderweise auch als „Banned in China“, also „Verboten in China“, gelesen werden), genommen hat, wurde laut dem Hollywood Reporter nun die komplette Serie mit all ihren 299 Episoden und zugehörigen Social-Media-Posts aus dem streng kontrollierten Internet der Volksrepublik entfernt.

    Parker und Stone nahmen das recht gelassen:

    „Wie die NBA begrüßen wir die chinesischen Zensoren in unseren Häusern und in unseren Herzen. Auch wir lieben Geld mehr als Freiheit und Demokratie. Xi sieht überhaupt nicht wie Winnie the Pooh aus. Schalten Sie diesen Mittwoch um 10 bei unserer 300. Folge ein! Es lebe die Große Kommunistische Partei Chinas! Möge die Sorghumernte in diesem Herbst reichlich sein! Alles wieder okay, China?"

    Die Reaktion von Parker und Stone, eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung an die politische Führung Chinas, zieht nicht nur die Zensur der Kommunistischen Partei durch den Kakao, sondern auch das „geldgierige“ Hollywood-System, in welchem Filme von Studios mit Biegen und Brechen angepasst werden, um in China gezeigt werden zu dürfen.

    Folglich ist Parker und Stone Geld angeblicher auch wichtiger als Freiheit und Demokratie. Die Erwähnung der Zensur der NBA spielt derweil darauf an, dass sich der Basketballverband bei China offiziell für einen Teammanager entschuldigte, der sich mit den Demonstranten von Hongkong solidarisiert hatte. Nachdem auf die morgige 300. Episode hingewiesen wird, hofft man sich schließlich mit der Solidarität zur Partei und einem pseudo-traditionellen chinesischen Gruß wieder mit Peking gut gestellt zu haben. Den Serienmachern bereitet dies aber ganz offensichtlich keine schlaflosen Nächte.

    Das stört China an der "South Park"-Folge

    Die neuste „South Park“-Episode „Band in China“ parodiert die chinesische Zensur und den westlichen Umgang damit in zwei verschiedenen Handlungssträngen. Zum einen soll über die Metal-Band der „South Park“-Jungs ein Film gedreht werden. Das Drehbuch hierzu wird jedoch unter strengster chinesischer Bewachung angepasst, sodass der Film auch im Reich der Mitte gezeigt werden kann.

    Auf der anderen Seite versucht Stans Vater Randy im großen Stil Drogen zu schmuggeln, landet jedoch in einem chinesischen Arbeitslager. Dort trifft er auf Pu den Bären und seinen besten Freund Ferkel. Eine Anspielung darauf, dass der Disneyfilm „Christopher Robin“ vergangenes Jahr aus den chinesischen Kinos verbannt wurde, da der pummelige Stoffbär zu einem Internetsymbol des chinesischen Widerstands gegen die Partei in Peking geworden war. Pu war nämlich immer wieder mit dem fülligen chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping verglichen worden, worauf auch Parker und Stone in ihrem Post anspielen.

    Das war der Führung der Volksrepublik dann wohl endgültig zu viel. Ob dies auf Dauer das Aus für „South Park“ in China im Allgemeinen bedeutet oder ob sich noch weitere westliche Entertainer zu dem internationalen Vorfall und dem Umgang der Serienmacher damit äußern, wird sich derweil noch zeigen.

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Geile Reaktion. :DJetzt soll Comedy Central auch endlich mal den A*sch in der Hose haben und die Doppelfolge mit Mohammed wieder freigeben und zeigen.
    • Anastasia
      Sie hat keine Kritik am System geübt, ich bin sehr up to date mit ostasiatischer Popkultur und das ist das erste Mal das ich etwas von einem solchen angeblichen Interview höre und das obwohl die Leute online sich nur so mit Verschwörungstheorien überschlagen haben(wo soll dieses Interview denn gegeben worden sein, wie lautet das Zitat?)Sie hat Steuern hinterzogen und war danach halt nicht in der Öffentlichkeit, dass ihre Familie nicht wusste ob sie noch lebt ist auch Blödsinn wofür es absolut keinen einzigen Hinweis gibt. Nach solchen Skandalen erstmal abzutauchen ist in Ostasien eh gang und gäbe, in Südkorea wird nach z.B. Steuerhinterziehung von der Öffentlichkeit auch erstmal erwartet, dass sich der Prominente zur Reflektion erstmal einige Monate komplett zurückzieht (also auch keine Social Media-Posts etc.) und wehe man reflektiert nicht lange genug.
    • WhiteNightFalcon
      Solange China auf der wirtschaftlichen Überholspur ist, werden die Amis schön brav kuschen. Da kann Trump noch so oft Make America great again proklamieren.
    • greekfreak
      Das Matt Stone & Trey Parker kein Blatt vor dem Mund nehmen und ALLES und JEDEN satirisch auf´s Korn nehmen ist den Zeiten der multimedialen Massenverblödung und Hysterie in denen wir leben,eine echte Wohltat.P.S. Das man sich nicht mit dem komm.Regime in Peking anlegen sollte,das haben leider viele noch nicht kapiert in unserer Wohlstandsgesselschaft. Die ganzen Szenen mit Randy Marsch im Straflager waren noch ziemlich harmlos,wenn man diverse Berichte liest.Ich sag nur der Fall Fan Bing Bing,das ist eine sehr bekannte chin. Schauspielerin.Bei uns eher weniger bekannt,in China ein grosser Star.Die Dame hat 2018 den Fehler gemacht und in einem Interview leichte Kritik am Regime geübt.3 Mal dürft ihr raten was passierte.Sie verschwand für mehrere Monate von der Bidlfläche,ihre Familie wusste nicht ob sie noch lebt.Sie tauchte wieder auf und gab eine Reihe von Interviews wo sie die Partei in den Himmel lobte.Es ist ziemlich sicher das sie in ein Umerziehungslager gesteckt wurde und wir wollen nicht wissen,was die dort mit ihr angestellt haben.Zur erinnerung,die Frau ist in China und Asien ein A-List Celebrity.Ihr könnt euch denken,wie der Otto-Normal Bürger in einer ähnlichen Situation behandelt wird.
    • Darklight ..
      Ich fände es mal toll ,wenn ganz Hollywood ähnlich auf China und sein Geld scheißt...Ein paar mehr Eier und Rückräder wären cool. Und ja... Lachen iss ja angeblich gesund. Vielleicht heilt es den einen oder anderen chinesischen Funktionär oder amerikanischen Arschkriecher...(Sorry for being so deutlich).
    • WhiteNightFalcon
      Einfach nur ne geile Reaktion. 😂
    • ペックネック
      Nach so manchen Hängern und einigen etwas fragwürdigen Botschaften (fragwürdig, weil zu vage) in den letzten Staffeln freut es mich, zu sehen, dass South Park nichtsdestotrotz immer noch Biss hat und fähig ist, zielsicher Heuchelei und Bigotterie aufzudecken und durch den Kakao zu ziehen sowie sich für freiheitliche Werte stark zu machen. Mit „Band in China“ (klasse Episodentitel!) haben sie endlich mal wieder ein klares Statement abgeliefert, nachdem mir diese in den letzten Staffeln so gefehlt haben. Dass die chinesische Regierung sich das natürlich nicht bieten lässt, ist da nur konsequente Selbstentlarvung. Umso genialer ist es, wie Trey Parker und Matt Stone die Gelegenheit nutzen, gleich nochmal nachzulegen.
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