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    Bei "Star Wars 9" und sowieso: Warum die Handlung in "Star Wars" egal ist
    Von Tobias Mayer — 28.12.2019 um 17:00
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    Immer wieder lese ich, dass Menschen mit dem Plot der neuen "Star Wars"-Teile unzufrieden sind und alles inklusive "Episode 9: Der Aufstieg Skywalkers" schlecht durchgeplant sei. Ich gehe völlig anders an die Filme ran: mit dem Herzen.

    The Walt Disney Company

    +++ Meinung +++

    Einer der Hauptkritikpunkte an der Sequel-Trilogie aus „Star Wars 7“, „Star Wars 8“ und „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ scheint mir zu sein, dass die Gesamtplanung fehle. Korrekt ist: Es gab vor „Episode 7: Das Erwachen der Macht“ keinen Plan, an den sich gehalten werden musste – J.J. Abrams hatte gewiss eine Idee, wohin die Reise gehen könnte, doch Rian Johnson wurde mit „Die letzten Jedi“ freie Hand gelassen und er nutzte diese Freiheiten in jeder Hinsicht.

    Dieses Verfahren wurde von offizieller Seite mehrfach bestätigt. Mir sagte Daisy Ridley beim Interview zu „Star Wars 9“, dass niemand vor ihrem ersten Film mit ihr über Reys ganze Geschichte gesprochen habe. Diese Planlosigkeit hat bei „Star Wars“ Tradition – entgegen landläufiger Meinung hatte nämlich auch George Lucas keinen, als er die Originalfilme entwickelte. (Wer sich übrigens für die Entstehung von „Star Wars“ interessiert, dem sei das Buch „Wie Star Wars das Universum eroberte“* ans Herz gelegt).

    Aber Plan hin oder her: Die Prequels, wo zumindest die großen Wendepunkte vorher feststanden – Klonkriege, Fall der Republik, Anakin wird böse –, sind dennoch schlechtere Filme als die Original-Episoden. Und ich finde es überhaupt ein bisschen schade, dass Zuschauer bei „Star Wars“ so viel über den Plot reden (und ich als Redakteur darüber schreiben muss).

    Filme sind keine Wikipedia-Artikel

    Es ist mir am Ende völlig wumpe, ob Abrams in „Das Erwachen der Macht“ Handlungsstränge von früher kopiert oder der Imperator in „Der Aufstieg Skywalkers“ ohne größere Erklärung wieder auf der Matte steht. Denn der Plot eines Films ist im Grunde nichts anderes als das, was auf der Wikipedia-Seite im Abschnitt Handlung steht. Hat vom Wikipedia-Lesen schon mal jemand eine Gänsehaut bekommen?

    Der Plot ist bei „Star Wars“ ausschließlich dazu da, den Kernqualitäten der Reihe eine Struktur zu geben:

    Abenteuer! Luke Skywalker (Mark Hamill) darf in „Krieg der Sterne“ seinen langweiligen Sandklumpen von Heimatplaneten verlassen und eine Prinzessin auf einem Todesstern befreien. Damit war die Richtung vorgegeben: Jeder Schauplatzwechsel in „Star Wars“ ist das Versprechen eines Abenteuers.

    Spaß! Die Frechheit von „Star Wars“ besteht darin, Altes mit Neuem zu mixen (Ritter auf Raumschiffen), Mythologie mit Pulp (Heldengeschichte auf Todesstern) und große Tragödien mit teils völlig albernem Humor zu konterkarieren. So tragisch es auch wird – kurz darauf läuft garantiert wieder irgendein lustig aussehendes oder brabbelndes Alien durchs Bild.

    Echte Gefühle! In den Prequels wirkten sie zu oft gekünstelt, in den Sequels aber sind sie wieder glaubhaft und ansteckend: „Star Wars“ ist – und bitte verzeiht mir an dieser Stelle die abgedroschene Formulierung – Kino der großen Gefühle. Wenn sich Rey und Finn in „Das Erwachen der Macht“ quirlig über ihre erfolgreiche Flucht mit dem Millennium Falken freuen oder Kylo auch in „Star Wars 9“ noch gegen sein inneres Licht kämpft, nehme ich das ernst, obwohl das Drumherum aus Sci-Fi-Pulp besteht.

    Viele Fans fordern, dass die nächsten „Star Wars“-Filme nach „Der Aufstieg Skywalkers“ bitte endlich andere Geschichten erzählen sollen. Bin ich zwar dabei – aber ob die Filme gut werden, entscheidet sich nicht mit der Handlung.

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    So sehr spaltet "Star Wars 9" die FILMSTARTS-Redaktion

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    Kommentare
    • Darklight ..
      Ahhhhh... Lachflash...DER war soooo gut!!!😂🤣😂😅🤣😊
    • Deliah C. Darhk
      Beru Lars, geborene Amidala ... ?
    • Ortrun
      Arme Beru, abserviert. Immer diese Männer!^^
    • Deliah C. Darhk
      Oder, wenn sie vor Publikation von meiner Krankenkasse genehmigt werden müssten.
    • Darklight ..
      Mit Verlaub, der hätte bessere Filme abgeliefert...
    • Darklight ..
      Es würde mir schon reichen, wenn man TobiasMeyerArtikel auf 26 pro Jahr limitiert...LOL
    • Deliah C. Darhk
      Nur, wenn die Krankenkasse die Therapie genehmigt, und da sind die Sitzungen zumeist auch auf maximal 26 limitiert. ;P
    • Darklight ..
      Gerne... ich orientiere mich immer gerne an den alten Meistern... die haben sich nämlich sehr viel mehr Zeit für ihre Filme gelassen und eben Meisterwerke hinterlassen. Da sind sooooo viele Details die den Film nach dem 200. Mal sehen noch besser und stimmiger erscheinen lassen.Viele Neue Filme versagen beim dritten und vierten Mal völlig und entlarven sich schnell als FastFilmprodukt...
    • Darklight ..
      Schöne Metapher... Ich unterhalte mich auf sehr gerne mit einem Film. Und ich hatte an der Uni später im Kunststudium Filmanalyse Seminare. Es iss eben erstaunlich, was bei Episode IV so alles bei rumkommt. Mit was für einer Leichtigkeit und Klarheit er seine Geschichte erzählt. Das iss wie so ne Zeichnung von Picasso, wo man vielleicht vorsteht und denkt Das kann ich doch auch... und spätestens wenn ma nen Pinsel in die Hand nimmt, mehr man, wie verdammt schwer das Ganze iss...; )Für mich und ich glaube auch etwas filmhistorisch objektiver erreichen die Sequenz nicht im Ansatz diese Qualität. Und das ist sehr schade.
    • Darklight ..
      Du weißt, das solche Clowns später enorme Therapiekosten verursachen...?!: P
    • Klaus S aus S
      ach so XD
    • Cirby
      Den Hass löst nicht Star Wars aus, sondern Tobias Mayer mit seinen selten dämlichen Artikeln (siehe oben) oder handfesten Beleidigungen der Leserschaft (siehe Artikel vom 01.01.20).
    • Deliah C. Darhk
      Ausser Padmes Mom ist nach Tatooine ausgewandert und hat Owen Lars geheiratet. ;D
    • Deliah C. Darhk
      Das ist von Billy Wilder? Hatte ich jemand Anderem zugeordnet. Aber darauf kommt es jetzt nicht an.Sieh es doch mal positiv: Tobais' Artikel werden nie verfilmt. Sie sorgen für kurzes Aufsehen und verschwinden dann im Vergessen.Er wird in 20 oder 50 Jahren nicht von renommierten Kollegen zitiert werden oder als Quelle seriösen Journalismuses bekannt sein.Es ist belanglos und völlig egal was er hier schreibt. Seine Arbeit dient lediglich unserer Unterhaltung, wie der Miet-Clown auf dem Kindergeburtstag.Kann ich zwar auch nur noch sehr selten drüber lachen, erfreut mich aber durch das Zusehen am Spaß der Kinder.
    • Chobo
      Hmm also zunächst mal - ich 'analysiere' eigentlich nie die Struktur oder einen Aufbau bei einem Film. Ich lasse ihn einfach auf mich wirken, achte darauf was er mit mir anstellt. Gute Filme sind für mich wie gute Gesprächspartner. Sie stellen mir Fragen, wecken Gefühle in mir. Teil 8 zB hat einige großartige Dinge zu dem Gut-Böse-Thema zu sagen gehabt. Und da war SW schon immer recht gut. Insbesondere auch die neuen Teile.Aber ich muss schon zugeben, muss mir den 'ersten' Teil mal wieder anschauen. ;-)
    • Nibako
      So entstehen viele Kommentare und der Artikel wird häufig geteilt. Wie der Vorredner schon sagte, der Leser wird getriggert -> Leser wird wütend und verbreitet Artikel im sich darüber auszulassen -> viele Views. Genauso wie die schönen clickbating Titel.
    • Rockatansky
      Wenn die Handlung egal ist, kann ja auch Michael Bay die nächste Trilogie inszenieren...
    • Assemble
      Matrix ist (!) eine Trilogie und erhält zeitnah einen weiteren Film, welcher auf den Vorgängern aufbaut. Indiana Jones hat 4 (!) Filme.
    • Hans H.
      Die Handlung ist also egal. Bei einem Film mit 8 Vorgängern. Wow! Muss ja echt ein Meilenstein sein, der Streifen ! Ich kann ihn von Tag zu Tag mehr erwarten.
    • BLSwagger
      Wäre dieser Artikel zu irgendeinem anderen Film erschienen, wäre dieser Tumult hier nicht passiert ... wie hat es Star Wars geschafft in sämtlichen Foren der Welt so einen Hass zu erzeugen? :D Das letzte Mal, dass ich so richtig enttäuscht und fast wütend wegen einem Film war, war Harry Potter 5 ... und selbst da hätte ich mir es nie vorstellen können, so zu ranten.
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