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    Begegnung mit einer Göttin in Badelatschen: FILMSTARTS am Set von "Wonder Woman 2"
    Von Julius Vietzen — 04.08.2020 um 18:00
    Aktualisiert am 19.08.2020 um 18:02
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    Wir waren im September 2018 am Set von „Wonder Woman 1984“ in London zu Gast und haben dort Wonder-Woman-Darstellerin Gal Gadot getroffen, mit Regisseurin Patty Jenkins gesprochen und die Filmemacher über die Handlung ausgequetscht.

    2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Clay Enos/ ™ & © DC Comics

    Eins gleich vorweg: Nein, man hat uns nicht verraten, wie genau Chris Pine nun eigentlich als Steve Trevor zurückkehrt. Und nein, wir wissen auch nicht, ob Pedro Pascal wirklich nur den skrupellosen Geschäftsmann Maxwell Lord spielt oder ob sich hinter seiner Figur nicht vielleicht doch noch etwas (oder jemand) Anderes verbirgt.

    Die zwei größten Geheimnisse von „Wonder Woman 1984“ (bitte bloß nicht als „Wonder Woman 2“ bezeichnen, wie uns Associate Producer Anna Obropta, die uns an diesem Tag übers Set führt, gleich zu Anfang eintrichtert) bleiben also weiterhin geheim. Aber das bedeutet nicht, dass sich unser Besuch am Set nicht trotzdem gelohnt hätte…

    London als Washington in den Achtzigern

    London zeigt sich an diesem Wochenende im September 2018 von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und gut gelaunte Menschen. Aber als wir ans Set von „Wonder Woman 1984“ kommen, ist es, als wären wir unterwegs in eine Zeitmaschine getreten: Aus London im 21. Jahrhundert ist auf einmal das Washington der Achtzigerjahre geworden.

    Mit großem Aufwand hat die Crew hier einen Teil des Londoner Finanzdistrikts in die amerikanische Hauptstadt verwandelt: Straßenlampen, Parkbäume, U-Bahnschilder, Gebäudenamen, Hydranten – bis auf den Asphalt unter unseren Füßen wurde so gut wie alles ausgetauscht und überklebt. Die 80er-Jahre-Autos am Set haben übrigens alle zwei Paar Nummernschilder, die in den Drehpausen ausgetauscht werden – offenbar dürfen sie auf den Londoner Straßen nicht einfach mit den falschen Plaketten herumstehen.

    Wir wollen die Achtziger feiern!

    Dazwischen laufen überall Statisten im feinsten 80er-Jahre-Zwirn herum: Vokuhilas, Schulterpolster und schrille Farben, wohin man auch blickt. Aber man wolle sich keinesfalls über die Achtziger lustig machen, wie uns Anna Obropta versichert: „Wir wollen diese Dekade feiern!“ Es war eine Dekade, in der sich die USA auf dem Höhepunkt ihrer Macht wähnte – und sich die Menschheit gleichzeitig von ihrer besten und ihrer schlechtesten Seite zeigte.

    Auch der erste Trailer versprach schon einen einzigartigen 80er-Look, der sich von „Stranger Things“ und anderen Filmen und Serien der aktuellen Achtziger-Nostalgie-Welle angenehm abhebt:

     

    Wonder Woman in Adiletten

    Wenig später kommt Gal Gadot gemeinsam mit ihrem Leinwandpartner Chris Pine zum Interview vorbei, nachdem ihre Szenen für den Tag abgedreht sind. Sie trägt ein locker sitzendes Business-Outfit, das aus dem Kleiderschrank eines Mannes stammt, in dessen Apartment sie ohne dessen Wissen wohnt, wie uns Kostümdesignerin Lindy Hemming (Oscar für „Topsy-Turvy“) später am Tag noch verrät.

    Und obwohl sie die High-Heels, die sie im Film trägt, in der Drehpause gegen Badelatschen ausgetauscht hat, sieht sie immer noch um einiges stilvoller aus als Pine, der als Steve Trevor diesmal fast den ganzen Film hindurch in Trainingsanzug mit Bauchtasche (übrigens eine Idee von Pine selbst) verbringen soll. Beide Outfits könnt ihr euch auch im Trailer ganz am Schluss anschauen.

    2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Clay Enos/ ™ & © DC Comics
    Chris Pine trägt in "Wonder Woman 1984" einen schicken Trainingsanzug.

    Doch Gal Gadot macht nicht nur trotz Adiletten eine gute Figur, sie zeigt sich im Interview auch als ebenso besonnene wie eloquente Gesprächspartnerin. Zum Beispiel, wenn sie philosophiert: „Ich glaube fest daran, dass jedes Dekade und jeder einzelne Tag ein Tag für Wonder Women ist, aber auch einer für Wonder Men. Wir sollten uns einfach selbst feiern und uns anständig verhalten, egal ob man ein Mann oder eine Frau oder was auch immer ist“, so Gadot auf die Frage, ob die 80er eine spezielle Dekade der Wonder Women gewesen sei.

    Wonder Woman hat etwas an sich, dass einen dazu bringt, an sich zu arbeiten.

    Nach dem Interview sitzen Gadot und Pine auf einer Parkbank ganz in unserer Nähe und unterhalten sich lebhaft mit Regisseurin Patty Jenkins. Es gehe wohl einfach darum, was sie zum Frühstück gegessen haben, vermutet Anna Obropta. Als wir später Patty Jenkins darauf ansprechen, stellt sich heraus, dass es doch nicht ganz so trivial war:

    „Auch wenn das vielleicht kitschig klingt: Wonder Woman hat etwas an sich, dass einen dazu bringt, an sich zu arbeiten, um ein besserer Mensch zu sein. Es waren also keine Regieanweisungen, sondern eher eine Diskussion, die in diese Richtung ging“, verrät uns die Regisseurin. Unsere Interviews mit den Stars und ihrer Regisseurin gibt es dann demnächst natürlich auch noch in voller Länge hier bei FILMSTARTS.

    2015 Warner Bros. Entertainment Inc., Ratpac-Dune Entertainment LLC and Ratpac Entertainment, LLC / Clay Enos
    Auch ein Bild von Clay Enos: Henry Cavill in "Batman V Superman: Dawn Of Justice"

    Zum Schluss gibt es für uns anwesenden Journalisten noch eine ganz besondere Ehre: Der mit lauter Kameras in verschiedenen Größen und mit verschieden langen Objektiven behangene Set-Fotograf Clay Enos hat zwischendurch schon mal vorbeigeschaut, um mit uns ein bisschen über Fotografie und Licht zu philosophieren.

    Dass der Mann sein Fach beherrscht, hat er nicht nur mit den bisher erschienen Szenenstills zu „Wonder Woman 1984“, sondern auch schon mit seiner Arbeit an weiteren DCEU-Filmen wie „Batman V Superman“ und „Justice League“ bewiesen. Und bevor wir an diesem schönen Septembertag zurück ins Hotel fahren, dürfen wir nochmal auf dem „Wonder Woman 84“-Set mit Retro-Telefonzelle und extra herbeigeschafften 80er-Statisten posieren.

    2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. / Clay Enos/ ™ & © DC Comics
    FILMSTARTS-Redakteur Julius Vietzen umringt von 80er-Statisten am Set von "Wonder Woman 1984", fotografiert von Clay Enos

    Aber worum geht’s denn jetzt in "Wonder Woman 2"?

    Natürlich sind wir trotz der Geheimniskrämerei nicht ganz ohne Informationen zur Handlung von „Wonder Woman 1984“ aus London zurückkehrt, auch wenn man uns – wie eingangs erwähnt – nichts Neues zu Steve Trevor und Maxwell Lord sagen wollte.

    Dafür können wir euch verraten, dass „Wonder Woman 1984“ mit einer Rückblende beginnt, bei der die junge Diana (wie schon in „Wonder Woman“ gespielt von Lilly Aspell) an einem Wettstreit der Amazonen teilnimmt – „American Ninja Warrior“ trifft Cirque du Soleil trifft Extremsport, wie es Anna Obropta auf den Punkt bringt. Auch von diesem Auftakt bietet der Trailer (etwa ab Minute 1:35) einen ersten Vorgeschmack.

    Bei dem Wettkampf soll Diana (und gleichzeitig auch das Publikum) eine wichtige Lektion fürs Leben lernen – eine Lektion, „die man mit sich herumträgt und die einem nicht mehr wichtig vorkommt, doch dann passiert etwas, das einen dazu zwingt, sich doch wieder damit auseinanderzusetzen“, wie Produzent Chuck Roven uns erklärt. Wir können also davon ausgehen, dass die Erlebnisse der jungen Diana bei den Amazonen-Spielen auch im späteren Verlauf von „Wonder Woman 1984“ noch einmal wichtig werden.

    2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.
    Wonder Woman schwingt sich durch eine 80er-Jahre-Mall.

    Nach einer Montage, die die Zeit zwischen den zu Zeiten des Ersten Weltkriegs angesiedelten Geschehnissen aus „Wonder Woman“ und den Achtzigern überbrücken soll, treffen wir im Jahr 1984 dann auf die erwachsene Diana, die zwar immer noch als Superheldin aktiv ist (etwa in einer aufwändig gestalteten Retro-Mall), aber nebenher ein einsames und zurückgezogenes Leben führt.

    Die Hauptstory setzt schließlich ein, als es Maxwell Lord (Pedro Pascal), dem Präsidenten einer halbseidenen Firma namens Black Gold Cooperative, auf mysteriöse Weise gelingt, die Träume der Menschen Wirklichkeit werden zu lassen. Eine der auf diese Weise Träumenden ist auch Dianas schüchterne Freundin Barbara Minerva (Kristen Wiig), die zuerst selbstbewusst und stark wird, dann aber über das Ziel hinausschießt und schließlich zur Geparden-Bösewichtin Cheetah mutiert…

    Um zu erfahren, wie es wirklich weitergeht, müssen wir alle (also selbst wir privilegierten Set-Besucher) wohl oder übel noch knapp zwei Monate warten – hier wird nämlich endlich mal nicht schon alles im Trailer verraten.

    "Wonder Woman 1984" beim DC FanDome

    Übrigens: Mehr zu „Wonder Woman 1984“ wird es schon auf dem DC FanDome am kommenden Wochenende geben. Auf der am 22. August 2020 stattfindenden virtuellen Fanmesse veranstalten Warner und DC Panels zu den großen kommenden DC-Filmen und natürlich darf dabei auch „Wonder Woman 1984“ nicht fehlen.

    Auf dem „WW84“-Panel werden Patty Jenkins, Gal Gadot, Chris Pine, Kristen Wiig und Pedro Pascal unter anderem Fan-Fragen beantworten und einen neuen Einblick in den DC-Film geben. Und außerdem wurden noch einige Überraschungen versprochen...

    „Wonder Woman 1984“ läuft nach aktuellem Stand ab dem 1. Oktober 2020 in den deutschen Kinos. Der Start könnte sich angesichts der nach wie vor ungewissen Corona-Lage aber auch nochmal verschieben.

    "Wonder Woman 1984": So sieht die Heldin als junges Mädchen bei Olympia aus!

    Hinweis: Dieser Artikel wurde um das Bild von Julius Vietzen am Set von „Wonder Woman 1984“ sowie einen Hinweis auf den DC FanDome ergänzt.

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    Kommentare
    • isom
      Superman hat die Ausrede, noch nicht geboren zu sein ;)
    • Don Rumata
      Wenn sie den zweiten Weltkrieg auch nur erwähnen würden müssten sie allerdings erklären, warum Diana nicht einfach den Führerbunker samt Gröfaz plattgemacht hat. Sie und natürlich auch Superman hätten das natürlich gekonnt. Mit Superhelden gehen Kriege anders aus, was ja in Watchmen thematisiert wird.
    • isom
      Würde aber eher gegen sie sprechen, na , das glaub ich nicht.
    • isom
      Vielleicht ist sie aus einem DC Äquivalent zum Adamantium und Vibranium von Marvel.
    • Don Rumata
      ok stimmt. Mal sehen wer ihr diese goldene Rüstung schmiedet. Die soll ja bestimmt mehr aushalten als Kevlar.
    • Don Rumata
      Vielleicht hat sie sich da nicht so engagiert, weil keiner der alten Götter hinter dem Krieg steckte, wie in WW1?
    • King Conan
      Als ob du sie verdient hättest.
    • King Conan
      Dummes Gelaber kommt meist nur von dir.
    • King Conan
      Und das sagt ausgerechnet das größte Kind auf der Seite hier.
    • FilmFan
      Zu ihr nicht. Eine tolle Frau. Die user hier nicht. Ein größtenteils unsäglicher Kindergarten.
    • FilmFan
      Ich weiß was Du meinst. Brauchen wir dennoch nicht.
    • FilmFan
      Hat sie bestimmt. Nur muss es nicht im Film erwähnt werden.
    • FilmFan
      Taschentuch gefälligst?
    • isom
      Das nicht, aber sie hätte ja ein ein paar Insassen befreien können.
    • isom
      Das meinte ich nicht.
    • isom
      Eh.
    • FilmFan
      Vielleicht hat sie ja viele Menschen gerettet und es wurde nie publik. Das Böse kommt und geht. Auch Superhelden kommen da an ihre Grenzen.
    • FilmFan
      Erwarte nicht zuviel von anderen was für uns auf der Hand liegt.
    • FilmFan
      Ich mag das auch nicht wenn sich Leute hinstellen und für alles ne ellenlange Erklärung benötigen, für Zusammenhänge die einfach auf der Hand liegen.
    • FilmFan
      Die Erklärung liegt doch auf der Hand. Sie konnte den Krieg auch nicht verhindern. Punkt.
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