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    "Narziss und Goldmund": Das Ende erklärt
    Von Julius Vietzen — 14.03.2020 um 16:00
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    Das Ende von „Narziss und Goldmund“ läuft zwar anders ab als in der Buchvorlage von Hermann Hesse, doch im Prinzip passiert dasselbe. Die Schluss-Einstellung ist allerdings durchaus rätselhaft. Was will Regisseur Stefan Ruzowitzky damit sagen?

    2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Das Ende von „Narziss und Goldmund“ unterscheidet sich in seiner Dramatisierung ziemlich stark von der Vorlage, obwohl im Prinzip mehr oder weniger dasselbe passiert: Goldmund (Jannis Niewöhner) ist in das Kloster Mariabronn zurückgekehrt und mit seinem Jugendfreund Narziss (Sabin Tambrea) wiedervereint.

    Narziss ist mittlerweile Abt geworden und hat bei Goldmund einen Altar für das Kloster in Auftrag gegeben, den dieser inspiriert von den Ereignissen, die er während seiner Abwesenheit erlebt hat, auch fertigstellt. Schlussendlich stirbt er jedoch in den Armen seines Freundes.

    Ein rätselhaftes Lächeln

    Bis dahin sind die Ereignisse nicht schwer nachzuvollziehen, doch die Bedeutung der allerletzten Einstellung von „Narziss und Goldmund“ ist weniger leicht verständlich: Narziss setzt sich auf den Boden, lehnt sich an einen Baumstamm hinter sich und langsam schleicht sich ein Lächeln auf sein Gesicht, während er in die Kamera schaut.

    Angesichts der Tatsache, dass er soeben seinen besten Freund Narziss (den er auch noch heimlich liebt) verloren hat, wirkt dieses Lächeln fast schon befremdlich. Was also ist der Sinn dahinter?

    Ein schwieriger Schluss

    Bei unserem Interview mit Stefan Ruzowitzky haben wir den „Narziss und Goldmund“-Regisseur auf die Bedeutung dieser letzten Szene angesprochen. Ruzowitzky erklärte, dass es lange Diskussionen darüber gegeben habe, was Narziss am Schluss machen soll.

    „Es gab Überlegungen, dass er das Kloster in der Schlusseinstellung verlässt oder dass er sich zu seiner Homosexualität bekennt“, so der Regisseur. „Aber das war alles zu viel und wir haben nach etwas gesucht, das alles offenlässt.“

    "Versprich mir, dass du glücklich wirst"

    Der Schlüssel sei dann ein Satz gewesen, den Goldmund  vorher zu Narziss gesagt hat: „Versprich mir, dass du glücklich wirst.“ Denn, wie Ruzowitzky weiter erklärte: „Dieser Baum ist außerhalb des Klosters und das bedeutet, dass im Prinzip alles möglich ist. Wir wissen nicht, welchen Weg er einschlagen wird, um glücklich zu werden, aber es ist alles eine Option.

    Das Lächeln sei einfach als Symbol dafür zu verstehen, dass er tatsächlich glücklich werden könne, so der Regisseur. „Es geht immer darum, die Hoffnung zu bewahren.“

    „Narziss und Goldmund“ läuft seit dem 12. März 2020 in den deutschen Kinos.

    Ist "Narziss und Goldmund" das "Game Of Thrones" der 30er Jahre? Stefan Ruzowitzky im Interview

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