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    "Dune": Darum macht Denis Villeneuve aus einer männlichen Figur eine Frau
    Von Daniel Fabian — 18.04.2020 um 16:00
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    Dr. Liet Kynes wurde in sämtlichen „Dune“-Adaptionen bislang immer als weißer Mann dargestellt, nicht aber in der Neuverfilmung von Denis Villeneuve. Stattdessen schlüpft mit Sharon Duncan-Brewster nun eine schwarze Frau in die Rolle.

    2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

    In David Lynchs „Dune“ von 1984 sahen wir den kürzlich verstorbenen Max von Sydow in der Rolle des Dr. Liet Kynes, in der Mini-Serie „Dune – Der Wüstenplanet“ (2000) übernahm Karel Dobrý den Part – und auch der Liet Kynes im „Dune“-Computerspiel trug Bart. Sie alle waren Männer mit hellen Haaren, die Fans von Frank Herberts Science-Fiction-Klassiker seitdem wohl mit der Figur verbinden. Denis Villeneuve wird mit seinem Film hier allerdings aus der Reihe tanzen – und zwar ganz bewusst.

    In „Dune“, der am 17. Dezember 2020 in die Kinos kommen soll, werden wir nämlich erstmals keinen weißen Mann in der Rolle sehen, sondern Sharon Duncan-Brewster – eine afroamerikanische Darstellerin. Eine Entscheidung, die Regisseur Villeneuve ganz bewusst und gar nicht mal so überraschend traf.

    Typisch für Villeneuve: starke Frauenfiguren

    Wer die Filme des kanadischen Filmemachers kennt, weiß mittlerweile wohl um dessen Vorliebe für starke Frauenfiguren. Ob Ermittlerin Kate Macer (Emily Blunt) im Kartell-Thriller „Sicario“ oder Louise Banks (Amy Adams) im Sci-Fi-Drama „Arrival“ – Villeneuves Frauen stehen nicht selten über ihren männlichen Mitstreitern, denen sie selbst in Männerdomänen zeigen, wo’s lang geht.

    Auch wenn die vielleicht beeindruckendste Frauenrolle in einem Villeneuve-Film wohl vor seinem großen Durchbruch in Hollywood entstand, mit der tragischen Lebensgeschichte von Nawal Marwan (Lubna Azabal) in „Die Frau, die singt“.

    Und es hat seine Gründe, dass in „Dune“ nun eine einst männliche Figur zur Frau wird. „Denis hat mir den Mangel an weiblichen Figuren mitgeteilt – und er war immer sehr feministisch, Pro-Frauen und wollte die Rolle für eine Frau schreiben“, so die neue Dr. Liet Kynes, Duncan-Brewster im Gespräch mit Vanity Fair, die weiter fortfährt:

    „Diesem Menschen [Liet Kynes] gelingt es, den Frieden zwischen vielen Völkern zu wahren. Frauen sind sehr gut darin, warum kann Kynes also keine Frau sein? Warum sollte sie keine Frau sein?“

    Das ist Dr. Liet Kynes

    Dr. Liet Kynes ist Anführer der Fremen sowie planetarischer Ökologe des Wüstenplaneten Arrakis, der/die in die Fußstapfen seines/ihres Vaters tritt, um den Planeten mittels Terra-Forming lebensfreundlicher zu machen. In der Vorlage ist Kynes zudem der Vater von Chani (im Film: Zendaya, „Spider-Man: Far From Home“), die später zur Konkubine von Imperator Paul Atreides (Timothée Chalamet) wird.

    Auch darüber hinaus erwartet euch im neuen „Dune“ ein Staraufgebot der Extraklasse – von Aquaman-Darsteller Jason Momoa über Oscar Isaac („Star Wars 9“) und Josh Brolin („Sicario“) bis hin zu „Doctor Sleep“-Bösewichtin Rebecca Ferguson, sowie Oscar-Preisträger Javier Bardem, Dave Bautista, Charlotte Rampling und Stellan Skarsgård.

    "Dune": Das steckt hinter den Anzügen von Zendaya & Co.

    2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.
    Chalamet, Ferguson & Co: Das Staraufgebot in "Dune" ist beeindruckend
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    Kommentare
    • Bea
      Schade.... das hätte was werden können. Doch nun habe ich schon Zweifel ob das ein epischer Film werden kann.
    • John K.
      Die beiden Autoren hatten alle Figuren ,,unisex geschrieben und sie mit Nachnamen versehen, beim erneuten Umschreiben des Drehbuches mit Hilfe der Produzenten wurden die Namen geändert, hier tauchte auch zum ersten Mal Ripley auf. Erst beim Casting wurden den Figuren Geschlechter zugewiesen oder geändert .Sigourney Weaver setzte sich hier unter anderem gegen Meryl Streep und Veronica Cartwright (die Lambert im Film spielt) durch.Die Drehbuchautoren hofften auch das Klischee des ,,Final Girl in Horrorfilmen zu unterlaufen, ironischerweise war es trotzdem der Fall.
    • Rockatansky
      So wichtig ist es jetzt auch nicht...😉
    • Jimmy v
      Nagle mich bitte nicht darauf fest! :D Jetzt, wo du es sagst, bin ich mir auch völlig unsicher. Vielleicht habe ich mir auch was völlig Falsches eingeprägt...
    • Rockatansky
      Interessant, das höre ich nun auch zum ersten Mal. Naja, das ganze ist schon über 40 Jahre her. Vermutlich wissen es die Macher selber nicht mehr...
    • Jimmy v
      Ja, ich war mir da aber nie sicher, weil ich auch mal las, dass das mit dem Für-Mann-geschrieben letztlich so nicht ganz stimmt. Eher habe man für alle Figuren letztlich die gesehenen Charakteristika entwickelt, das Geschlecht aber immer offen gelassen.
    • Rockatansky
      Soweit ich weiss, wurde Ripley doch für einen Mann geschrieben...?
    • DER Dunkle Lord
      Ich fand auch den schwarzen Heimdall im MCU immer totaal passend XDMan stelle sich mal den Aufschrei des Entsetzens vor, wenn dieselben Leute einen Weißen als Black Panther gecastet hätten :-D
    • DER Dunkle Lord
      Tja, die einzige Gruppe, bei der es gesellschaftlich nicht bloß erlaubt, sondern auch noch ganz schick ist, dass sie stigmatisiert, beschimpft, diskriminiert und für alles Schlechte in der Welt verantwortlich gemacht wird, sind halt weiße Männer.Es lebe der Doppelstandard.Besonders absurd sind dabei diese White Knights, die meinen, sie müssten sich regelmäßig öffentlich anbiedern und permanent dafür entschuldigen, dass sie weiß und männlich sind.Ich habe übrigens viele Frauen und Ausländer in meinem Bekannten- und Freundeskreis, die mir da zustimmen :-D
    • Citizenpete
      Endlich wird Frank Herberts Dune von einem fähigen Regisseur, in einer passenden Zeit (Technik) und ordentlichem Budget verfilmt. Man freut sich bereits auf die Figuren, dann ändert der Regisseur Hautfarbe und Geschlecht von Figuren, damit es anders aussieht: Hey Sharon, Du spielst jetzt diesen weißen alten Kerl und Anführer der Fremen, damit wir da etwas Farbe und einen weiblichen Touch rein bekommen. Ich finde das verstörend.Zu den starken Frauen, die Villeneuve angeblich gerne porträtiert: Hat der Autor des Artikels Sicario tatsächlich gesehen und verstanden? Die Frau wird von vorne bis hinten belogen, hintergangen, missbraucht und als Köder verwendet. Villeneuve hat Enemy verfilmt. Enemy ist dabei die Frau, die im Roman wie im Film sinnbildlich als widerliche Spinne dargestellt wird. In Arrival hatte eine Frau die Hauptrolle, aber irgendwie herausragend stark ist die nun wirklich nicht. Dann hat bestimmt der eine oder andere noch die Vorwürfen bezüglich der weiblichen Rollen in Blade Runner 2049 im Kopf. Villeneuve ist sicher kein Cameron.Traut sich der Autor nicht oder bereitet es ihm lediglich Unbehagen, schlicht und einfach die News zu berichten, ohne dazu dieses Konstrukt dazu zu erfinden?
    • DER Dunkle Lord
      Eigentlich sollte man meinen, dass die meisten Leute auf all das, was du da richtigerweise schreibst, auch von selbst kommen müssten, wenn sie mal wirklich fünf Minuten länger nachdenken würden, über die Konsequenzen ihrer politischen Merkwürdigkeiten, die sie um jeden Preis in jede Geschichte reinballern müssen.Deren politische Agenda passt einfach nicht zum Inhalt vieler Geschichten, weshalb die Glaubwürdigkeit der Geschichten leidet. Und wenn Geschichten in sich selbst betrachtet unglaubwürdig wirken, wird die Illusion der Geschichte zerstört, weshalb die Geschichte in ihrer Fiktivität vollkommen ihren Reiz verliert.Das ist das Problem, wenn man kreativ so bankrott ist, dass man in Hollywood nur noch Remakes von bereits existierenden Geschichten macht, die dann entsprechend der zeitgeistigen politischen Vorstellungen umgestaltet werden. Es gibt dann einen nicht zu übersehenden Bruch. Und jeder, der nicht total ignorant ist, merkt das auch.Und diese ganzen Anfeindungen, dass wir Kritiker dieses Vorgehens alle möglichen ... -isten oder ... -ismen seien, wird schon mal dadurch ad absurdum geführt, dass WIR die tatsächlichen Fans der Original-Geschichten sind und dass WIR beispielsweise keinerlei Probleme mit Serien wie The Expanse haben, die von sich aus als Originale voller ECHTER Diversität sind.
    • DER Dunkle Lord
      Quantität ist nicht gleich Qualität! Solche Tests gehen völlig an der Realität und vor allen Dingen an der Kunst bzw. Filmkunst vorbei.Wie gut eine Geschichte ist, hängt nicht davon ab, wie viele Männer oder wie viele Frauen im Verhältnis zu einander darin mitspielen oder wieviel Dialog sie jeweils haben.Und Quoten sind schon bereits per Definition immer ein künstlicher Eingriff und eben NICHT eine natürliche Entfaltung der Handlung oder der tatsächlichen Lebensumstände.
    • DER Dunkle Lord
      Oh mein Gott! Man kann doch in einer FIKTIVEN Geschichte auf gaaar keinen Fall eine patriarchalische Kultur zeigen. Wir wollen doch nicht riskieren, dass die Twitter-Nutzerinnen mit bunten Haaren eine Micro-Aggression bekommen und auf einmal ganz traumatisiert sind, wenn sie diesen Film sehen (in den sie ohnehin nicht reingehen, weil's sie gar nicht wirklich interessiert).Ich meine.. Wir haben doch 2016... ach nee 2020.Sowas geht heute einfach nicht mehr greekfreak!
    • DER Dunkle Lord
      So ist es! Feminismus und insbesondere Dritte-Wellen-Feminismus ist eine pathologische politische Strömung, in der das Phänomen der passiven Aggressivität perfektioniert wurde.Die sind diejenigen, die der Reihe nach zwanghaft jede ursprünglich gute Geschichte verschlimmbessern müssen und ziehen von Franchise zu Franchise wie die Heuschrecken, ohne dass sie tatsächliches Interesse an dem Inhalt der Geschichte haben. Und wenn wir dann die Frechheit besitzen, sie nicht auch noch für ihre talentlosen und ausschließlich politisch motivierten Neu-Interpretationen älterer und besserer Geschichten zu beklatschen, sind wir natürlich die Bösen.Selbst schuld, wer sich diesen Schuh auch noch anzieht!
    • DER Dunkle Lord
      Du sagst es. Das ist genau das Problem dieser forced diversity.Diese seltsamen Aktivistinnen und Aktivisten, die permanent versuchen die reale Welt innerhalb von Fantasiegeschichten zu repräsentieren (was schon mal fragwürdig bei einer Fantasiegeschichte ist, die eben NICHT die reale Welt abbilden soll), versuchen eben noch nicht mal die reale Welt abzubilden, sondern ihre eigene Elfenbeinturm-Seifenblasen-Wunschvorstellung, wie die Welt sein sollte.Das ist übrigens auch der Grund, warum The Last Jedi nicht wirkt wie ein Star Wars Film, sondern wie ein Alumni-Treffen von Soziologie-Studenten mit ihren Professorinnen (Stichwort: Holdo, Rose, etc.)
    • DER Dunkle Lord
      Danke für diesen informativen Artikel.Dadurch, dass ich nun weiß, wes Geistes Kind der Regisseur dieser Neuverfilmung ist, kann ich für mich bereits jetzt schon entscheiden, dass ich keinerlei Interesse an diesem Film habe.Solange Hollywood seine Filme weiterhin mit politischer Propaganda füllt, anstatt interessante, tiefgründige, fantasievolle oder unterhaltsame Geschichten zu erzählen, kann ich diese Filmindustrie und ihre Produkte nicht länger ernst nehmen. Einfach nur noch peinlich und lächerlich das Ganze.
    • Jimmy v
      Ja, wie gesagt, Shakespeare ist ja ein so verzerrtes Ding, da ist das ok. Und sind nicht manche Figuren sowieso als exotisch angelegt wie auch Jago aus Othello? Zugegeben, ich kenne mich mit Shakespeare da nicht gut genug aus.Die Studie würde ich auf jeden Fall mal in einer öffentlichen Diskussion zu dem Thema benutzen. :) Ich musste immer mal daran denken, als sie im Radio über so eine Kulturveranstaltung berichtet haben, wo auf dem Podium die Theatermacherin immer wieder felsenfest vortrug die Gesellschaft akkurat abbilden zu wollen. Aber eben das ist ja nur teilweise überhaupt der Fall. Wenn man eben für Empowerment argumentieren will - was ja legitim ist - dann eben mit Argumenten, die empirisch auch unterfüttert sind.
    • Ortrun
      Es gibt Beispiele, wo es mich nicht so sehr stört Z.B. mag ich Denzel Washington in Viel Lärm um nichts als Don Pedro sehr gerne (obwohl der von Shakespeare sicher nicht als Mohr angelegt war). Das wirkt in dem Film irgendwie so entspannt und selbstverständlich, dass es für mich einfach passt (und ich sehe halt Denzel Washington sehr gerne). Auf Washingtons Macbeth-Darstellung bin ich auch sehr gespannt.Und bezüglich des zahlentechnischen Arguments ist es interessant zu wissen, dass es nicht nur gefühlt nicht passt, sondern dass dies sogar durch eine Studie bestätigt wurde.
    • Jimmy v
      Das sind halt verschiedene Denkschulen, die auf die Kulturszene übergreifen: Realismus vs. Empowerment.Ich bin der Meinung, dass niemandem damit geholfen ist, wenn man Hautfarbe ignoriert, insbesondere nicht in solchen Stoffen. Ich verstehe ja, dass man farbige Schauspieler so z.B. auch mal andere Rollen als üblich spielen lassen will. Aber es wirkt einfach so lächerlich.Mir missfallen die Begründungen der Kulturschaffenden, die sagen, im Sinne eines Empowerment wäre es wichtig, möglichst diverse Leute zu zeigen. Sie sagen, es gehe darum Gesellschaft adäquat abzubilden. Aber das ist ja schon zahlentechnisch falsch - teilweise jedenfalls. Für das britische Fernsehen gab es dazu neulich eine Studie, die klar darlegte, dass die in den Krimi- oder Dramaserien gezeigten Figurenkonstellationen definitiv NICHT mal ansatzweise realistisch sind. Da sind zu viele Homosexuelle und zu viele Farbige unterwegs. Bei der Anzahl von Frauen kann man das Argument übrigens gelten lassen, 50% der Weltbevölkerung und so.
    • greekfreak
      Der Gipfel der Peinlichkeit war diese von der BBC produzierte Troja Serie,mit schwarzen Achilles,olympischen Göttern die aus dem Nahen Osten kamen und haste nicht gesehen.Oder Guy Ritchie´s King Arthur,wo der Sir George ein chinesicher Kung Fu Meister war,der eine Shaolin Schule im mittelalterlichen Londinium hatte.
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