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    Nach der "Black Widow"-Verschiebung: Gerät nun das komplette "Avengers"-Universum durcheinander?
    Von Julius Vietzen — 18.03.2020 um 11:15
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    „Black Widow“ wird nicht am 30. April 2020 in die Kinos kommen, sondern erst, wenn die Coronavirus-Pandemie vorbei ist. Doch dadurch gerät vermutlich der komplette Plan für das MCU durcheinander. Welche Möglichkeiten gibt es für Disney und Marvel?

    Marvel Studios 2019

    Jetzt hat es also auch das Marvel Cinematic Universe erwischt: Bislang sah es noch so aus, als wolle Disney nach Möglichkeit am Start von „Black Widow“ am 30. April (Deutschland) beziehungsweise 1. Mai 2020 (USA) festhalten, doch jetzt hat der Mäusekonzern die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie gezogen und den Kinostart auf unbestimmte Zeit verschoben.

    Doch Disney hat beim MCU nicht nur mit denselben Probleme wie alle anderen Studios und Verleiher zu kämpfen, also etwa enttäuschte Fans, verschwendete Werbeausgaben und fehlende Einnahmen. Hinzu kommt auch: Ausgerechnet die große Stärke des MCU, nämlich das zusammenhängende Erzähluniversum, könnte sich in diesen Zeiten als Achillesferse herausstellen.

    Das Problem mit dem MCU

    „Black Widow“ nimmt zwar eine ungewöhnliche Rolle im MCU ein, denn darin wird nicht etwa die Geschichte chronologisch weitererzählt (wie sonst üblich), noch ein großer Schritt weit zurück in die Vergangenheit gemacht, um eine neue Figur einzuführen (wie bei „Captain America“ oder „Captain Marvel“), sondern ein Mini-Schritt zurück unternommen, um eine Geschichte über eine – Achtung, Spoiler für „Avengers: Endgame – tote Figur zu erzählen.

    Doch das bedeutet wohl nicht, dass „Black Widow“ deswegen nicht wichtig für die weitere Zukunft des MCU ist. Wir sind uns sogar ziemlich sicher, dass Kevin Feige nicht nur MCU-Urgestein Scarlett Johansson eine Abschiedsvorstellung gönnen und endlich den zweiten Superheldinnenfilm des Franchise auf die Leinwand bringen will, sondern in „Black Widow“ durchaus den Grundstein für zukünftige Entwicklungen im MCU legen wird.

    Eine Quelle aus dem Umfeld von Marvel gibt gegenüber dem Branchenmagazin Variety zwar an, dass eine „Black Widow“-Verschiebung nichts an der MCU-Timeline ändern würde, doch das ist, wie auch Variety schreibt, eine ziemlich schwammige Aussage.

    Alles hängt zusammen

    So wurde in den Trailern bereits ein Auftritt von William Hurt als Thaddeus Ross verraten. Wird in „Black Widow“ bereits angedeutet, wie und warum Ross in der MCU-Serie „She-Hulk“ angeblich zum Red Hulk wird? Oder hängt sein Auftritt womöglich irgendwie mit „The Falcon And The Winter Soldier“ (nach aktuellem Stand ab August 2020 bei Disney+) zusammen?

    Auch bei den nächsten Kino-Projekten könnte es zu einem Durcheinander kommen, wenn „Black Widow“ nun nicht startet: Womöglich ist „The Eternals“ (startet bislang am 5. November 2020) ähnlich losgelöst vom restlichen MCU wie damals „Guardians Of The Galaxy“, aber womöglich eben auch nicht. Die Handlung spielt zumindest zu einem großen Teil auf der Erde, ein Auftritt von anderen bekannten Figuren wäre also durchaus drin, wenn nicht sogar notwendig.

    Und für einige Filme und Serien hat Kevin Feige sogar schon die starken Verknüpfungen bestätigt: „WandaVision“ (ab Dezember 2020 bei Disney+) soll so etwa den Weg für „Doctor Strange 2“ (startet am 6. Mai 2021) bereiten. Die Veröffentlichungsreihenfolge von „WandaVision“ und „Doctor Strange 2“ kann also nicht einfach vertauscht werden. Und vermutlich gilt das auch für das komplette restliche MCU, egal ob im Kino oder bei Disney+.

    Welche Optionen gibt es?

    Vermutlich bleiben den kreativen Köpfen um MCU-Mastermind Kevin Feige also diese drei Möglichkeiten:

    Die MCU-Macher könnten auf sämtliche Verknüpfungen verzichten und etwa alle Elemente aus „Black Widow“ herausschneiden, die für spätere Filme und Serien wichtig werden, und diese dann einfach später irgendwie unterbringen. Da diese Verknüpfungen aber die große Stärke des MCU sind, halten wir das für sehr unwahrscheinlich.

    Disney könnte sich entscheiden, „Black Widow“ auf Disney+ zu veröffentlichen (so wie es womöglich auch bei „X-Men: New Mutants“ passieren könnte), um so die Veröffentlichungsreihenfolge zu bewahren, doch das ist aus gleich zwei Gründen unwahrscheinlich:

    Disney wird nicht auf die Millioneneinnahmen mit „Black Widow“ verzichten wollen – und außerdem ist aufgrund der Coronavirus-Krise auch keineswegs garantiert, dass bereits abgedrehte Projekte wie „Eternals“ rechtzeitig fertiggestellt werden können oder kurz vor Ende der Dreharbeiten unterbrochene Projekte wie „Falcon & Winter Soldier“ bis August fertig sind (mal ganz abgesehen von dem ganzen Rest).

    Disney könnte die Reihenfolge so lassen, wie sie ist, und notfalls die komplette Phase 4 des MCU (oder wenigstens einzelne Titel) nach hinten verschieben. Das halten wir für die wahrscheinlichste Möglichkeit, denn es ist gut möglich, dass das etwa bei „Shang-Chi“ (Dreharbeiten aktuell unterbrochen, Kinostart 11. Februar 2021) oder „Doctor Strange 2“ (Dreharbeiten sollen im Mai beginnen) sowieso nötig wird.

    Im Juli 2021 folgt dann zwar schon „Spider-Man 3“, wo man sich mit Sony über eine Verschiebung einigen müsste, doch es wäre auch nicht das erste Mal, dass mehrere MCU-Film in kurzem Abstand in die Kinos kommen: Auch zwischen „Captain Marvel“ und „Avengers: Endgame“ lag nur ein guter Monat. Und wer weiß: Womöglich sind wir dann sowieso alle so heiß auf Kino, dass gar nicht genug Superheldenfilme starten können...

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