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    Der erste Blockbuster im Handy-Format kommt: Visionärer Filmemacher macht Hochkant-Kino
    Von Björn Becher — 13.02.2020 um 17:31
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    „Wanted“-Regisseur Timur Bekmambetov hat schon viel mit Formaten experimentiert, nun hat er einen besonderen Clou im Sin: Er will den ersten Blockbuster im Hochkant-Format, also im Handy-Format, machen.

    Universal Pictures

    Das Kino verbinden wir längst mit breiten Bildern, mittlerweile sind die Fernseher (und viele Inhalte dort) deswegen auch breiter geworden. Doch auf dem Handy sieht das anders aus. Zwar kann man jedes moderne Smartphone drehen, doch am bequemsten sind die meisten ganz klassisch im Hochkant-Format zu halten. Und Video- und Bild-Dienste wie Instagram und TikTok, die eben genau das bedienen, schreiben Erfolgszahlen.

    Davon will die Filmindustrie schon lange etwas abhaben (zum Beispiel mit dem Streamingdienst Quibi, der extra auf Smartphone-Nutzer ausgerichtet ist), denn auch wenn es der Autor dieser Zeilen bei bestem Willen nicht verstehen kann, wird sogar Netflix von vielen Menschen auf dem Handy geschaut. Timur Bekmambetov will nun die Handy-Nutzer ganz gezielt ansprechen.

    Er kündigte den Kriegfilm „V2. Escape From Hell“ an, der auf einem Preview-Poster als „The First Vertical Film“ bezeichnet wird, also als erster Film in einem vertikalen Format oder wie es in Hollywood gleich einige titelten: als erster Blockbuster im Handy-Format.

    Das ist "V2. Escape From Hell"

    Der Begriff „Blockbuster“ fällt dabei, weil „V2. Escape From Hell“ keine kleine Produktion ist. Timur Bekmambetov plant die auf einer wahren Geschichte basierende Story um einen russischen Piloten, der während des Zweiten Weltkrieges einen Ausbruch aus einem deutschen Konzentrationslager mit Hilfe einer Flugzeugentführung unternimmt, als internationale Großproduktion.

    Deswegen sollen gleich zwei Versionen erstellt werden – eine für den russischen Markt und eine für den Rest der Welt. Letztere wird nicht nur in englischer Sprache umgesetzt, sondern soll auch alternative Szenen beinhalten, zum Beispiel mit einem Bombenangriff auf London beginnen. Das Budget beträgt zehn Millionen Dollar, was für eine europäische Produktion durchaus eine stattliche Summe ist.

    Die Dreharbeiten sollen bereits kommende Woche beginnen. Der Film bzw. die beiden Filmversionen sollen Anfang 2021 erscheinen.

    Timur Bekmambetov probiert gerne neue Formate

    Bekmambetov, der mit der „Wächter der Nacht“-Reihe seinen Durchbruch feierte, und in Hollywood unter anderem „Wanted“ (siehe Bild) und „Abraham Lincoln Vampirjäger“ inszenierte, probierte bereits in der Vergangenheit fleißig neue Formate aus. So produzierte er mehrere Filme, bei denen sich das ganze Geschehen nur auf Computer- und Smartphonebildschirmen abspielt - zum Beispiel „Searching“ und „Unknown User“ (beide kosteten maximal eine Millionen Dollar und wurden Hits an den Kinoassen).

    Ebenfalls von ihm produziert wurde der Actionfilm „Hardcore“, der bei Weitem nicht so erfolgreich in den Kinos lief, aber anschließend viele Fans fand. Hier ist das Geschehen aus der Perspektive des Protagonisten wie in einem Ego-Shooter dargestellt.

    Auch Erfahrung mit dem Hochkant-Format sammelte er bereits. Für Snapchat drehte er mit „Dead Of Night“ eine Zombie-Serie, deren erste Folge auch auf YouTube veröffentlicht wurde (aber natürlich auch nur richtig ihre Wirkung entfaltet, wenn man sie auf dem Handy schaut, also das richtige Format hat und nicht 2/3 des Bildschirms weiß bzw. schwarz bleiben):

     

    Roskino
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    Kommentare
    • Ortrun
      Amen!
    • Ortrun
      Also einen Monumentalfilm mit epischen Landschaftsaufnahmen kann ich mir beim besten Willen nicht im Hochformat vorstellen. Und auch kein Schauspielerensemble gemeinsam vor der Kamera wie z.B. bei Knives Out. Die Übersichtlichkeit einer Actionszene dürfte im Hochformat auch eher leiden.
    • Pantalaimon77
      Es scheint, dass die natürlichen Sehgewohnheiten sich seit dem regelmäßigen Gebrauch von Smartphones geändert haben. :DFür mich war es immer ein Zeichen medialer Inkompetenz, wenn ein Handynutzer seine Filmchen im Vertikalformat aufnahm. Man könnte denken, diese Leute hätten noch nie einen Kinofilm gesehen. Zumindest haben sie sich offensichtlich nie gefragt, WARUM Filme vorwiegend im Breitbildformat gedreht werden.Und jetzt kommt ein Profi-Filmemacher und dreht Filme für handytragende Filmanalphabeten. Sicher, als künstlerisches Experiment oder lukrative Marktidee könnte das funktionieren. Ich sehe darin zwar jetzt keine Bedrohung für die traditionelle Praxis des Filmemachens, hoffe aber trotzdem, dass es nur eine kurzzeitige Modeerscheinung ist, da ich es sehr schade fände, wenn ich irgendwann gezwungen wäre, einen wirklich sehenswerten Stoff in senkrechter Form anschauen zu müssen.
    • Marki Mork
      Wow. Das Hochformat. Also für jene die zu blöd sind ein Video richtig aufzunehmen.
    • Shiro
      Geil... ein KZ-Ausbruchsfilm, also historisch, für die aktuelle Handy-Generation, die keine Ahnung von Geschichte hat, bzw. denen Geschichte egal ist. Das ist wirklich ene Zielgruppengerechte Produktion.Man kann nur hoffen, dass diese visuelle Zumutung ein Riesenflopp wird.
    • S-Markt
      mir egal, ich leg mich dann im kino einfach auf die seite. ne im ersnt, wenn man wissen will ob ein youtuber ein pfosten ist, schaut man nach ob er hochkantfilme hat.
    • モノクマ
      Da ist man nun schon zu Kinefilm-Zeiten vom Standardformat des 35-mm-Films, das etwa 4:3 entspricht, auf Breitbildformate ausgewichen (entweder durch anamorphotische Verfahren oder durch Maskierung und damit nur teilweises Ausnutzen des Filmmaterials; sofern man nicht gerade auf 70- bzw. 65-mm-Film drehte), weil das breite Bild eher dem natürlichen Sichtfeld entspricht. Als man bei Fernsehern und PC-Monitoren auf 16:9 umstellte, wurde sogar groß mit jenem „natürlicheren Look“ geworben, gepaart mit dem Entfallen bzw. der Reduzierung der berüchtigten schwarzen Balken. Mit denselben Argumenten verkauft man 21:9-Fernseher (schon bevor es überhaupt dafür angepasste Blu-ray Discs zu kaufen gab) und „Gaming“-Monitore, deren noch größere Breite teilweise schon ins Absurde abdriftet.Und für jene breiten Leinwände und Bildschirme sollen jetzt Hochkant-Filme die große Revolution sein, weil etliche Idioten da draußen zu blöd sind, ihr Smartphone beim Filmen (und offensichtlich auch beim Schauen von Videos) zu drehen...„Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ – Albert Einstein
    • Klaus S aus S
      wer´s braucht ...
    • André McFly
      Film im Hochkantformat... damit ist die Erde endgültig zurück in den Händen der Affen. Ich verstehe bis heute nicht, warum der Großteil der Menschheit zu dumm ist, sein Handy wie eine Kamera zu halten, wenn er was filmt und noch weniger verstehe ich, warum Trailer und Clips usw heutzutage links und rechts beschnitten werden, weil man dem Publikum nicht mehr zutraut, dass sie ihr Handy schräg halten können... Einen Film in dem Format zu drehen ist der nächste Schritt der Verblödung... ich wünsche mir die Zeit zurück, an dem das Internet nicht auf Knopfdruck da war und das Einwählen für viele schon ein Problem darstellte...
    • Ortrun
      Meine Präferenz ist Leinwand, dann Fernseher, ggf. PC, wenn es nicht anders geht.Und hochkant? Bin gespannt, ob sich das für irgendeine Zielgruppe bewährt bzw. durchsetzt. Bei mir sicher nicht.
    • Deliah C. Darhk
      Filme brauchen Bewegungsfreiheit.Einen 'Blockbuster' auf dem Handy zu sehen kommt mir vor wie Eier aus der Legebatterie zu kaufen.Manche können vielleicht nicht anders, aber mein Ding wird das nicht. ^^
    • Dennis Beck
      Ich schaue Filme in allen Formaten. Von der Leinwand bis zum Handy (ja, ich bekenne mich schuldig). Aber diesen Trend, Filme ausschließlich für das Handy zu produzieren, finde ich bescheuert. Und dann auch noch hochkant.
    • Don Rumata
      Beknackter neuer Trend. Gibt's ja vereinzelt auch bei Musikvideos. Ne ne. Ich schaue keine Bewegtbilder auf Briefmarken, nicht mal auf Notebook oder PC, allenfalls kurze Clips.
    • greekfreak
      Ich bin zu alt und definitiv zu sehr sehbehindert für diesen Sch**ss.(meine Kurzsichtigkeit freut sich schon)
    • Sentenza93
      Findet vielleicht seine Abnehmer, aber ich bevorzuge immer noch einen normalen Bildschirm oder eine Leinwand.
    • Captain Schleckerhöschen
      Mäusekino im Hochkant Format? Nee danke.
    • Rockatansky
      Auch wenn ich hin und wieder Content auf dem Handy konsumiere (unterwegs oder bei beruflich bedingten Wartezeiten), bin ich hier mal beim Autor dieser Zeilen. Ich finde Filme/Serien auf dem Handy gucken schrecklich. Dann auch noch im Hochkantformat. Ich bekomme immer schon 'nen Anfall, wenn mir jemand ein hochkant gefilmtes Video schickt. Vielleicht bin ich schon eine Generation zu alt, aber warum sollte ich Filme auf einem Handy glotzen, wenn ich Zuhause einen unverschämt großen Fernseher habe? Kapier ich nicht.
    • Luthien's Ent
      juhu.
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