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    "Passengers": Darum floppte das Sci-Fi-Drama bei so vielen Filmkritikern
    Von Jan Felix Wuttig — 14.11.2019 um 16:30
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    Jennifer Lawrence und Chris Pratt sind in „Passengers“ auf einem Raumschiff gemeinsam einsam. Doch trotz des guten Ansatzes floppte der Film bei der Kritik – wegen einer Sache, die weder der Regisseur noch die Hauptdarsteller vorhergesehen hatten.

    Sony Pictures Releasing France

    Vorsicht, Spoiler zu „Passengers“:

    Die erste Drehbuchfassung von „Passengers“ wurde seit ihrer Fertigstellung gefeiert. Kurz nachdem sie Autor Jon Spaihts fertigstellt hatte, wurde sie bereits auf die sogenannte Black List gesetzt – eine Liste der besten unverfilmten Drehbücher Hollywoods. Zehn Jahre lang arbeiteten sich verschiedene Parteien an einer Verfilmung ab. Als mit „The Imitation Game“-Macher Morten Tyldum ein Regisseur und mit Chris Pratt sowie Jennifer Lawrence die Hauptbesetzung gefunden war, rechneten viele mit einem Hit – auch bei den Kritikern. Doch gerade dort fiel der Film dann ziemlich durch.

    Grund für den Flop war die moralische Fragwürdigkeit von Pratts Figur Jim Preston, die für viele Kritiker im Film zu wenig reflektiert wurde. Preston und Aurora Lane (Lawrence) befinden sich mit Tausenden anderen Passagieren auf dem Weg zu einem fernen Planeten. Die Reise dauert 120 Erdjahre, die alle an Bord in einem künstlichen Hyperschlaf verbringen sollen. Doch durch einen Defekt wachen Preston und Lane 90 Jahre zu früh auf und müssen nun ihr Leben gezwungenermaßen zusammen auf dem Raumschiff verbringen, ohne das Ziel ihrer Reise je sehen zu können.

    Wie sich allerdings herausstellt, war Preston bereits vor Lane wach, beschloss nach einiger Zeit, sie aufzuwecken – und verurteilte sie damit dazu, sein Schicksal zu teilen. Das bemängelten viele Kritiker als  unangenehm und unheimlich und unterstellten dem Film zum Teil, den Übergriff Prestons durch die darauffolgende Liebesgeschichte zu legitimieren.

    Jennifer Lawrence und Chris Pratt sahen kein Problem

    Die beiden Hauptdarsteller verteidigten den Film, doch Jennifer Lawrence sprach gegenüber der Vogue auch von einer gewissen Unachtsamkeit: „Ich bin von mir selbst enttäuscht, dass ich es nicht bemerkt habe. Ich fand das Drehbuch schön – es war diese komplizierte Liebesgeschichte. Es war definitiv kein Fehler und es ist mir keineswegs peinlich. Nur gibt es Dinge, von denen ich mir wünschte, ich hätte sie genauer untersucht.“ Chris Pratt entgegnete gegenüber Variety: „Ich möchte die Kritiker nicht dafür kritisieren, dass sie ‚Passengers‘ nicht mögen. Es ist, was es ist und ich bin stolz auf den Film.“

    Diese moralische Fragwürdigkeit war nicht die einzige Schwäche des Films, dürfte aber einen großen Beitrag dazu geleistet haben, dass „Passengers“ etwa auf Rotten Tomatoes nur 30 Prozent der 269 Kritiken positiv sind. Bei Metacritic.com steht „Passengers“ mit 48 Kritiken bei einer Durchschnittswertung von 41 von 100 Punkten. Von FILMSTARTS gab es trotz aller Fehler gute 3,5 von 5 Sternen.

    Und auch das Publikum war da weniger kritisch und machte den Film an den Kinokassen zu einem ordentlichen Hit: Mit 303 Millionen US-Dollar globalem Einspielergebnis gegenüber einem Produktionsbudget von 110 Millionen wurde „Passengers“ zum finanziellen Erfolg.

    „Passengers“ läuft heute Abend um 20.15 Uhr auf VOX.

    Chris Pratt als Elf: Neuer Trailer zu "Onward"

    Über Chris Pratt Psycho-Figur haben wir bereits anlässlich einer früheren TV-Ausstrahlung von „Passengers“ geschrieben. Anlässlich der heutigen Ausstrahlung haben wir den Artikel neu aufgelegt.

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    Kommentare
    • Santi
      Ich schreibe meine Kommentare auf der Filmstartsseite. Unter dem Fenster wo man die Texte reinschreibt gibt es eine Leiste mit verschiedenen Funktionen (Fett, kursiv, unterstrichen usw. Das dritte von rechts ist Spoiler (durchgestrichenes Auge). Einfach den Text den man nicht spoilern will makieren und draufklicken.
    • Sven-Friedrich W
      Insbesondere weil die Filmemacher die heftige Entscheidung von Chris Pratts Figur am Anfang des Films im weiteren Verlauf auch gar nicht mehr richtig heilen konnten - also trotz Liebesgeschichte konnte ich ihm nicht mehr verzeihen und so fühlte sich der liebe Pratt inkl. Mega-Happyend nicht richtig an.
    • Sven-Friedrich W
      Ja absolut, diese Herangehensweise hätte den Film in der Tat spannender gemacht. Du solltest Script Doctor werden! (kein Smiley, unironisch gemeint).Das wäre echt mal ein krasses Ende gewesen, also zum Beispiel als letzte Einstellung eine Großaufnahme von Jennifer Lawrences Gesicht, während sie die Wahrheit erfährt. Bäng! Ablende! - Und mit diesem Schockmoment gehst du als Zuschauer dann aus dem Kino. Das hätte einen emotionalen Punch gehabt vergleichbar mit dem Twist von The Sixth Sense. Man hätte dann im Nachhinein den ganzen Film im Kopf auch nochmals Szene für Szene Revue passieren lassen, um nach dezenten Andeutungen zu suchen.P.S. Santi, mit welcher Tastenkombination kannst du eigentlich Zeilen verbergen, um nicht zu spoilern? Also so wie du das oben gemacht hast.
    • Frank T.
      Was für ein Stuss. Es gibt überhaupt keine moralische Fragwürdigkeit. Der Konflikt wurde sehr gut umgesetzt und tatsächlich muss man sich fragen, warum nicht noch viel mehr Menschen vorzeitig erweckt wurden. Es handelte sich schließlich um eine Notsituation und keiner kann erwarten, dass Preston einfach so Selbstmord begeht. Der Film ist wirklich gut und Kritiker spinnen eben manchmal.
    • Santi
      Ja, insbesondere weil das Setting sowieso schon leicht creepy ist. So ist der Film halt so vor sich hin geplätschert, ohne wirkliche Höhen und Tiefen.
    • Nico Wedemeyer
      Ich weiß nicht wie das in Amerika war, aber in Deutschland wurde der Film falsch beworben. Der Trailer zeigte ein SciFi Thriller und keine romantische Geschichte. Das weckt dann falsche Erwartungen und das falsche Publikum schaut ihn sich an.
    • Gold Kreis
      keine ahnung was die leute so schlecht fanden.... ich fand den film gut und die darsteller haben einen guten job gemacht.
    • Rockatansky
      Hätte ich tatsächlich auch spannender gefunden. Hätte man doch einen ziemlich coolen Twist draus machen können. Am Ende ist es dann doch wieder der liebe Pratt inkl. Mega-Happyend.
    • Man Drake
      Betonung lag woanders, war dir natürlich zu hoch.
    • FilmFan
      Verdirbt den Filmgenuss.
    • Defence
      Witzigerweise fand ich diese Ambivalenz dieser Figur bzw seine Entscheidung mit das gelungendste und interessanteste am Film.Die Frage, wie man selbst in so einer Situation entscheiden würde, fand ich spannend und zumindest in meinem Umfeld konnte ich entsprechende Diskussionen führen, weil es uns, die zusammen diesen Film im Kino gesehen haben, doch beschäftigte.
    • Deliah C. Darhk
      ???? Die moralische Auseinandersetzung mit seiner Tat erfolgt doch im Film noch. Sie führt zu der zeitweiligen Trennung und einem von ihrer Seite aus regelrecht feindselige Verhältnis.'Auseinandersetzung' bedeutet aber nicht zwingend auch 'Verurteilung'.Sie verzeiht ihm, weil sie seine Tat letztlich doch versteht.Ohne ihn hätte sie ja vor derselben Entscheidung gestanden, wenn sie denn nun schon wach war.
    • Deliah C. Darhk
      Spatzl, diese Wut war Teil der Intention des Films.Die Einen sollen mit Wut reagieren, die Anderen mit Verständnis, und das sollte dann die Basis sein, auf der man den Film kontrovers diskutiert.
    • Santi
      Der Film ist einfach absolut schlecht editiert. Anstatt Liebesgeschichte hätten sie lieber einen Psychothriller draus machen sollen Die Auflösung, dass Chris Pratt sie rausgelassen hat ans Ende z.B. Man hat diese ganze Situation auf dem Schiff, sie wissen nicht was passiert ist etc.. Einfach ein Film mit verschwendetem Potential.
    • Man Drake
      Deine Wut verdirbt den Film? Ahhh ja...
    • Ilse Müller
      Ich denke Erfolg im Sinne von der Film war kein Verlust und hat etwas Geld in die Kassen gespült.
    • Dennis Beck
      Hat mich nicht gestört. Bin eher immer noch verwundert, warum das so eine Diskussion losgetreten hat.
    • Sentenza93
      Finanzieller Erfolg? Eher nein, oder?
    • FilmFan
      Die Grundidee war so gut und wurde für ne moralisch fragwürdige und kitschige Lovestory in den Sand gesetzt. Ich habe den Film zweimal gesehen und jedesmal hatte ich ne unglaubliche Wut auf den von Pratt gespielten Charakter. Und das verdirbt den ganzen Film.
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