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    Trotz Gerichtsverfahren jetzt bei Netflix: Protagonisten wollen Film über sich verbieten lassen

    Ab sofort findet ihr Steven Soderberghs Panama-Papers-Film „Die Geldwäscherei“ bei Netflix. Dabei haben die darin von Gary Oldman und Antonio Banderas porträtierten Hauptfiguren alles getan, um die Veröffentlichung zu verhindern.

    Netflix

    Als „Panama Papers“ werden die eigentlich streng vertraulichen Unterlagen des panamaischen Rechtsdienstleisters Mossack Fonseca bezeichnet, die 2016 durch einen gigantischen Datenleak an die Öffentlichkeit kamen und zahllose Menschen, darunter auch eine Vielzahl Prominenter und Politiker, der Steuerhinterziehung oder Geldwäsche überführten.

    Eine Verfilmung dieses Skandals war nur eine Frage der Zeit – und Steven Soderbergh („Traffic“) hat sie nun rund dreieinhalb Jahre später geliefert. Die Finanz-Satire „Die Geldwäscherei“ steht ab dem heutigen 18. Oktober auf Netflix zur Verfügung.

    Gary Oldman und Antonio Banderas spielen die Anwälte Jürgen Mossack und Ramón Fonseca. Und die beiden Inhaber des mittlerweile nicht mehr existierenden Unternehmens Mossack Fonseca waren überhaupt nicht begeistert von Soderberghs Film. Ganz im Gegenteil, die Protagonisten des Films verklagten Netflix sogar und reichten eine einstweilige Verfügung ein, um eine Veröffentlichung auf der Streaming-Plattform noch zu verhindern. Gebracht hat es (bisher) jedoch nichts.

    Das sind die Vorwürfe gegen Netflix

    Die beiden zentralen Figuren des Panama-Papers-Skandals werfen der Netflix-Produktion vor, dass sie darin fälschlicherweise als „rücksichts- und herzlose Anwälte“ dargestellt werden, „die in Geldwäsche, Steuervermeidung, Bestechung und andere kriminelle Machenschaften“ verwickelt seien. Darüber hinaus würden sie wie „Meisterverbrecher“ wirken, zu deren Verbrechen unter anderem auch Mord gehöre.

    Weiterhin habe Soderbergh ohne Genehmigung das echte Logo von Mossack Fonseca benutzt. Weil „Die Geldwäscherei“ vor rund zwei Wochen bereits in ausgewählten Kinos startete, fordern Mossack und Fonseca nun Schadensersatz von Netflix.

    Das Geld dürfte aber nicht ihr Hauptgrund sein, weshalb sie sich so für ein Verbot des Films einsetzen. Das Ermittlungsverfahren gegen Mossack und Fonseca läuft nämlich noch und sie fürchten nun, dass die Jury bei einem möglichen zukünftigen Gerichtsprozess voreingenommen sein könnte, weil die Juroren zuvor Soderberghs Film gesehen haben. Eine durchaus nachvollziehbare Furcht: Die in der Realität staubtrockenen Hintergründe wären für eine normale Jury in einem Gerichtsverfahren womöglich schwer nachvollziehbar. Im Film werden sie jedoch sehr anschaulich dargestellt.

    Netflix hat am 17. Oktober einen Antrag auf Klageabweisung eingereicht. Und auch, wenn man bei Gerichten nie zu 100% sicher sein kann, scheint es derzeit eher unwahrscheinlich, dass Mossack und Fonseca mit ihrem Anliegen Erfolg haben.

    Lohnt sich "Die Geldwäscherei"?

    Aber von all dem abgesehen stellt sich natürlich die Frage, ob es sich lohnt, „Die Geldwäscherei“ anzuschauen. Wir sagen: ja!

    Der episodenhafte Film, der mit der Geschichte um die fiktive Ellen Martin (Meryl Streep) beginnt, die langsam hinter die Machenschaften der Mossack/Fonseca-Kunden kommt, ist nämlich nicht weniger als ein flammendes Appell dafür, dass sich endlich etwas ändern muss. Dabei nähert sich Soderbergh dem eigentlich so trockenen und komplexen Thema „Panama Papers“ auf ebenso aufklärerische wie unterhaltsame Weise. Nur an die Qualität des offensichtlichen Vorbilds „The Big Short“ reicht „Die Geldwäscherei“ nicht ganz heran.

    Wenn euch unsere Kritik noch nicht reicht, um eine Entscheidung darüber zu fällen, ob ihr euch „Die Geldwäscherei“ in die Netflix-Watchlist packt, dann schaut euch noch den brandneuen Trailer an:

     

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