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    "Joker": Darum hat Meisterregisseur Martin Scorsese den DC-Megaerfolg nicht selbst inszeniert
    Von Julius Vietzen — 05.11.2019 um 17:01
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    „Joker“ von Regisseur Todd Phillips ist die Box-Office-Überraschung des Jahres 2019. Ob der DC-Film wohl auch unter der Regie von Martin Scorsese so ein Hit geworden wäre? Immerhin wissen wir nun, warum der Regiemeister nicht selbst Hand anlegte.

    2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. TM & © DC Comics / Niko Tavernise

    Als im August 2017 bekannt wurde, dass Warner und DC an „Joker“ arbeiten, war Martin Scorsese noch als Produzent mit an Bord. Eine logische Wahl, denn schließlich stellte sich bald heraus, dass das Drehbuch zu „Joker“ stark von Scorseses Filmen „Taxi Driver“ und „King Of Comedy“ inspiriert war. Schlussendlich steig der Meisterregisseur dann aber wieder aus und war so letztlich überhaupt nicht mehr direkt an dem DC-Erfolg beteiligt.

    Wie das Branchenmagazin The Hollywood Reporter bereits Anfang Oktober 2019 enthüllte, soll Scorsese ursprünglich aber sogar in Betracht gezogen haben, das Projekt selbst zu inszenieren. Bereits 2016 kam „Hangover“-Regisseur Todd Phillips nämlich mit seiner Idee eines untypischen, vom restlichen DC-Universum unabhängigen „Joker“-Films auf Warner zu.

    Dieser Meldung wurde zwar von einem Sprecher von Scorsese widersprochen, allerdings bestätigte sie Scorsese in einem Gespräch mit der BBC nun höchstpersönlich – und verriet zugleich, warum er sich schlussendlich dagegen entschied, bei „Joker“ selbst Regie zu führen:

     

    „Ich habe in den letzten vier Jahren viel über [„Joker“] nachgedacht. Ich habe entschieden, dass ich keine Zeit dafür habe“, so Scorsese. Wie der Hollywood Reporter schreibt, habe Scorsese etwa zur selben Zeit mit der Arbeit an „The Irishman“ begonnen, vermutlich hatte er also deswegen keine Zeit.

    Außerdem habe auch eine Rolle gespielt, dass es sich dabei eben um eine Comicverfilmung gehandelt habe und er sich unsicher gewesen sei, ob er sich wirklich daran wagen wolle. „Persönliche Gründe“, wie Scorsese es im Interview auf den Punkt bringt. Er kenne das Drehbuch sehr gut und wisse, dass es ein „bemerkenswertes Werk“ sei. Aber er wisse nicht, ob ihm der nächste Schritt gelungen wäre, nämlich dass sich die Figur Arthur in eine „Comic-Figur“ verwandele. „Er verwandelt sich in eine Abstraktion. Das bedeutet nicht, dass es schlechte Kunst ist. Das kann es sein, aber es ist einfach nichts für mich.“

    Schlussendlich hat Scorsese also offenbar auch einfach keinen Zugang zu der Figur und zum Genre Superheldenfilm gefunden – auch wenn Scorsese in dem Interview darauf besteht, dass „Joker“ immer noch ein ganz anderer Fall als die normalen Superheldenfilme sei, über die sich Scorsese in letzter Zeit des Öfteren besorgt äußerte.

    Ob „Joker“ mit Scorsese als Produzent oder Regisseur ein besserer Film geworden wäre, bleibt so eine Frage, über die Filmfans ausführlich diskutieren können. Eines steht jedoch fest: Ein gewaltiger Erfolg ist „Joker“, der seit dem 10. Oktober 2019 in den deutschen Kinos läuft, aber trotzdem geworden.

    Von "Terminator: Dark Fate" überholt, aber weiter auf Erfolgskurs: Nächster Meilenstein für "Joker"

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    Kommentare
    • Wetlady
      Scorsesee überbewertet
    • Shiro
      Ob „Joker“ mit Scorsese als Produzent oder Regisseur ein besserer Film geworden wäre, bleibt so eine Frage, über die Filmfans ausführliche diskutieren können.Aktuell steht Joker auf IMDB bei 8.8/10, bei 425.216 abgegeben Stimmen. Eine große Diskussion unter Filmfans scheint also eher weniger nötig zu sein...Nur FS trauert wohl insgeheim, dass der Film so einen Erfolg hat und bei der großen Mehrheit sehr gut ankommt, weil man mit dem visionären Verriß etwas daneben lag...;)
    • Bruce Wayne
      Klar, das ist halt die Sache. Man kann sich legitim darüber beschweren, dass dieser Ansatz gewählt wurde, auch wenn er von einer Perspektive des Source Materials sinnvoll ist. Aber immerhin haben sie sich auch daran gehalten. Man kann in diesem Fall das Konzept bemängeln, weniger die Umsetzung besagten Konzeptes. Der Charakter des Jokers wurde dadurch zumindest geehrt.
    • Travis Bickle
      Once Upon A Time In Hollywood, Endgame und als persönlicher Höhepunkt des Filmjahres 2019 THE IRISHMAN ... Yes!!!!!
    • Gravur51
      Scorsese ist ein Meisterregisseur. Wollte ich euch nur mal mitteilen ;)
    • Gravur51
      Habe gerade heute geträumt ich hätte ihn gesehen und sehr gut gefunden. Ich bin guter Dinge:)
    • Gravur51
      Hätte mir viel mehr gepasst, aber Ansichtssache.
    • Bruce Wayne
      Seltsam, hat ihn nicht davon abgehalten mit Bringing out the Dead noch einmal dasselbe Konzept zu verfilmen und den Writer, Paul Schrader, genau so wenig, wie man mit First Reformed sehen konnte ^^
    • Bruce Wayne
      Das mit der Abstraktion macht schon Sinn. Joker wird mMn erst dadurch so effektiv, dass er eine sehr extreme Umsetzung erhielt. Man bleibt eben der Figur treu und entscheidet sich für die limitierte Erzählweise, und damit bewusst gegen moralische Grauzonen der Narrative. Scorsese hätte wohl eher versucht, die Figur wie einen Travis Bickle zu zeichnen, und das passt in der Hinsicht nicht.
    • Sentenza93
      Joker war ganz in Ordnung, Joaquin Phoenix war fantastisch...Aber auf The Irishman bin ich heißer als die Hölle. :)Also für mich persönlich eine gute Entscheidung.
    • greekfreak
      Weil Marty, Taxi Driver schon vor über 40 Jahren gedreht hat und zwar in gut?
    Kommentare anzeigen
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