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    Kontroverse um "Watchmen": So stark spaltet die Superhelden-Serie das Publikum
    Von Daniel Fabian — 22.10.2019 um 15:40
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    Vor offiziellem Serienstart versprachen Kritiker großes Kino. Nach der Premiere der ersten Episode „Watchmen“ melden sich nun auch viele Fans zu Wort – und sind wenig begeistert von der HBO-Serie.

    HBO

    Kritiker von etablierten Branchenmagazinen wie Collider, Rolling Stone und Hollywood Reporter ließen sich zuletzt im Netz zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Sie durften die ersten sechs von neun Episoden von „Watchmen“ sehen und lobten unter anderem den Mut der Macher der HBO-Serie, deren Geschichte ebenso anspruchsvoll wie unterhaltsam sei. Ein Kritiker-Score von 95 Prozent auf Rotten Tomatoes unterstreicht jene Einzelstimmen (Stand vom 22. Oktober 2019).

    Nachdem die erste Folge, „It’s Summer And We’re Running Out Of Ice“, am 20. Oktober 2019 ihre US-Premiere feierte, zeigten sich viele Zuschauer allerdings weniger hingerissen von dem Serien-Einstieg. Auf Rotten Tomatoes bedeutet das derzeit eine User-Wertung von nur 49 Prozent.

    Die ersten Kritiken zu "Watchmen"

    Das sind die größten Kritikpunkte

    Während Kritiker vor allem einen mutigen Blick auf Rassismus und soziale Missstände loben, womit die Serie den Nerv der Zeit treffe, stößt vielen Nutzern eben genau das sauer auf. In zahlreichen User-Bewertungen auf der Kritiker-Plattform wird der Serie etwa „Race-Baiting“, also einen reißerischen Umgang mit dem Thema Hautfarbe, vorgeworfen. Auch die Instrumentalisierung von Watchman Rorschach als Symbol für weißen Suprematismus stoße vielen Fans der Figur sauer auf.

    Die Serie sei zu sehr politisch aufgeladen, sodass kaum noch Platz für eine richtige Geschichte wäre. Den Macher um Damon Lindelof wird vor allem unterstellt, eine politische Botschaft nicht nur senden zu wollen, sondern diese dem Zuschauer regelrecht aufzuzwängen.

    So ist die Kritik einzuordnen

    An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass es sich auch bei der Comicvorlage „Watchmen“ um hochpolitischen Stoff handelt und auch dort die politische Gesinnung der Hauptfiguren eine essenzielle Rolle in der Geschichte einnimmt. So ist Rorschach beispielsweise Stammleser der nationalkonservativen Zeitschrift New Frontiersman, deren Redaktion er am Ende auch sein brandgefährliches Tagebuch zukommen lässt. Dass er zum Symbol für eine rechte politische Bewegung wird, kommt also nicht von Ungefähr.

    Zudem setzt sich „Watchmen“-Autor Alan Moore in der Vorlage auch ganz explizit damit auseinander, wie der Zahn der Zeit aus dreidimensionalen und oft nicht eindeutig zuzuordnenden Personen klare Helden oder Schurken macht. Die Verklärung und Instrumentalisierung der Vergangenheit ist also schon immer Teil der „Watchmen“-DNS.

    Zu bedenken ist außerdem, dass es sich bei den kritischen Stimmen vorerst nur um die Meinungen des nordamerikanischen Publikums handelt – und dass die politische Lage in den USA vor allem in den letzten Jahren nicht nur aufgeladen, sondern auch gespalten ist, dürfte bekannt sein. Demnach ist es auch nur passend, dass laut Rotten Tomatoes knapp die Hälfte der Zuschauer hinter der politisch angehauchten Serie steht, während die andere Hälfte sie verteufelt. Der Großteil der Stimmen fällt nämlich entweder sehr positiv oder sehr negativ aus, Zwischentöne gibt es deutlich weniger. Nur in einem scheinen sich alle einige: die Musik der Serie ist großartig.

    "Watchmen" in Deutschland

    Ob die Serie das Publikum hierzulande ähnlich spalten wird, dürfte sich bereits in Kürze zeigen. Hierzulande läuft „Watchmen“ am 4. November 2019 auf Sky Atlantic an.

    Ab dann könnt ihr unter anderem Oscar-Preisträgerin Regina KingJeremy Irons und den für „Matrix 4“ gecasteten und aus „Aquaman“ bekannten Yahya Abdul-Mateen II in der Fortsetzung sehen, die gut 30 Jahre nach der altbekannten „Watchmen“-Geschichte spielt.

    Endlich auch bei uns: Zack Snyders "Watchmen" erscheint im Ultimate Cut

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    Kommentare
    • Werner Teppich
      I wanted to kind of make this like, 'Yeah, this is what Batman would be in the real world.' But I had forgotten that actually to a lot of comic fans that smelling, not having a girlfriend—these are actually kind of heroic [traits]. So actually, sort of, Rorschach became the most popular character in Watchmen. I meant him to be a bad example, but I have people come up to me in the street saying, 'I am Rorschach! That is my story!' And I'll be thinking, 'Yeah, great, can you just keep away from me and never come anywhere near me again for as long as I live?'—Alan Moore, original Watchmen creator on Rorschach's unexpected reception as a hero
    • Werner Teppich
      Bin gespannt und schaue später mal rein. Das war auch genau meine Hoffnung. Einige Leute reagieren halt genauso undifferenziert-hysterisch-snowflake-getriggert wie ihre Lieblingsfeinde von der anderen Seite. Dabei gibt es himmelweite Unterschiede zwischen verschiedenen Darreichungsformen politisch brisanter Inhalte...
    • Sisyphus
      Der Comedian ist ein zynischer Anarchist/Hedonist. Für ihn gibt es keine verbindliche Moral, nur den persönlichen Nutzen. Damit fühlt er sich moralisch denjenigen überlegen, die aus ideologischen Motiven töten bzw. Krieg organisieren. Krieg macht ihm Spaß, deswegen macht er mit.
    • Dominik Böltz
      keine ahnung diese kritiker haben anscheinend en brett vorm kopf wenn auf etwas watchmen drauf steht erwarte ich natürlich auch etwas das nach watchmen aussieht und sich anfühltman kauft sich im laden ja auch kein packet erdbeeren um zuhause festzustellen es ist fisch und freut sich noch darüber...und zum anderen empfinde ich diese rassismus story als naja zu politisch und davon hab ich schon genug im leben^^aber mal so gesagt schon alleine das es ja eine alternative realität sein soll hätten die macher mal die möglichkeit gehabt die rassismus schiene mal völliig umgekehrt darzustellendas würde so manch einen villt mal den spiegel vorhalten so hat man nur das leidige 0/8/15 rassenhass thema das nicht wirklich alternativ ist frag mich grad auch ob der präsident der usa in der serie auch eine alternative version von den realen vorherigen sein sollte... denn wenn ja ziel verfehlt waren alles kriegstreiber und sicher keine guten menschenalso so wie es aussieht ist das einzige in dieser alternativen realität das es bullen mit masken gibt...also die serie interessiert sich wirklich nicht im geringsten um ihre urpsrüngemir kommt es sogar so vor als wollte man eine anti rassismus serie machen hatte aber keine idee und hat sich dann hier bei watchmen bedient
    • Alexander M
      The Letfovers ist überragend. Profitiert allerdings auch von Tom Perrottas ebenso überragender Vorlage. Aber auch was Bildsprache und Inszenierung betrifft ist Leftovers eine der besten Serien, die ich je gesehen habe.
    • Alexander M
      Social justice warrior. Benutzt die Cholerische Languste in jedem zweiten Beitrag. Ihn triggert das umgehend, sobald sich etwas gegen Rassismus oder Sexismus richtet. Und seine Hilflosigkeit äußert sich dann darin, dass er den Begriff verwendet anstatt das ganze mit wirklicher Substanz zu füllen. Das machts ihm einfacher.
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