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    Darum ist "Star Wars 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter" der schwächste alte "Star Wars"
    Von Tobias Mayer — 25.10.2019 um 16:00
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    Die „Star Wars“-Trilogie aus „Episode 4 bis 6“ wird gerne als Meisterwerk bezeichnet. Dabei wird übersehen, dass „Episode 6“ – bei aller Liebe – deutlich schwächer ist als „Eine neue Hoffnung“ und „Das Imperium schlägt zurück“.

    20th Century Fox

    +++ Meinung +++

    Seine Kritiker werfen J.J. Abrams gerne vor, dass er bei „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ (2015) nicht genug Neues geliefert habe. Schon wieder kommt die Hauptfigur von einem Wüstenplaneten, schon wieder ein Todesstern: „Episode 7“, mit der „Star Wars“ 2015 ein spätes Kino-Comeback feierte (inklusive der alten Garde Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill), sei eher Remake denn echte Fortsetzung. Wer so denkt, muss diesen Vorwurf konsequenterweise auch gegen „Star Wars 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983) richten.

    Recycelte Ideen

    Oberaufseher George Lucas und sein Team aus Regisseur Richard Marquardt und Co-Drehbuchautor Lawrence Kasdan wussten bei „Star Wars 6“ nicht mehr so wirklich, wohin sie die Geschichte noch entwickeln sollen. Am besten lässt sich diese Ratlosigkeit vielleicht an Boba Fett zeigen: Was den coolen Kopfgeldjäger betrifft, entschieden Lucas & Co. nämlich irgendwann entnervt, ihn einfach in den Schlund des Sandmonsters zu schmeißen. So steht es im grandiosen Making-Of-Buch „Wie Star Wars das Universum eroberte“.

    Der „Star Wars 6“-Plot mag streng genommen nicht der eines Remakes sein, da Weiterentwicklung passiert – mit dem Imperator etwa zeigte sich der Obermotz erstmalig in voller ikonischer Bösartigkeit und am wichtigsten Wendepunkt der Handlung erlöst Luke seinen Vater Darth Vader. Doch das Ideenrecycling ist trotzdem nicht zu übersehen:

    Sind die Rebellen in „Star Wars 5: Das Imperium schlägt zurück“ auf einer spannenden Flucht, müssen sie in „Star Wars 6“ den nächsten Todesstern sprengen. J.J. Abrams’ „Star Wars 7“ erinnert zu sehr an „Star Wars 4“? Ganz so weit weg davon ist „Star Wars 6“ halt auch nicht.

    Das Problem ist Luke

    Aber das wirkliche Problem ist weniger die Rahmenhandlung – es ist unser Held Luke Skywalker. In „Star Wars 5“ machte er einen (vollkommen nachvollziehbaren) Fehler: Er wollte seine Freunde in der Wolkenstadt vor Darth Vader retten, obwohl seine Ausbildung noch nicht fertig war. Was er wollte, stimmte nicht mit dem überein, was er wirklich brauchte.

    Lukes interessanter innerer Konflikt aber ist in „Star Wars 6“ gelöst – es fällt also schwerer, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren.

    Der in sich ruhende Held weiß nun genau, was das Richtige ist: Er muss seinen Vater Vader erlösen. Luke weiß, was das Richtige ist – und zieht sein Ding wie geplant durch (dass Vader stirbt, statt für länger an die Seite seines Sohnes zu treten, ist für eine berührende Abschiedsszene gut, bleibt davon abgesehen aber ohne Nachwirkung, weil direkt danach das Happy End folgt. Erst Abrams und „Star Wars 8“-Regisseur Rian Johnson stellten mit Luke wieder etwas Interessantes an).

    Klar: In „Star Wars 6“ ist es an Vader, eine Lektion zu lernen, nicht an Luke. Aber im Kontext der Filme 4 bis 6, die ja vor allen anderen Teilen in die Kinos kamen und ohne die anderen Episoden funktionieren müssen, ist Vader bzw. Anakin Skywalker nun Mal nicht die Hauptfigur – er ist nicht die Figur, die uns Zuschauern am Herzen liegt.

    Die anderen Helden Leia und Han machen in „Star Wars 6“ übrigens überhaupt keine nennenswerte Entwicklung mehr durch. Sie dürfen sich halt endlich kriegen, da George Lucas nach „Star Wars 5“ entschieden hatte, dass Leia und Hans vormaliger Konkurrent Luke Geschwister sind – aber das war’s im Grunde. Harrison Ford erkannte dieses Problem und bat Lucas deswegen, Han Solo zu töten (aber dieser Wunsch wurde Ford erst über 30 Jahre später von J.J. Abrams erfüllt).

    Trotzdem Liebe!

    Was soll's. „Star Wars 6“ mag für mich der schlechteste Film der Originaltrilogie sein, weil die Helden hier nicht mehr nennenswert an sich selbst zu arbeiten haben (und mir außerdem die übertrieben lange Puppenshow in Jabbas Palast auf die Nerven geht), doch einen Vergleich mit den beiden jeweils auf ihre Art meisterhaften Vorgänger verliert man eben auch leicht.

    Ich mag „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ trotzdem. Ich liebe daran so einiges – vor allem, wie unverhofft das Gute hier triumphiert: Drollige Ewoks wollen unsere Helden erst fressen und helfen ihnen dann gegen das Imperium. Und ein bedrohlich schnaufender Cyborg entdeckt sein Herz wieder.

    „Star Wars 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ läuft am 25. Oktober 2019 ab 20.15 Uhr auf ProSieben.

    In den vergangenen Wochen haben wir anlässlich der jeweiligen TV-Ausstrahlungen neue Texte zu den sechs ersten „Star Wars“-Filmen veröffentlicht.

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Sehr wahrscheinlich sogar.Beides kann sehr toxisch wirken.
    • WhiteNightFalcon
      War Zynismus nicht der kleine Bruder von Zyankali?🤩
    • Deliah C. Darhk
      Bei so viel Zynismus fehlen mir die Worte.😜
    • Bruce Wayne
      Nun die Charakterentwicklung beginnt streng genommen schon in A New Hope. Lukes von der Macht geleiteter Treffer des Reaktorschachtes ist sein erster Schritt in seinem Werdegang zum Jedi. Und selbst wenn man Jabbas Palast mag (ich persönlich finde die Szenen dort auch nicht schlecht), so muss man sich doch eingestehen, dass sie keine weitere Relevanz für den Plot haben. Es ist lediglich ihr Schritt um Han zurückzuholen. Ansonsten birgt es keinerlei Mehrwert. Die Szenen auf Tattooine hingegen schon. Da liegt mMn der Unterschied.
    • Jimmy Conway
      Das stimmt, da bin ich bei dir. Gibt halt Unterhaltungsfilme, die zu Klassiker geworden sind, weil sie eine gut konstruierte Geschichte besitzen, egal ob Das Imperium schlägt zurück, The Dark Knight oder Terminator 2 oder eben halt banale Unterhaltung wie die letzten Terminatorfilme oder die Transformers Reihe.
    • Jimmy Conway
      Habe nicht bestritten, dass die Einführung der Charaktere gut ist. Aber die Charakterentwicklung der Charaktere passiert doch erst ab Das Imperium schlägt zurück. Man sympathisiert mit den Darstellern in Ep. IV, aber alles danach ist doch wesentlich von mehr Interesse, auch die Dynamik und Interaktion der Figuren steigert sich. Und das mit Jabbas Palast, ja gut, ist halt deine Meinung und die vom FS Autor. Viele finden es geil, ich eben auch. Wie gesagt, Tattooine dauert mir in Ep. IV etwas zu lange.
    • WhiteNightFalcon
      Kann auch gefährlich sein. 😉
    • ObiWann
      Klasse Kommentar.Mir gehts da ganz genauso, sicherlich sieht man das heute ein wenig anders aber als Kind war das einfach so.
    • Klaus S aus S
      Ja es tut mir leid das du mich nicht verstehst aber ist doch auch nicht schlimm, manchmal diskutiert man auch einander vorbei sowas kann passieren. Und nochmal zu Star Wars : George Lucas dachte an einen Kinderfilm, der im Weltraum spielen würde und eine Mischung aus Flash Gordon und Alarm im Weltall darstellen sollte.Star Wars war immer schon als reiner Kinderfilm konzipiert da beißt die Maus keinen Faden ab
    • Bruce Wayne
      Ich verstehe lediglich die Einstellung nicht. Ob es nun hohe Kunst ist oder nicht, bleibt mal dahin gestellt (ist es mMn auch nicht), aber dennoch sollte es die Anspruch haben nicht nur eine eingeschränkte Zielgruppe (wie die der Kinder) zu befriedigen. Besonders da Star Wars nicht nur als Kinderfilm konzipiert ist, sondern durchaus ein großeres Publikum anspricht. Man muss sich in der Hinsicht nicht unnötig limitieren. Und genau deshalb sind die besten Kinderfilme bis zu einem gewissen Grad meistens auch für Erwachsene interessant.
    • Klaus S aus S
      Du kannst natürlich deine Sicht der Dinge weiter verteidigen aber ich glaube ich hab schon klargemacht das ich bei meiner bleibe :)
    • Bruce Wayne
      Unterhaltungskunst definiert sich allerdings auch durch eine gut konstruierte Geschichte und ausgefleischte Figuren. Deshalb sind die ersten Star Wars Teile auch so unterhaltsam.
    • Klaus S aus S
      Wenn ein Film unterhalten kann ist es Unterhaltungskunst oder nicht ?Kurosawas sieben Samurai oder Papillon ist anspruchsvolle Filmkunst mal Hand auf´s Herz, zählt die Star Wars Saga da wirklich in diese Kategorie ?Für mich jedenfalls nicht aber das wertet die Filme bei mir in keinster weise ab, nicht das wir uns da jetzt falsch verstehen.
    • Bruce Wayne
      Du siehst Filme also nicht als Kunst, schätze ich mal.
    • Klaus S aus S
      naja und selbst wenn Schrott dann funktioniert ist es letzten Endes egal, ein Film ist manchmal einfach nur ein Film der den Zuschauer für mind. 90min unterhalten soll und wenn kleine gelbe Ü-Ei Männchen dafür ausreichen ist es o.k.
    • Bruce Wayne
      Ich finde lediglich dass man Filme nicht nach für Kinder bestimmt abstempeln sollte. Ein Film kann Kindern und Erwachsenen gefallen. Es ist keine Ausrede, sich nur auf eine Zielgruppe zu fokussieren. Gerade wenn das Konzept genug Bedeutung dafür in sich trägt.Solange der Film für Kinder funktioniert ist es doch egal oder ? - ist genau das Argument, welches von vielen Leuten hervorgebracht wird, wenn es um Schrott wie die Minions u.Ä. geht.
    • Klaus S aus S
      wo hab ich bitte gesagt das Star Wars hohe Kunst ist ? Eigentlich hab ich das Gegenteil behauptet und als reinen Kinderfilm abgestempelt, denn nichts anderes ist die Saga. In meinen Augen, wer was anderes darin sieht und sucht sei es ihm überlassen :)
    • Bruce Wayne
      Ich sehe das ein bisschen anders. Ohne die brillante Einführung der Charaktere würden dich Luke, Leia und Han doch nicht einmal sonderlich interessieren, oder? Gerade Lukes Charakterentwicklung gibt der Trilogie ihre Konsistenz. Der erste Teil einer Reihe hat es sowieso häufig am Schwersten, einfach weil er dem Aufbau der gesamten Prämisse dient. Außerdem gibt es keine Szene in A New Hope, die mir in irgendeiner Weise unnötig oder fehl am Platze vorkommen würde. Bei RotJ hingegen ist der gesamte Anfang in Jabbas Palast irgendwie zweitrangig. Es wirkt eben so, als ob Hans Schicksal in Empire Strikes Back keinerlei langfristige Auswirkungen besaß.
    • Jimmy Conway
      Klar wird er meistens für die Ewoks kritisiert, dass ändert doch nichts daran, dass die ganze Geschichte dennoch viel interessanter und spannender als A New Hope ist und RotJ zum besseren Film macht.Und eben ALLEINE das Finale macht es zum besseren Film.
    • Bruce Wayne
      Solange der Film für Kinder funktioniert ist es doch egal oder ? ......nein. Ein Film ist definitiv schlechter, wenn er nur für eine Art von Zielgruppe funktioniert. Nach dieser Logik wären Werke wie Minions doch auch hohe Kunst, zumindest im Bereich von Kinderfilmen?
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