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    Nach Marvel-Kritik: "Avengers"-Star unterstützt Scorsese und Co.!
    Von Tobias Tißen — 24.10.2019 um 12:51
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    Mehrere angesehene Filmemacher kritisierten Marvel- und Superhelden-Filmen teils heftig. Mit Benedict Cumberbatch (jüngst in „Avengers 4: Endgame“ zu sehen) unterstützt sie nun aber jemand, der in einigen dieser Filmen mitspielt.

    Marvel Studios

    Martin Scorsese machte vor wenigen Wochen den Anfang und sagte, dass Marvel-Filme für ihn „kein Kino“ seien. Er verglich sie mit Vergnügungsparks. Francis Ford Coppola sprang seinem Kollegen kurz darauf zur Seite, bezeichnete Superheldenfilme gar als „abscheulich“ und auch der britische Autorenfilmer Ken Loach („Ich, Daniel Blake“) stimmte in die Kritik ein.

    Gegenwind bekamen die Meisterregisseure anschließend unter anderem von James Gunn („Guardians Of The Galaxy“-Filme) und Disney-Chef Bob Iger. Doch nun bekommen Scorsese und Co. erneut von einem großen Namen Rückendeckung – und der war zuletzt sogar mehrfach als Superheld auf der Leinwand zu sehen: Benedict Cumberbatch, der Doctor Strange im Marvel Cinematic Universe.

    Cumberbatch will kein Kino-Monopol

    In der Radioshow von Jenny McCarthy, wo Cumberbatch zu Gast war, kam die aktuelle Kontroverse zur Sprache. Der britische Schauspieler sagte dabei zwar nicht, dass Superhelden-Filme für ihn kein Kino oder gar „abscheulich“ seien, allerdings sieht er ein anderes Problem, das sicherlich auch ein Grund dafür ist, dass Scorsese, Coppola und Co. Marvel überhaupt so lautstark kritisierten:

    „Ich weiß, dass es zuletzt einige Diskussionen gab, nachdem diese großen Filmemacher sich dazu geäußert haben, dass diese Franchises alles übernehmen. Und da muss ich zustimmen. Wir wollen keinen einen König, der alles regiert, sodass es eine Art Monopol gibt“, so Benedict Cumberbatch, der damit ganz offensichtlich (auch) seine eigenen Arbeitgeber Marvel und Disney meint.

    „Wir sollten wirklich darauf achten, dass wir Autorenfilme auf jede mögliche Art und Weise fördern“, fügt der „Avengers“-Star noch hinzu.

    Eine ausgewogene Mischung

    Benedict Cumberbatch meint aber natürlich nicht, dass es keine großen Film-Franchises wie das MCU mehr geben soll. Stattdessen plädiert er dafür, dass es beides geben muss: teures Kino fürs Massenpublikum und günstigere Filme, die sich an eine kleinere Zuschauerschaft richten. 

    Er hat als Schauspieler das Glück, beides machen zu können. Das zeigt sich auch in der Filmografie des 43-Jährigen: Neben seinen Marvel-Auftritten in „Doctor Strange“, „Thor 3“, „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ spielte Cumberbatch unter anderem auch in „The Child in Time“, „Brexit: The Uncivil War“ und „12 Years A Slave“.

    Darüber hinaus soll bald der durch Rechtefragen infolge des Weinstein-Skandals auf Eis liegende Historienfilm „Edison – Ein Leben voller Licht“ erscheinen, in dem Benedict Cumberbatch nach „Endgame“ erneut an der Seite von Tom Holland zu sehen ist. Abgedreht ist er längst.

    Doctor Strange und Spider-Man vereint: Trailer zu "Edison - Ein Leben voller Licht"

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    Kommentare
    • Jimmy v
      Fehlgeleitete Überschrift, wie einige schon bemerkten.Ich wundere mich aber, warum er überhaupt bei dem MCU mitmacht. Er könnte seine Kraft doch in noch mehr interessante Projekte stecken. Er macht ja jetzt schon sehr viel, auch Hörspiele und so dergleichen.
    • Sentenza93
      Oder das. Dachte auch schon, wenn er den Mund aufmacht kommt in einer Woche die Nachricht: Cumberbatch von Disney gefeuert. Zehn Jahre alte Tweets aufgetaucht. :D
    • Saints ofchaos Deluxe
      Eine Unterstützung ist das nicht, liebe Redaktion. Man sollte ganz klar Differenzieren zwischen dem was Cumberbatch sagt und dem Genörgel der alten Männer. Jede Sparte sollte auch weiterhin im Kino bediehnt werden, denn gerade die Vielseitigkeit machte doch erst das Kino aus. Ein Vier gegen die Bank ist genauso ein Kinofilm wie ein Sex in the City oder Forrest Gump. Ein Ghostbusters gehört genauso auf die Leinwand wie ein Poltergeist, oder ein The Sixt Sense. Das Disney sich auf dem Markt so breit machen KANN, liegt doch Eindeutig an den generierten Einnahmen. Die wiederum hängen von den Interessen der Kinogänger ab. Siehe Sony. Die Fanwelt sagt NEIN zu den Feigbusters, ganz egal wie die Begründung aussieht und der Film wird trotzdem gedreht. Der Bedarf nach dem Ghostbusters Franchise war da daran lag es also nicht. Vielleicht sollte man wieder etwas Kundenorientierter in Hollywood arbeiten - ach was in Deutschland auch, Dann klappts auch mit anderen Dingen auf dem Markt!Und sooo abwechslungsreich ist Scorsese nicht, verglichen mit Hitchkock oder Spielberg
    • WhiteNightFalcon
      Reine Interpretation meinerseits, dass man etwas sagt, das er aber anders meint. Der eine König könnte sowohl Disney oder einfach das MCU sein.„Wir sollten wirklich darauf achten, dass wir Autorenfilme auf jede mögliche Art und Weise fördern. Wer schreibt denn Filme? Autoren! Heißt für mich mit etwas Interpretation, JEDES Filmgenre verdient es, gefördert zu werden.Ob ich damit richtig liege, wüsste nur Cumberbatch.
    • Rolf Peters
      Wir wollen keinen einen König, der alles regiert, sodass es eine Art Monopol gibt Was ist daran verschachtelt ?
    • ChiliPalmer
      dachte ich mir auch gerade, entweder hat er das falsch verstanden oder er will seinen missmut dadurch loswerden...
    • Man Drake
      Da wäre er sehr dumm. Glaube ich nicht.
    • WhiteNightFalcon
      Cumberbatch drückt es zwar etwas verschachtelt aus, aber ich glaube er meint, dass MCU-Filme schon Kino sind, dass aber die Balance fehlt, durch die Dominanz der Filme. Und damit hätte er Recht. Hätte Scorsese keine Probleme gehabt, seinen Film zu finanzieren, hätte er das MCU wohl nie kritisiert, denn dann hätte es diese Balance aus Unterhaltungs- und Anspruchskino ja bestanden.
    • Deliah C. Darhk
      Eigentlich ist sein Kritikpunkt ein komplett Anderer.Ich sehe da keine 'Unterstützung'.
    • Cirby
      Sehe ich ähnlich. Nur, wenn der Großteil der Zuschauer eine bestimmte Art Film sehen will, dann ist das eben so. Ich habe auch schon viele Filme im Kino nicht sehen können aufgrund mangelnder Nachfrage. Sehr traurig.Aber da solche experimentellen Independentproduktionen kostengünstig produziert werden können, sind für derartiges Publikum die Streamingdienste die Zukunft.The Irishman ist da vielleicht eine teurere Produktion - aber auch diese findet mit Netflix einen Geldgeber.
    • Cirby
      Oder er wollte nicht auch über diese glühenden Kohlen laufen. Zumal er vielleicht gegen seinen Vertrag verstoßen könnte.
    • Costigan
      Das ist vollkommender Blödsinn. Erstens hat Scorsese nicht gesagt, er hätte nie einen Marvel Film gesehen. Er sagte: Ich schaue [diese Filme] nicht. Ich habe es versucht, aber das ist für mich kein Kino.Und zum Thema Erfolg: Seine letzten Filme waren Silence und The Wolf of Wall Street: Silence war zugegeben finanziell kein Erfolg, aber das war bei dem Thema nicht anders zu erwarten.The Wolf of Wall Street dagegen hat bei einem Budget von 100 Millionen knapp 400 Millionen eingespielt und war damit ein voller Gewinn.Aus künstlerischer Sicht sind Scorseses Filme (anders als die von Coppola, dessen Zeit mittlerweile tatsächlich vorüber scheint) sowieso immer noch sehr erfolgreich (siehe Oscarnominierungen, Kritiken etc.) und hochaktuell.Von daher ist es absoluter Quatsch, zu sagen, dass Scorseses Zeit vorüber wäre. Der Mann befindet sich immer noch auf der Höhe seines Schaffens.The Irishman bekommt auch schon wieder überragende Kritiken.Das Problem bei diesem Film war einfach, dass der Film aufgrund der Special Effects, die für die digitale Verjüngung der Darsteller notwendig sind, extrem teuer ist und keineswegs sicher ist, dass dieser Film in den Kinos 300, 400 oder 500 Millionen Dollar einspielen würde, um die Kosten wieder reinzuholen bzw. sogar Gewinn zu erzielen. Und dieses Risiko wollte kein Filmstudio eingehen.Das hat aber nichts damit zu tun, dass Scorseses Filme im Speziellen keiner mehr sehen will, sondern - wie es Cumberbatch in diesem Artikel auch richtig erkennt - dass es heutzutage allgemein sehr schwierig ist, ein großes Publikum anzulocken, wenn es sich um keinen Superheldenfilm oder eine andere beliebte Franchise Fortsetzung handelt.Und das halte ich persönlich auch schon seit längerer Zeit für ein großes Problem. Wenn Leute wie Scorsese, Baumbach oder in Zukunft vielleicht auch ein Paul Thomas Anderson etc. nur noch von Netflix, Amazon o.Ä. finanziert werden und deren Filme es nicht mehr ins Kino schaffen, weil die meisten Zuschauer kaum noch offen für etwas anderes und Neues als den Einheitsbrei von Marvel und Co. sind und die Filmstudios es dementsprechend immer öfter ablehnen, Autorenfilme zu finanzieren, dann haben wir bald nur noch Disneyfilme im Kino laufen.Das ist teilweise ja jetzt schon so, dass kleinere Filme in den großen Kinos entweder gar nicht oder nur sehr kurz gezeigt werden (als aktuelles Beispiel nehme ich z.B. mal den südkoreanischen Film Parasite, der zwar hervorragende Kritiken bekommt, für den ich aber in eine andere Stadt fahren muss, um ihn sehen zu können, weil er in meinem Kino nicht gezeigt wird).Und so sollte es, denke ich, nicht sein.Ich würde zwar im Bezug auf die Marvelfilme nicht so hart urteilen wie Scorsese oder gar Coppola (erbärmlich), da ich einige von ihnen (z.B. Ant-Man und die Guardians) durchaus toll fand und sie ihren Zweck bei mir häufig erfüllen (nämlich einfach unterhalten), aber ich verstehe und teile die Kritik durchaus bis zu einem gewissen Punkt: Denn natürlich sind diese Filme seichter oder inhaltlich leerer als die meisten Scorsese- oder Coppola-Klassiker.Im Grunde taugt für mich der Vergleich zum Fast-Food: Es soll schnell und einfach gehen und für den Augenblick sättigen.Und wenn man nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt und nicht mehr groß Nachdenken, sondern einfach entspannen möchte, kann ein Marvel Film genau das Richtige sein.Aber er schafft es nicht, mich zum Nachdenken anzuregen und noch tagelang zu beschäftigen. Und das ist es wohl, was diese Regisseure unter echtem Kino verstehen.Aus meiner Sicht ist/sollte trotzdem Platz für beides da sein, aber das Problem, was ich eben sehe, ist wie gesagt, dass die großen Blockbuster mehr und mehr alles andere überlagern (weil es eben ein deutliches Ungleichgewicht in der Nachfrage gibt) und es daher in der Filmindustrie immer schwieriger wird, beide Seiten zu bedienen.
    • Sentenza93
      Glaube der gute Benedict hat nicht so ganz verstanden, auf was die Herren hinauswollten.
    • Bruce Wayne
      Keiner von beiden hat jemals gesagt, sie hätten nie ein Marvel Film gesehen.
    • DanielU
      Scorsese und co haben ja gesagt, sie haben nie ein Marvel Film gesehen, aber sie urteilen darüber. Das nennt man Vorurteil. Das sollte man nicht unterstützen. Ihr wollt den wahren Grund wissen? Dan schreibt darüber wie viel Zuschauer ein Scorsese Film in die Kino lockt und wie viel ein Marvel Film. Scorsese war zu letzt so erfolglos, dass kein Hollywood Studio sein The Irishman produzieren wollte. Deshalb ist er jetzt bei Netflix. Ihre Zeit im Kino/Hollywood ist vorbei und das wollen sie nicht akzeptieren. Ich verstehe, dass es frustrierend sein muss, aber wir haben halt nicht mehr 1970. Zeiten ändern sich.
    • Cirby
      Was Cumberbatch sagt, hat keinen Bezug zu Scorseses und Coppolas Aussagen. Er spricht ein vollkommen anderes Thema an, bei welchen man kaum Gegenstimmen finden wird.
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