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    Von Scorsese, Spielberg und dem "Joker"-Regisseur: Netflix schnappt sich den nächsten Oscar-Kandidaten
    Von Björn Becher — 21.01.2020 um 18:20
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    Mit 24 Nominierungen prägt Netflix die Oscars 2020. Dass dies in Zukunft so bleibt, soll u. a. „Bernstein“ besorgen. Netflix schnappt sich nun Bradley Coopers Herzensprojekt mit hochkarätigen Namen im Hintergrund.

    Netflix

    Seit einiger Zeit will Bradley Cooper ein Biopic über den berühmten Komponisten Leonard Bernstein machen, dabei selbst Regie führen und die Hauptrolle spielen, nachdem er bereits am Drehbuch mitgeschrieben hat. Obwohl ihm sein Regiedebüt „A Star Is Born“ sogar das Vertrauen der Bernstein-Erben und die nötigen Musikrechte einbrachte, klappte die Realisierung von „Bernstein“ mit den klassischen Hollywood-Studios nicht.

    Doch während Paramount endgültig aussteigt, springt nun Netflix ein. Der Streamingdient bestätigte gegenüber Deadline, dass man den Film finanzieren wird. Geplant sei wie zuletzt auch bei „The Irishman“ ein umfangreicher Kinostart vor der Veröffentlichung auf der Streamingplattform, womit „Bernstein“ von Netflix direkt für die Oscar gepusht wird.

    2 Regie-Legenden und der "Joker"-Regisseur

    Der Streaminggigant arbeitet dabei einmal mehr mit Martin Scorsese zusammen, dessen „The Irishman“ jüngst auf den Weg gebracht wurde. Scorsese ist eine von zwei Produzentenlegenden, die Cooper unterstützen wollen, hinter „Bernstein“. Die zweite ist Steven Spielberg.

    Wie Scorsese plante auch der „Jurassic Park“-Regisseur lange Zeit, selbst bei „Bernstein“ Regie zu führen, nahm dann aber Abstand, als Coopers Begeisterung offensichtlich wurde und der „Hangover“-Star mit seinem Regie-Debüt „A Star Is Born“ auch sein Können bewies.

    Spielberg machte dafür ein Ende 2020 startendes „West Side Story“-Remake, in dem sich viel Musik von Leonard Bernstein finden wird. Doch nicht nur er und Scorsese werden den Regisseur und Schauspieler Cooper unterstützen. Dieser bringt nämlich mit dem Netflix-Deal zudem noch seinen Busenkumpel und Geschäftspartner Todd Phillips („Joker“) an Bord.

    Überraschende Kooperationen für "Bernstein"

    Damit sorgt „Bernstein“ übrigens auch gleich für zwei Zusammenarbeiten, die kürzlich noch eher unwahrscheinlich schienen. Zum einen arbeiten Scorsese und Phillips nun doch zusammen. Ursprünglich sollte Scorsese „Joker“ produzieren, doch dann nahm er kurzerhand und überraschend Abstand. Zuletzt deutete er nur an, dass ihn Phillips‘ stark an Scorseses Werk angelehnte Version nicht interessiere, er sich den Film deswegen nicht einmal angeschaut habe.

    Doch überraschender ist wohl, dass Spielberg nun mit seiner Firma Amblin einen Film für Netflix produziert. Gerade im Anschluss an die Oscars 2019 kritisierte der Filmemacher stark das Gebahren des Streaminggiganten rund um den bedeutendsten und bekanntesten Filmpreis der Welt. Denn die Oscars sind schließlich ein reiner Kinopreis, da die Netflix-Filme aber nur vorgeschobene Pseudo-Kino-Starts erhalten, eigentlich aber nur auf dem TV-Gerät geschaut werden, seien es laut Spielberg TV-Filme, die bei den entsprechenden Preisen (also den Emmys) mitmachen sollten.

    "Joker" rockt die Oscars 2020: Alle Nominierungen in der Übersicht

    Doch Spielbergs Kehrtwende steht scheinbar stellvertretend für die Branche, nachdem bei Netflix diese Kritik offensichtlich angekommen ist. Filmen wie „The Irishman“ aber auch „Marriage Story oder „Die zwei Päpste“ wurden Ende 2019 vor allem in Nordamerika aber auch in anderen Teilen der Welt schon deutlich größere Kinostarts beschert – und nicht einfach nur die Oscar-Voraussetzungen erfüllt.

    Und auch bei „Bernstein“ heißt es nun wie gesagt gleich in der Ankündigung, dass es eine „signifikante Kinoveröffentlichung“ vorab geben wird. Bereits in der jüngsten Ausgabe unseres Podcasts Leinwandliebe spekulieren wir deswegen, dass der bisherige Netflix-Malus bei den Oscars nun Geschichte sein könnte.

    Die Oscars im FILMSTARTS-Podcast Leinwandliebe

    In der aktuellen Folge unseres eigenen Podcasts Leinwandliebe geht es übrigens nicht nur um das Oscarrennen, sondern davor auch um den Kinofilm „1917“.

    Im Podcast Leinwandliebe spricht Moderator Sebastian Gerdshikow wöchentlich mit FILMSTARTS-Redakteuren über den großen Kinofilm der Woche und ein wichtiges Newsthema. Abonniert uns gerne in eurer Podcast-App. Falls wir euch gefallen, gebt uns Sterne und erzählt anderen von der Leinwandliebe. Feedback werdet ihr am besten unter leinwandliebe@filmstarts.de los.

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    Kommentare
    • Otacon5
      Bin ich der einzige der beim lesen des Namens direkt die stelle aus it's the end of the world as we know it im Kopf hat?
    • Marki Mork
      Gerade im Anschluss an die Oscars 2019 kritisierte der Filmemacher stark das Gebahren des Streaminggiganten rund um den bedeutendsten und bekanntesten Filmpreis der Welt.So weit ich mich erinnere, hat Spielberg nach diesem Bericht sehr schnell klar gestellt, dass seine Aussage falsch interpretiert und aus dem Kontext gerissen wurde. Also genau so, wie das halt heute in der Welt läuft: einer isst ne Banane und sagt Banane ist scheiße, und die Journalie ruft gleich in die Welt Herr D aus K will Bananen abschießen! ^^Spielberg und anderen wie Tarantino und Co geht es nur darum, dass sie befürchten dass das Kino stirbt. Damit haben sie zwar recht, das Kino wird aussterben. Das liegt aber nicht an Netflix, sondern daran dass die letzten 20 Jahre ein kontinuierlicher Abstieg der Qualität zu verzeichnen ist. Und die wenigen guten Filme, da bekommt man halt keine Mehrheit ins Kino die bereit ist pro Person zwischen 20 und 30 Euro an der Kasse zu lassen.Das war, und das sollte man immer vor Augen haben, noch nie so! Und schauen wir uns an, was die Studios aus guten Darstellern gemacht hat: verdrängt und gegen mehr Muskelberge eingetauscht, da sich ein Charakter Darsteller nur noch dann gut verkauft, wenn er auch zuschlägt und als One Man Army ein ganzes Land befreit. Einen Film wie CITIZEN KANE, oder WER DIE NACHTIGALL STÖRT wird heute wenn sie jetzt zum ersten Mal erscheinen würden, niemand im Kino anschauen.Die Branche sucht immer einen Schuldigen, genauso wie die Medien und die Politik. Entweder sind es Raubkopierer, dann illegale Downloads und jetzt Streaming Anbieter. Und selbst bei illegalen Downloads war die Story nach außen Humbug, denn im Gegenteil hatten etliche Filme deutlich mehr Zulauf, denen man kein großes Potenzial anrechnete. Und hier fand man heraus, dass die Leute durch illegale Downloads aufgrund Enttäuschten Kinobesuchen selektieren und dann entscheiden wow, den Film muss ich im Kino sehen. Auch darüber gabs den einen oder anderen Bericht, sehr interessant, da es auch die Musik Branche betrifft. Amazon hat das intelligenterweise in sein Prime System integriert.Ebenfalls darf man nicht vergessen, dass Spielberg eng mit u.a. dem APPLE Dienst zusammen arbeitet mit Amblin. Und die Nachricht kam im Sommer letzten Jahres.
    • F. Bates
      Von Scorsese, Spielberg und dem Joker-RegisseurWäre Todd Philipps nicht mit dabei, hätte es die News sicher gar nicht gegeben...
    • Tobias D.
      Die passendere Überschrift: Leonard Bernsteins Musik bringt verfeindete Lager zusammen
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