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    Darum hätte es "Doctor Sleep" ohne "Es" und das DCEU wohl nicht gegeben
    Von Tobias Tißen — 29.11.2019 um 16:00
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    „Doctor Sleeps Erwachen“ läuft seit dem 21. November 2019 auch hier in Deutschland. Zum Kinostart haben wir Produzent Trevor Macy zum Interview getroffen und mit ihm unter anderem über das Horror-Kino im Jahr 2019 und in der Zukunft gesprochen.

    Warner Bros.

    Fast 40 Jahre nachdem Stanley Kubricks „Shining“ in die Kinos kam, wird in „Doctor Sleeps Erwachen“ nun die Geschichte des jungen Danny Torrance (jetzt gespielt von Ewan McGregor) weitererzählt. Im Vorfeld des Kinostarts haben wir in Los Angeles Produzent Trevor Macy zum Interview getroffen, der mit Regisseur und Autor Mike Flanagan bereits seit 2013 bei all dessen Projekten zusammenarbeitet und mit ihm unter anderem „Ouija: Ursprung des Bösen“ auf die Leinwand und „Das Spiel“ sowie „Spuk in Hill House“ zu Netflix gebracht hat.

    Mit Macy haben wir darüber gesprochen, wie „Doctor Sleep“ überhaupt zustande kam und welche Rolle die DC-Comicverfilmungen und die beiden „Es“-Filme dabei spielten. Außerdem warf er mit uns gemeinsam einen Blick in die Zukunft des Horror-Kinos.

    Kein "Doctor Sleep" ohne das DCEU

    „Als Stephen Kings ‚Doctor Sleep‘ 2013 herauskam, haben Mike [Flanagan] und ich gerade einen Film gedreht, ‚Before I Wake‘. Er hat das Buch am ersten Wochenende gelesen, kam dann zu mir und sagte: ‚Oh mein Gott. Stephen King hat ein Buch über Danny Torrance geschrieben! […] Irgendwer sollte daraus einen Film machen‘“, berichtet Trevor Macy von dem Moment, als die Idee eines „Doctor Sleep“-Films zum ersten Mal auf den Tisch kam.

    Bis das Projekt dann tatsächlich Formen annahm, dauerte es aber anschließend noch etwas – und eine entscheidende Rolle spielten dabei die Planungen von Warner Bros. zum DC-Filmuniversum. „Wir fanden bald heraus, dass die Rechte an ‚Doctor Sleep‘ bei Warner lagen“, fährt Macy fort, „und dann ein paar Jahre später war Mike bei einem Meeting mit Jon Berg, der ‚Doctor Sleep‘ schlussendlich mit mir produziert hat. Er war zu diesem Zeitpunkt bei Warner für die DC-Filme verantwortlich.“

    Dieses Treffen fand 2017 statt und Mike Flanagan wurde damals als möglicher Regisseur für einen DC-Film in Betracht bezogen. Konkret wurden diese Verhandlungen nicht, allerdings sprach Flanagan mit Jon Berg auch über potentielle andere Projekte, wie Macy ausführt: „Mike sagte zu ihm, dass er Kings ‚Doctor Sleep‘-Roman wirklich toll fand und auch Jon war sehr leidenschaftlich, was das betrifft. Und das führte dann zu einem zweiten Treffen, bei dem Mike und ich unsere Idee vorstellten – ein Skript hatten sie nämlich vorher schon, aber den Film wollten sie damit nicht machen. Am Ende ging alles ganz schnell.“

    Hätte es "Doctor Sleep" ohne "Es" gegeben?

    Dass dann im Eiltempo Nägel mit Köpfen gemacht wurden, hatte auch mit dem riesigen Erfolg des ersten, von Warner-Tochter New Line Cinema produzierten „Es“-Films im Herbst 2017 zu tun. Auf unsere Frage, ob „Doctor Sleep“ auch völlig unabhängig davon entstanden wäre, antwortete Trevor Macy: „Da bin ich mir gar nicht sicher, gute Frage. […] Ich bin mir sicher, dass der Erfolg uns zumindest sehr geholfen hat. Aber glücklicherweise war Warner von Anfang an klar, dass unser Film ganz anders wird, sodass wir uns nicht an ‚Es‘ orientieren mussten.“

    Warner Bros.
    Mitverantwortlich für die Entstehung von "Doctor Sleep": Pennywise aus "Es"

    Im Gegensatz zum King-Zweiteiler von Andy Muschietti ist „Doctor Sleep“ allerdings kein Erfolg an den Kinokassen. Ganz im Gegenteil: Bei einem Budget von schätzungsweise rund 50 Millionen Dollar stehen derzeit weltweite Einnahmen von knapp über 60 Millionen Dollar zu Buche – viel zu wenig, um auch nur ansatzweise schwarze Zahlen zu schreiben.

    Über die Gründe dafür kann man natürlich nur spekulieren, aber vermutlich hat man bei Warner Bros. die generelle Zugkraft der Namen Stephen King und „Shining“ überschätzt. Bei „Es“ rührte der Erfolg wohl vielmehr daher, dass sowohl der Roman als auch die Mini-Serie von 1990 vielmehr im kulturellen Massengedächtnis verankert sind, während „Shining“ vor allem unter Filmfans verehrt wird – auch das Kubrick-Meisterwerk war 1980 kein großer Erfolg.

    Vor Kinostart war Trevor Macy jedoch noch sehr optimistisch, was den finanziellen Erfolg von „Doctor Sleep“ und die Zugkraft der Marke „Shining“ angeht: „Wir haben Nachforschungen betrieben und ihr wärt erstaunt, wie viele junge Leute ‚Shining‘ gesehen haben“, berichtete der Produzent nämlich entschlossen. „Aber es gibt natürlich auch Leute die ihn nicht gesehen haben. Es war daher unsere Aufgabe, einen Film für diese Menschen zu machen, aber auch für die vielen ‚Shining‘-Fans. Und ich denke, der Film kann gut für sich selbst stehen“, fuhr er fort.

    Die Zukunft des Horror-Kinos

    Als jemand, der in seiner Karriere fast ausschließlich Horrorfilme- und -serien produziert hat, kennt sich Trevor Macy natürlich bestens mit dem Markt für gruselige Kino-Stoffe in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus. Aus diesem Grund haben wir ihn auch genau darauf angesprochen.

    „Vor 11 Jahren hatte ich große Probleme, einen Film namens ‚The Strangers‘ veröffentlicht zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt hat solche Filme nämlich niemand groß rausgebracht. 2006, 2007, 2008 hieß es, dass niemand mehr Horrorfilme sehen will. Ab 2009 änderte sich das jedoch“, blickt Macy zurück. Mittlerweile hat es im Kino eine regelrechte Horror-Renaissance gegeben, Filme wie „Es“ oder der neue „Halloween“ sind große Kassenschlager geworden.

    Eine Entwicklung, die Macy natürlich erfreut. Aber vor allem ein anderer Aspekt begeistert ihn am aktuellen Horror-Kino und lässt ihn höchst optimistisch in die Zukunft schauen:

    „Was mich am allermeisten begeistert, ist der Status von originärem Horror. Sachen, wie sie Jordan Peele [Regisseur von ‚Get Out‘ und ‚Wir‘, Anm. d. Red.] macht […] oder so etwas wie ‚The Conjuring‘. Dass sich diese Filme so viele Leute im Kino anschauen, ist wahrlich ein Grund, optimistisch zu sein. Mike und ich sind begeistert darüber und planen so einiges, was genau in diese Richtung geht.“

    Im Mittelpunkt von „Doctor Sleeps Erwachen“ steht der inzwischen erwachsene Danny Torrance (Ewan McGregor), der Sohn des in „Shining“ durchgedrehten Jack Torrance (Jack Nicholson). Um die schlimmen Erinnerungen an die Vorfälle im Overlook Hotel zu verdrängen, ist er wie sein Vater dem Alkohol verfallen. Er besitzt jedoch immer noch das sogenannte Shining, mit dem er unter anderem die Gedanken anderer Menschen lesen und Visionen von zukünftigen und vergangenen Ereignissen empfangen kann.

    Seit dem 21. November 2019 läuft „Doctor Sleeps Erwachen“ in den deutschen Kinos.

    So findet Stephen King "Doctor Sleep": Regisseur Mike Flanagan über sein "Shining"-Sequel

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Werde bei Gelegenheit allein wegen McGregor mal reinschauen. Aber ist jetzt nichts, was mich ins Kino zieht.
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