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    "New Mutants": Vom Unglück verfolgter Marvel-Horrorfilm kommt doch!
    Von Martin Ramm — 03.01.2020 um 10:39
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    „X-Men: New Mutants“ hat einen langen Leidensweg hinter sich. Doch der Film soll nun endlich in die Kinos und nicht etwa zu einem Streaming-Dienst kommen – und zwar in der Originalversion von Regisseur Josh Boone, also als Horrorfilm.

    20th Century Fox

    Eine Nachricht, die man in der Form nicht (mehr) erwartet hätte… und die man vielleicht auch noch gar nicht zu glauben wagt: Die Comic-Verfilmung „New Mutants“ soll (diesmal wirklich!) in die Kinos kommen. Und zwar in der ursprünglich gedrehten Fassung des Films. Das bestätigte nun Regisseur Josh Boone via Instagram.

    Ein Screenshot der Instagram-Konversation

    Wieso die Meldung so überraschend kommt, dass man sie kaum glauben will, dazu nach dem folgenden Absatz mehr.

    Darum geht’s in "New Mutants"

    Die Teenager Magik (Anya Taylor-Joy), Wolfsbane (Maisie Williams), Sunspot (Henry Zaga), Dani Moonstar (Blu Hunt) und Cannonball (Charlie Heaton) landen in einem Krankenhaus. Doch der vermeintliche Ort der Genesung entpuppt sich als Gefängnis, in welchem Wissenschaftler versuchen, den Superkräften, die in den Teens schlummern, auf den Grund zu gehen. Die fünf müssen ihre Kräfte zu kontrollieren lernen, um der geheimen Einrichtung zu entfliehen.

    Die unglaubliche Odyssee eines verfluchten Films

    Als Regisseur Josh Boone („Das Schicksal ist ein mieser Veräter“) von 20th Century Fox mit der Aufgabe betraut wurde, den Marvel-Comic „New Mutants“ zu verfilmen, schrieben wir das Jahr 2015. Bekommen hat er den Job, weil er mit seinem Busenfreund Knate Lee die Idee für eine Trilogie pitchte – und auch Bill Sienkiewicz, Vater der 1982 gestarteten Comic-Vorlage, gab höchst zufrieden seinen Segen für das Drehbuch.

    Als im Schatten des 2016er „Deadpool“-Erfolgs dann die Arbeiten beginnen sollten, wurde es turbulent. „X-Men“-Produzent Simon Kinberg hatte alle Hände voll mit dem Dreh von „Dark Phoenix“ zu tun, weshalb er Josh Boone nicht unterstützen konnte. Hinzu kam, dass Boones Drehbuch im Laufe der Produktion immer wieder abgeändert und teils die gesamte tonale Ausrichtung des Filmes beeinflusst werden sollte: Vom Superheldenfilm mit schwerem (Teen-)Horror-Einschlag hin zu einer stärkeren Young-Adult-Fantasy-Prägung.

    Als dann aber die Stephen-King-Adaption „Es“ ein Riesenhit wurde und der erste unheimliche „New Mutants“-Trailer großen Anklang fand, wurden Nachdrehs angeordnet, die den Film angeblich doch wieder gruseliger machen und so Boones urspünglicher Version näherbringen sollten. Doch aufgrund der vollen Terminpläne aller Beteiligten und einer offenbar desaströsen Kommunikationspolitik (selbst die Schauspieler gaben in Interviews an, nicht informiert zu sein) sind diese niemals zustande gekommen. Stattdessen lag der Film über Jahre hinweg einfach nur rum, während niemand wusste, was los war und irgendwann sogar Zweifel laut wurden, ob er denn überhaupt jemals erscheinen werde.

    Nun aber scheint endgültig klar: Der Film kommt in der damals gedrehten Form auf den Markt. Und zwar ins Kino und nicht, wie zwischenzeitlich angedeutet, zu einem Streaming-Dienst. Wie stark der Horror-Einschlag dann wirklich sein wird, bleibt nun abzuwarten. Denn inwieweit die ja stattgefunden habenden Drehbuchänderungen, welche sich auf den Dreh auswirkten, die von Boone eingangs konzipierte Version „verwässerten“, lässt sich nicht sagen. Zumindest, wenn man seinen Worten Glauben schenken mag, handelt es sich bei der Release-Fassung aber definitiv um eine, die seiner Version entsprichen soll.

    "X-Men"-Film oder nicht?

    Während all das geschah, wuchs „Dark Phoenix“ zu einem Flop sondergleichen heran und brachte das „X-Men“-Universum zu einem recht unrühmlichen Abschluss – keine Verbesserung für den Stand von „New Mutants“, der ja im selben Universum angesiedelt sein sollte. Die Hauptfiguren sind im Comic Absolventen von Professor Charles Francis Xaviers Mutantenakademie.

    Damals berichteten wir, dass der Entschluss gefasst wurde, sämtliche Bezüge zur „X-Men“-Welt zu kappen. Die Teenager sollen nicht wissen, dass sie Mutanten sind, sondern ganz einfach übernatürliche Kräfte haben. Der Grund dafür soll die theoretische Option gewesen sein, die Figuren so nachträglich noch ins Marvel Cinematic Universe überführen zu können. Wie genau hier nun aber der Stand ist, ist nicht klar.

    Einen neuen Trailer soll es übrigens in wenigen Tagen (6. Januar 2020) geben. Bill Sienkiewicz bekam bereits eine Vorfassung davon zu Gesicht und bezeichnete sie im Fatman on Batman-Podcast als „phänomenal“. Wir sind gespannt! Bis dahin noch einmal der alte Trailer:

     

    Nach wie vor gilt als offizieller Starttermin der 16. April 2020. Hoffen wir, dass der Leidensweg von „New Mutants“ damit ein Ende und das Warten sich gelohnt hat.

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    Kommentare
    • Andreas Huettner
      Und irgendwie passt es mit den New Mutants - in dem Fall vermutlich eher zufällig - auch wunderbar zu dem, was Feige gerade im MCU macht... er hat da nämlich ebenfalls still und heimlich einen Generationswechsel bei den Avengers eingeläutet. Oder warum glaubt ihr, dass Tony Starks Tochter - später mal Iron Heart - oder die Tochter von Ant Man & The Wasp - später mal The Stinger - genau so prominent gezeigt wurden, wie die junge Frau aus der später mal Kate Bishop - Archer - wird und warum jetzt im kommenden Black Widow Yelena Bolova - die spätere zweite Black Widow - präsentiert wird? Zusammen mit der Mrs. Marvel-Serie, She-Hulk und den Themen die spekulativ in Wanda/Vision behandelt werden, ergibt das für mich in ein paar Jahren ganz klar und deutlich die New Avengers.
    • CineTin
      Na dann hat das ganze Hin und Her am Ende vielleicht doch noch was Gutes.
    • WhiteNightFalcon
      Irgendwo vermute ich auch, dass der Film doch ins Kino kommt, so wie er ist, weil Feige noch keine konkreten Pläne hat, wie er die X-Men neu ins MCU integrieren wird.New Mutants soll halt dafür sorgen, dass die Marke X-Men bei den Zuschauern trotz dem Flop von Dark Phönix nicht ganz in Vergessenheit gerät, bis klar ist, wie sie im MCU auftauchen werden.
    • Erik B.
      Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Kevin Feige diesen Film nicht komplett aufgegeben hat und nun sehen möchte, wie er bei Publikum und Kritiker ankommt (sonst hätte man ihn auf Disney+ untergebracht). Sollten die Umstände geeignet sein, könnte man ihn nachträglich immer noch zum MCU umschulen (die wenigen Hinweise auf Fox wurden ja bereits entfernt)Du hast hier einen Coming-of-Age X-Men-Film mit Horror-Touch. Und dazu einen unverbrauchten und äußerst talentierten Cast (Maisie Williams, Charlie Heaton aus Stranger Things und Anya Taylor-Joy ist sowieso eine aufstrebende Schauspielerin). Die New Mutants Comics an sich bieten zudem viel Potential und passen ins Disney-Schema. Ich glaube so einen Film kann Feige nicht einfach so sausen lassen ohne es zumindest versucht zu haben.
    • Erik B.
      Laut Berichten gab es dieses Jahr zwei Testscreenings. In beiden hat New Mutants eine Zugstimmungsrate von 89% bzw. 91% erzielt (in etwa so gut wie Deadpool 2). Hinzu kommt, dass Simon Kinberg die Nachdrehs inszenieren sollte. Das ist der Regisseur von Dark Phoenix und derselbe Typ, der die Nachdrehs von Fantastic Four anberaumt hat.Ich glaube wegen diesen zwei Faktoren (Testscreenings kamen gut an und Kinberg hatte gerade zwei große Flops gelandet), hat man wohl bei Disney befürchtet, dass das Risiko einer verschlimmbesserung zu groß ist.
    • Martin Ramm
      Die Irritation ist nachvollziehbar - denn die Sachlage ist nicht ganz klar und widerspruchsfrei einsehbar. Damals wollte man erst weg vom und dann, weil ES durch die Decke ging, wieder hin zum Horror. Wie weit der Film einst durch die damaligen Drehbuchänderungen vom anfänglich intendierten Horror tatsächlich weggerückt ist, weiß man nicht; zumindest dann, wenn man den Äußerungen von Boon Glauben schenkt, der nun ja sagt, es bliebe beim gedrehten Stoff UND es sei sowohl seine Version als mit dem versprochenen Horror.Ich wollte im Artikel nicht zu sehr ins Detail, um die komplizierte Genese nicht noch undurchsichtiger zu machen, aber füge noch einen kleinen Passus an, um Verwirrung vorzubeugen, indem ich die Verwirrung betone.
    • Sentenza93
      Abgesehen von dem X-Men - Namen im Titel sah der erste Trailer aus wie jeder x-beliebige Teen-Horrorfilm. Originell ist/war was anderes.
    • Tobias D.
      Ich freue mich nach wie vor auf den Film. Einer meiner meisterwarteten Filme dieses Jahr.
    • WhiteNightFalcon
      Zumindest mein Interesse liegt hier inzwischen bei absolut 0.
    • Rockatansky
      Nichts was in den letzten Jahren im Vorfeld als phänomenal bezeichnet wurde, kam dem Adjektiv auch nur nahe. Und die Geschichte zu diesem Streifen hier lässt kaum was Gutes vermuten.
    • Mr. no oNe
      Versteh ich auch nicht. Wie es im Artikel steht, ist es nicht korrekt. Es hieß damals, dass die Erste Version nicht gut ankam. Es war zu wenig Horror. Die Nachdrehs sollten wie Du es schon schreibst mehr Horror bringen. Jetzt bin ich auch verwirrt.
    • CineTin
      Verstehe ich auch nicht ganz. Ich dachte die Nachdrehs waren angedacht, um aus 'The New Mutants' einen Horrorfilm zu machen.Finde es zwar gut, dass wohl doch der Originalfilm kommt, aber den hätte man auch schon vor zwei Jahren haben können und mit deutlich weniger negativer Presse.
    • Langnase
      Danke. Dann bin ich nicht der Einzige, der gerade etwas irritiert ist^^
    • Cirby
      Ach, damals hattet ihr vermutet, dass aufgrund der positiven Resonanz auf den ersten Trailer ein Horrorfilm erwartet wurde, was er nicht war und deshalb bei Nachdrehs mehr Horror einfließen sollte.
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