Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Große Änderung in "The Expanse" Staffel 4: Darum landet die ganze Rocinante-Crew auf Ilus
    Von Julius Vietzen — 14.12.2019 um 17:00
    facebook Tweet

    Gleich in der 1. Folge der 4. Staffel „The Expanse“ wird Kennern der Buchvorlage ein Unterschied zwischen Buch und Serie auffallen: Holden, Naomi, Amos und Alex landen mit der Rocinante auf Ilus und betreten die Oberfläche. Warum tun sie das?

    2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Die vierte Staffel „The Expanse“ beginnt direkt in der ersten Folge mit einer der großartigsten und am besten inszenierten Szenen der ganzen Serie: der Landung von Holden (Steven Strait), Naomi (Dominique Tipper), Amos (Wes Chatham) und Alex (Cas Anvar) auf Ilus (bzw. New Terra).

    Wie hier die eindrucksvollen Bilder von Weltraum und Planetenoberfläche mit der epischen Musik von Komponist Clinton Shorter zusammenspielen, bevor die Szene dann in dem von Regisseur Breck Eisner sehr intim inszenierten Moment gipfelt, in dem Naomi zum ersten Mal in ihrem Leben Fuß auf einen Planeten setzt – das ist ganz großes Kino im Serienformat. Kein Wunder, dass sich Amazon entschied, diese Szene schon vorab als Clip zu veröffentlichen:

     

    Doch wer die Bücher des unter dem Pseudnoym James S.A. Corey schreibenden Autorenduos Daniel Abraham und Ty Franck kennt, weiß, dass es diesen starken Moment so in der Buchvorlage nicht gibt. In Interview haben wir Abraham und Franck auf die Überlegung hinter diese Szene angesprochen – und eine sehr überzeugende Antwort bekommen.

    Buch ≠ Serie

    Eine der größten und häufigsten Herausforderungen bei Adaption der Bücher sei, dass manche Dinge in Buchform sehr gut funktionieren, bei einer Serie allerdings nicht, erklärte uns Daniel Abraham: „Es ist etwa eine große Stärke von filmischem oder seriellem Erzählen, dass sich die Figuren sehen können und miteinander interagieren können. Das betrifft die Bücher aber nicht, weil die Figuren dort sowieso nur schwarze Zeichen auf dem Papier sind.“

    In den Büchern ist es also egal, dass nur Holden und Amos nach Ilus reisen, während Naomi und Alex mit der Rocinante im Weltall bleiben und sich dort dann später auch noch aufteilen. Aber in der Serie würde man Potenzial verschenken, wenn man die vier Darsteller nicht miteinander interagieren lässt.

    Zeigen, nicht sagen

    Noch wichtiger ist aber eine andere, eine erzählerische Überlegung, wie Ty Franck erklärt: „Bei einer Serie muss man Dinge umarbeiten, die ich dir im Buch einfach sagen könnte.“ Im Buch könne man also den Erzähler einfach sagen lassen, dass es für Belter sehr schwierig ist, auf einem Planeten zu leben und die meisten Belter mit diesen ganzen neuen Welten nichts anfangen können.

    „Bei einer Serie geht das aber nicht“, so Franck. „Stattdessen nehmen wir also einen Belter, den wir kennen und lieben, nämlich Naomi, und lassen sie auf einem Planeten landen und versuchen dort zu leben. Sie macht alles, was man machen soll, um auf einem Planeten zu leben und wir zeigen, warum es nicht funktioniert. Und wenn wir dann später andere Belter zeigen, die sagen ‚Wir können nicht auf Planeten leben‘, dann haben die Zuschauer das tatsächlich gesehen.“

    Die zehn Folgen der vierten Staffel „The Expanse“ stehen seit dem 13. Dezember 2019 bei Amazon Prime Video* zum Abruf bereit.

    So kam es zur Rettung durch Amazon: Die "The Expanse"-Autoren im Interview

    *Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Back to Top