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    Trotz "Parasite"-Überraschung und Billie Eilish: Oscar-Zuschauerzahlen so schlecht wie noch nie
    Von Jan Felix Wuttig — 11.02.2020 um 11:05
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    Neben dem historischen Oscargewinn von „Parasite“ und einem gefühlvollen Auftritt von Pop-Ikone Billie Eilish gab es bei den Oscars 2020 einige erinnerungswürdige Momente – doch die US-Zuschauerzahlen waren noch nie so niedrig.

    2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. TM & © DC Comics / Niko Tavernise / The Jokers / Les Bookmakers / 2019 Twentieth Century Fox / Academy Of Motion Picture Arts And Sciences

    Bei den Oscars 2020 wurde historisches Neuland betreten: „Parasite“ von Bong Joon-ho gewann als erstes nicht-englischsprachiges Werk den Oscar für den besten Film – und heimste darüber hinaus mit insgesamt vier Oscars die meisten Awards ein. Doch die Aussicht auf diese geschichtsträchtige Auszeichnung konnte Filmbegeisterte in den USA offenbar ebenso wenig vor die Fernsehgeräte locken wie Auftritte von Musikgrößen wie Billie Eilish oder Eminem: Die Oscars 2020 erreichten in den USA nur eine Zuschauerzahl von 23,6 Millionen – so wenig wie nie zuvor. 

    Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Zahl laut Deadline noch bei 29,6 Millionen und damit ganze 20 Prozent über dem gegenwärtigen Wert – und selbst der vormalige historische Tiefpunkt von 26,5 Millionen Zuschauern war 2018 noch deutlich höher als jetzt. Die Zeiten, in denen die wichtigste Filmauszeichnung des Jahres oft das zweitmeistgesehene Event im US-TV nach dem Superbowl war (2004 schalteten etwa noch 43,5 Millionen Menschen ein), sind offenbar vorbei.

    Woher kommt die Oscar-Müdigkeit der Zuschauer?

    „Es war zu vorhersehbar, zu weiß und zu langweilig“, zitiert das Time Magazine Tom O’Neil, der mit seiner Seite Goldderby.com Berichterstattung zu diversen Award-Shows liefert. „Die einzige spannende Sache war der Preis für den besten Film, und der durchschnittliche Zuschauer hatte ‚Parasite‘ oder ‚1917‘ nicht gesehen, war also auch nicht mit dem Herzen dabei.“

    In der Tat könnte ein Grund für die Oscar-Müdigkeit das Fehlen großer Blockbuster in den Hauptkategorien sein. Von den Nominierten in der Kategorie „Bester Film“ knackte beispielsweise nur „Joker“ die Marke von weltweit über einer Milliarde US-Dollar Einspielergebnis – kein Vergleich zu den Jahren, in denen etwa „Titanic“ oder mit „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ der letzte Teil einer immens populären Fantasy-Trilogie nominiert waren (bei 43,5 Millionen bzw. 55,3 Millionen US-Zuschauern).

    Außerdem handelte es sich 2020 um die kürzeste Oscar-Saison aller Zeiten – bei erst spät erschienen Filmen wie „1917“ (US-Start: 25. Dezember 2019) hatten große Teile der US-Zuschauerschaft womöglich schlicht noch nicht die Zeit, sich eine Meinung zu bilden.

    Auch die anhaltende Kritik an fehlender Diversität bei den Oscars mag eine Rolle gespielt haben. Der „Oscars So White“-Eklat von 2015 hallt noch immer nach – und obgleich das Werk eines koreanischen Regisseurs als bester Film ausgezeichnet wurde, gab es an anderer Stelle doch sichtbare Lücken: Unter den Nominierten für die beste Regie befand sich etwa keine einzige Frau – obwohl nach Meinung vieler gerade Greta Gerwig („Little Women“) oder Marielle Heller („Der wunderbare Mr. Rogers“) den Preis verdient hätten.

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    Kommentare
    • Ortrun
      Kein Problem, jedem das seine und jedem seine Vorlieben. Aber was meinst Du mit Wenn so ein Käse den Oscar bekommen soll?Die Herr der Ringe Trilogie HAT 17 Oscars erhalten. 4 für Die Gefährten, 2 für Die zwei Türme und 11 für Die Rückkehr des Königs, unter anderem bester Film, beste Regie und bestes adaptiertes Drehbuch. Ich habe damals sehr gefeiert, als Spielberg beim letzten Umschlag sagte It's a clean sweep und damit feststand, dass auch die Königskategorie an Die Rückkehr des Königs geht. Zum allerersten Mal hat ein monumentaler Fantasyfilm von der Acadamy diese Anerkennung erhalten (11 Nominierungen und 11 mal gewonnen, und - wie ich finde - sehr zu Recht).Ich mag auch Comicverfilmungen, einschließlich Marvel-Filme, die ich auch regelmäßig im Kino sehe. Nur liegt mir Fantasy halt noch mehr am Herzen. Und ich kenne sehr viele Leute, denen das ähnlich geht und die 2004 die Oscarverleihung auch mit Spannung verfolgt haben, um Die Rückkehr des Königs gewinnen zu sehen.
    • Deliah C. Darhk
      Aber erst, wenn ich die Reste rausgeleckt habe. *lach*
    • FilmFan
      Das konsequente ignorieren der Filme die die Masse begeistert dürfte ein Grund sein. Aber hier steht ja vermeintlich Klasse vor Masse. Was ich als völligen Blödsinn betrachte. Schade das man die Zeit nicht zurück drehen kann um zu vergleichen. Hätte zu gern gewusst wäre RDJ als bester Hauptdarsteller, Avengers: Endgame als bester Film und beste visuelle Effekte usw nominiert. Die Quoten wären Explodiert.
    • FilmFan
      Wenn so ein Käse wie genannter den Oscar bekommen soll dann hätte ihn Avengers: Endgame tausendmal verdient. Wie ich diesen Fantasy-Scheiß Hasse. Ist aber nur meine Meinung. Also kein Grund böse zu sein :D.
    • FilmFan
      Ich schaue die Oscars des roten Teppich wegen. Alles andere erstickt seit Jahren in mehr oder weniger vorhersehbarer Langweile. Von der diesjährigen bester Film Überraschung abgesehen läuft ansonsten alles nach Schema F ab. Bestes Beispiel Joker. Lachhaft das hier der Preis als bester Darsteller vergeben wurde. Die Leistung eines RDJ aber bereits im Vorfeld komplett ignoriert. Dann die Präsentatoren. Jeder darf auf die Schnelle sagen was er gut und was er mies findet. Huuuh. Voll die Revolution. Das gravierende Ungleichgewicht männlein/weiblein ist ohnehin beschämend. Interessiert die Academy Null. Mich wundert der Rückgang nicht. Auch wenn ich den Oscar nach wie vor für die beste Show halte, Unterhaltung in dem Sinne ist sie seit Jahren nicht mehr. Wie gesagt, der rote Teppich. Und hier haben mir Scarlett Johansson und Brie Larson den Atem geraubt.
    • WhiteNightFalcon
      Die Scherben der Mojito-Flasche könnt ich wetten. 😊
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