Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    "Keine Zeit zu sterben": So abgefahren hätte der neue Bond werden können
    Von Markus Trutt — 21.04.2020 um 10:06
    facebook Tweet

    „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben“ wird bekanntlich Daniel Craigs Abschiedsvorstellung als Agent mit der Lizenz zum Töten. Und die hätte laut Regisseur Cary Fukunaga was ganz Besonderes – vor allem aber besonders Abgefahrenes – werden können.

    Universal Pictures

    Eigentlich sollte schon seit Anfang April 2020 das 25. Bond-Kino-Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ in den Lichtspielhäusern laufen. Der fünfte und letzte Einsatz von Daniel Craig als ikonischer Doppel-Null-Agent war jedoch einer der ersten Filme, die wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden, sodass wir uns bis zum Craig-Abschied nun noch bis November 2020 gedulden müssen.

    In der Zwischenzeit kann man sich das Warten aber zumindest ein wenig mit den spannenden Hintergrundinfos überbrücken, die Regisseur und Co-Autor Cary Fukunaga („True Detective“) in verschiedenen Interviews mit der Welt teilt. In einem Gespräch mit dem Interview Magazine (das genau genommen schon vor der Verschiebung geführt, aber erst jetzt erschienen ist) enthüllte Fukunaga beispielsweise einen sehr gewagten, letztlich aber doch verworfenen Ansatz für „Bond 25“:

    Demnach sah eine frühere Idee des Regisseurs vor, dass sich „Keine Zeit zu sterben“ fast komplett in Bonds Kopf abgespielt hätte.

    Kritik an "Spectre"?

    „Ich hatte die Idee, dass der Film gänzlich im Versteck des Bösewichts aus dem letzten Film spielt“, führte Fukunaga seine abgefahrene Idee weiter aus. „Dort [in „Spectre“] gibt es eine Szene, in der eine Nadel in James Bonds Kopf eindringt, was ihn dazu bringen soll, alles zu vergessen – und dann entkommt er wie durch ein Wunder mithilfe einer Uhren-Bombe. Er und Léa [gemeint ist Madeleine-Swann-Darstellerin Léa Seydoux] jagen den Laden in die Luft und retten den Tag. Ich dachte mir: ‚Was, wenn jetzt alles bis zum Ende des zweiten Akts komplett in seinem Kopf wäre?‘“

    Zwischen den Zeilen lässt sich bei Fukunagas Aussagen durchaus auch etwas Kritik am vorherigen Bond-Einsatz „Spectre“ herauslesen, in dem der Agent und das „Bond-Girl“ aus ihrer aussichtslosen Lage im Finale dann doch recht einfach entkommen können. Indem er das alles in „Keine Zeit zu sterben“ zu einem Traum bzw. einer Vorstellung in Bonds Kopf gemacht hätte, hätte Fukunaga den „Spectre“-Showdown ein Stück weit revidiert.

    Wie die Netflix-Serie "Maniac"

    Es besteht kein Zweifel daran, dass „Keine Zeit zu sterben“ mit der Traum-Idee zu einem der wohl abgefahrensten Bond-Teile hätte werden können. Auf dem Papier erinnert Fukunagas Vorschlag gar an seine skurrile Netflix-Serie „Maniac“, in der sich Jonah Hill und Emma Stone mittels eines Medikaments in allerlei Traum-Welten in ihren Köpfen begeben.

    Wie die Serie zudem gezeigt hat, wäre das durchaus ein einfacher Weg gewesen, Bond noch einmal mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren und verschiedene Dinge aus den anderen Craig-Filmen erneut aufzugreifen, um ihn so alles aufarbeiten zu lassen und ihm einen allumfassenden Abschied zu spendieren. 

    Den "Bond"-Produzenten zu riskant?

    Ob die Idee allerdings nur in seinem Kopf herumgeisterte oder ob er sie tatsächlich auch den langjährigen Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson vorgeschlagen hat, gab Fukunaga nicht preis. Sollte jedoch tatsächlich Letzteres der Fall gewesen sein, wäre gut vorstellbar, dass dem Duo das Ganze zu abgedreht war. Bei all den Änderungen und Modernisierungen, die es bei ihrer Marke in den vergangenen Jahren gab, achten sie doch sehr darauf, dass die Filme im Kern noch immer „Bond“ bleiben.

    Ob „James Bond 007 - Keine Zeit zum Sterben“ trotzdem ein paar Überraschungen parat halten wird, wenn der britische Spion aus seinem selbstauferlegten Ruhestand zurückkehrt, um die Welt vor dem finsteren Safin (Rami Malek) zu retten, erfahren wir dann (hoffentlich) am 12. November 2020 in den Kinos.

    Statt dem neuen "James Bond" im Kino: Das sind die Alternativen auf Netflix, Amazon Prime Video & Co.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • mira sakera
      Keine Zeit zu sterbenHier habe ich es gesehen ➤➤➤ SRV2.PICKERMOVIE.XYZ
    • Don Rumata
      Auch das Flair der Zeit ist wunderbar eingefangen, und die weiblichen Hauptrollen sind sowohl taff, wie auch sexy.
    • Bond, James Bond
      Ja, sind die doch auch als Skyfall oder Spectre :-)
    • Bond, James Bond
      Yo, meinte ich ja auch, Zufälle gibt es immer, auch früher :-)Bond wird ja auch nie sofort getötet, wenn man ihn schon mal überrumpelt hat. Einen Indy erschießt man ja auch nicht sofort. Wo kämen wird denn sonst hin? :-DAber mir stößte es bei der Szene mit Severine extrem übel auf...denn so weit möglich und Bond zugegen ist, setzt er sich immer für die Damen (es sei denn Sie wollte nihn kurz vorher killen) ein. Aber hier macht er erst auf chancen- und wehrlos, nur um zwei Sekunden nach ihrem Tod, alle zu überrumpeln...und dann kommt der Heli...ne, was dämlich.
    • Bond, James Bond
      Und zum Beispiel ist deshalb auch die M:I-Reihe, zumindest seit der letzten Dekade, im Vergleich sehr viel besser. Das Finale von Rogue Nation, auch London, auch wird der Chef Bösewicht dingfest gemacht und nicht getötet, aber das alles wurde in Rogue Nation besser, spannender und sinnvoller umgesetzt.
    • Jimmy v
      Es ging hier doch aber nicht per se ums besser, sondern um geerdeter/realistischer.
    • Gravur51
      Eigentlich alles was nach der bohr szene kam (und davor) war schlecht. Er schiesst einmal auf ein rohr und die ganze institution fliegt in die luft. Wie in einem schlechten film *punintended* oder eben in nem traum.
    • Bond, James Bond
      Das ist es ja. Silva will Aufmerksamkeit und macht das komplette MI-6 lächerlich. Das gelingt ihm ja.
    • Bond, James Bond
      Neben den Dalton Bonds sehe ich es wie Sentenza: Liebesgrüße aus Moskau und In tödlicher Mission, definitiv.Aber selbst Filme wie Goldfinger, Feuerball, Leben und sterben lassen oder Im Angesicht des Todes sind in Sachen Planung des Bösewichts, Handlung aller Beteiligten besser als die Craig Filme. Und ein Octopussy war auch nah dran an der weltpolitischen Lage und gar nicht so abwegig.
    • Bond, James Bond
      Konservativ? Ja und Nein. In beiden Fällen. Einen meiner besten Kumpels gefallen in beiden Fällen die alten und die neuen Sachen. Den zweten besten Kumpel gefallen eher die straighten Bondfilme mit Connery, Moore und Dalton, allerdings auch weil er Craig nicht für einen passenden Bond hält (bei Brosnan moniert er die Drehbücher, Dialoge). Bei Star Wars mag er fast alles, außer Ep. I, VIII und IX (Mandalorian findet er wieder super).Also gibt es da schon mal kein Muster.Mir gefallen alle Bondfilme, selbst mit Diamantenfieber, Ein Quantum Trost und Stirb an einem anderen Tag kann ich meinen Frieden schließen. Nur tendiere ich auch eher zu Connery und Moore, weil ich die beiden halt für die besten halte und mir auch ihre Filme am meisten Spaß machen. Die beiden Daltons und den Lazenby Film kann man dazu zählen, nur stufe ich die als Darsteller schon klar hinter Connery und Moore.Obwohl ich schon glaube, das im Star Wars Fandom Konservative sitzen. Dazu würde ich aber statt Bond noch eher den Star Trek Fandom zählen ;-)Bei Bond aber bestimmt nicht.
    • WhiteNightFalcon
      Schwer zu erklären. Im Prinzip mag ich die Filme, die am ehesten mit der typischen Formel brachen, wie den 1969er, den 1989er und 2006er Film. Die hatten was Eigenständiges, waren aber immernoch als Bond-Filme erkennbar. Was ich aber ganz unterhaltsam fände, würde man zb über ne TV-Serie mal was Innovatives bringen. Mit nem 200 Mio. Dollar Film fürs Kino ist die Möglichkeit für Experimente dann doch begrenzt.
    • Sentenza93
      Bei denen passte das Ironische und das Hirnverbrannte. Die haben das durchgezogen. Da fiel das nicht so ins Gewicht.Bei den Craig-Bonds wirken die dämlichen Szenen halt doppelt dämlich, weil es eben nicht zu der versuchten Pseudotiefe passt. Und auch die absoluten Zufälle und dummen Ideen bei den Plots/den Figuren.Das ist ungefähr so als würde Dr. Evil in den Austin Powers - Filmen plötzlich todernst eine Rede wie Charlie Chaplin am Schluss von Der große Diktator halten.
    • Gravur51
      Ich fände das unglaublich dämlich. Ich konnte schon nicht mehr viel mit Kingsman mehr anfangen. Diese Zeit ist einfach vorbei für mich ^^
    • Gravur51
      Zuerst dachte ich „bescheuerte Idee“. Dann hab ich das mit dem Bohrer gelesen und denke, es wäre eigentlich eine clevere Idee, aus dieser sehr nutzlosen Szene aus Spectre doch noch Kapital zu schlagen.
    • Sentenza93
      Zugegeben, ich bin nicht wirklich so sehr ein Fan von McFarlane. American Dad und Family Guy zum Beispiel finde ich grauenhaft. Ich stimme South Park zu: Die werden definitiv von Seekühen geschrieben. 😉Bei The Orville allerdings war ich bezüglich McFarlane das erste Mal positiv überrascht. Die ist echt nicht schlecht.
    • greekfreak
      Bei dem Zeug,das Kurtzman,Chabon und ihre Dilletantentruppe da als Star Trek uns vortischen,kommt man mit dem facepalming nicht mehr hinterher.Wenn Seth McFarlane eine bessere Star Trek Serie mit The Orville produziert dann läuft da was verdammt falsch.Zur Erinnerung,das ist der Typ der einen Film gemacht hat,wo Marky Mark und sein sprechender Teddybär über Transen-P*rnos philosophieren!!
    • Sentenza93
      Deswegen schrieb ich ja noch Kurzfilm. Der zusammen mit der Staffel kam.
    • Don Rumata
      OSS 117, ja, die beiden Filme sind großartig.
    • Don Rumata
      Es gibt in Staffel 2 gar keinen weiblichen Captain. Burnham hat den Rang jedenfalls nicht.
    • Sentenza93
      Der Gipfel war mit Discovery in Staffel 2 erreicht bzw. einem Kurzfilm dazu. Wenn ein (weiblicher) Captain (!) vor einem Ausschuss als Begründung, warum ein Crewmitglied fast tot ist, bringt: He was an idiot., dann ist irgendwas falsch. Spaceballs kann ich ernster nehmen, als diesen Mist.Das ganze Benehmen von dem Captain...Wie kam die jemals zu diesem Rang?
    Kommentare anzeigen
    Back to Top