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    Nach über 25 Jahren: Tarantino enthüllt "Pulp Fiction"-Geheimnis
    Von Jan Felix Wuttig — 28.04.2020 um 13:30
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    In einer der denkwürdigsten Szenen von „Pulp Fiction“ hat der mysteriöse Sexsklave Hinkebein seinen Auftritt. Über ein Vierteljahrhundert nach Kinostart lüftete Quentin Tarantino nun das Geheimnis um die Figur.

    Miramax Films

    Die Folterkeller-Szene aus „Pulp Fiction“ dürfte sich vielen Filmfans ewig ins Gedächtnis eingebrannt haben: Boxer Butch (Bruce Willis) und Marsellus Wallace (Ving Rhames) werden von zwei brutalen Vergewaltigern gefangengenommen und begegnen in deren BDSM-Verlies dem von Kopf bis Fuß in Leder eingeschnürten Sexsklaven Hinkebein (engl. „The Gimp“, Stephen Hibbert). Dabei dürften sich viele Zuschauer gefragt haben, was es mit der mysteriösen Figur auf sich hat und wie zum Geier sie eigentlich in diesem Keller gelandet ist.

    26 Jahre nach „Pulp Fiction“-Kinostart erklärte Regisseur Quentin Tarantino nun Hinkebeins Hintergrundgeschichte – und ob er den Film überhaupt überlebt hat.

    Butch kann sich nämlich bekanntermaßen befreien und schlägt den Alarm schlagenden Lederknilch bewusstlos, der daraufhin an einer Kette von der Decke baumelt. „Das sieht man im Film nicht unbedingt, aber in meinem Kopf, als ich das Ganze schrieb, war Hinkebein da tot“, erklärte Tarantino, der für das Magazin Empire Fragen von Fans beantwortete. „Butch schlägt ihn k.o. und er wird gehängt, als er bewusstlos wird.“

    So weit, so final – doch wie geriet die Figur überhaupt in den Folterkeller?

    Miramax Films
    Fesselnde Begegnung: Butch (Bruce Willis) und Hinkebein (Stephen Hibbert).

    Wie kam Hinkebein in Zeds Folterkeller?

    Bei Hinkebeins Kerkermeistern und den Peinigern von Butch und Marsellus handelt es sich um den sadistischen Sicherheitsmann Zed (Peter Greene) und den Voyeur Maynard (Duane Whitaker). Viele Fans dürften sich gefragt haben, wie Hinkebein überhaupt seinen Weg in das Verlies der beiden Psychopathen fand – etwa, ob er wie die beiden Neuzugänge eingefangen wurde oder am Ende gar freiwillig den Untergebenen spielt.

    „In Sachen Hintergrundgeschichte war [Hinkebein] ein Anhalter oder so, den die beiden vor sieben Jahren aufgelesen haben“, gab der Regisseur an. „Und dann richteten sie ihn zum perfekten Opfer ab.“

    Das dürfte die Szene für einige noch düsterer und das Ende Hinkebeins noch etwas trauriger machen – aber dann wiederum geht es hier um einen Film, in dem transzendental philosophierende Profikiller, Uhren im Analkanal und Adrenalinspritzen direkt ins Herz nebeneinanderstehen. Was die einen abscheulich finden, ist für andere schlicht Kult.

    Wer jetzt mal wieder Lust auf den kultigen Cannes-Gewinner bekommen hat, kann „Pulp Fiction“ derzeit übrigens auf dem Filmtastic Channel (u. a. bei Amazon Prime Video*) schauen.

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Dem geht es überhaupt nicht um irgendeine nennenswerte Story. Und grandiose Figuren. Leider nein. Auf cool getrimmte Abziehbilder, so würde ich das oftmals eher nennen. Die einzige wirklich grandiose Figur, da stimme ich Dir zu, das ist Landa. Der war wirklich mal vielschichtig. Dafür hat der Film wieder beim Drehbuch große Probleme.Von seinem Schauspiel habe ich nie gesprochen. Da ist er zwar nicht wirklich gut drin, aber annehmbar. From Dusk Till Dawn war übrigens Rodiguez. ;) Und den halte ich für wesentlich kreativer, cooler und realistischer. Bzw. seine Filme und Figuren. Der hat zwar auch Schrott in seiner Vita, aber wenn er trifft, dann richtig. Und es ist nicht fast ausschließlich zusammengeklaut.Und die weiteren genannten Figuren...Cool? Auch da wieder, auf bemüht cool getrimmt.Und Hand auf's Herz, die Besetzung ist oftmals austauschbar. Ich kriege heute noch Lachkrämpfe, wenn ein Sam Jackson behauptet, dass er damals den Oscar verdient hätte. :D Ein Denzel Washington zum Beispiel in der Rolle, dann hätte man eventuell drüber reden können. Weil der es auch mit seinem Schauspiel immer schafft sich interessant zu machen. Und nicht alles nur von der Art der Figur kommt. In die Rolle von Jules hättest Du viele andere Leute reinstecken können, das wäre keinen Deut schlechter ausgefallen.Ich sagte nie, dass ich die Filme nicht mag, abgesehen von The Hateful Eight, aber über den Durchschnitt kommt für mich eigentlich fast keiner rüber.Das liegt eben an bemüht auf cool getrimmten Figuren, Dialogen oftmals zum Fremdschämen und ebenfalls auf weltbewegend getrimmt, obwohl die eigentlich nur Mist labern. Und nicht mal interessanten Mist. Oder realistischen Mist, wie es eben oftmals heißt.Auch die genannten Filme wieder, finde ich alle ok. Nicht mehr, nicht weniger.Und diese Aussage ist Schwachsinn. Weil ich den Stil eines (!) Regisseurs nicht abfeiere, als wäre es die zweite Wiederauferstehung Christi, liebe ich also das Kino nicht?Gerade weil ich es liebe, habe ich oftmals mit seinem Stil Probleme. Ein Mix aus Diebstahl in schlechter, und die oben genannten Punkte unter anderem.Das ist wie der Satz mit der Brücke. Ich springe auch nicht runter, nur weil es der Rest macht. ;)Und für Blind - und Taubheit anderer Leute kann ich nichts. ;P :D (Achtung, Ironie ;D) Und noch dementsprechend als Ergänzung, meine (!) Meinung, welche nicht zwingend vorausgesetzt ist für jeden.
    • Experte
      Tarantino geht es nicht nur um die Geschichte, sondern zeichnet grandiose Figuren! Sorry, aber allein Di Caprio als Sklavenhändler und Psychopath in Django Unchained war der absolute Kracher! Auch die Figur von Samuel L. Jackson als rassistischer Schwarzer oder Christoph Waltz als Hans Landa in Inglourious Basterds! Weltklasse! Wirklich einfach nur Weltklasse!Darüber hinaus war Tarantinos Spycho-Figur in From Dusk Till Dawn auch nicht von schlechten Eltern! Er hat damals sogar als Schauspieler eine richtig gute Figur gemacht. Uma Thurman als die Braut oder Lucy Lu als O-Ren Ishii in Kill Bill waren geniale Figuren. Auch die Nebenrollen waren mit Michael Madsen usw. super besetzt! Alles ultra-cool!!!Ganz ehrlich! Ist mir schleierhaft wie man Tarantino-Filme nicht mögen kann! Ja sie sind lang und man muss sich drauf einlassen! Doch als echter Cineast sollte das kein Problem sein! In jedem seiner Filme sind so viele geil groteske Szenen, gut geschriebene Figuren und grandiose Dialoge enthalten, die man einfach nicht vergisst. Darüber hinaus sind die Filme auch vom Sound-Design, Set, Ausstattung usw. handwerklich einfach top!Reservoir Dogs, Jackie Brown und Death Proof zählen jetzt nicht zu meinen absoluten Lieblingen, aber Tarantino hat meiner Meinung nach mindestens 4-5 richtig starke Filme abgeliefert, die in Richtung Meisterwerke gehen!Wer Tarantino nicht mag, hat das Medium Film nie geliebt^^.IMDB:Pulp Fiction: 8,9/10Django Unchained: 8,4/10Inglourious Basterds: 8,3/10Resevoir Dogs: 8,3/10Kill Bill 1: 8,1/10Kill Bill 2: 8,0/10The Hateful 8: 7,8/10Once Upon a Time in Hollywood: 7,7/10Jackie Brown: 7,5/10From Dusk Till Dawn: 7,2/10Death Proof: 7,0/10Seine Filme haben durch die Bank weg gute bis sehr gute Wertungen. Wie gesagt, deine Meinung gehört zur absoluten Minderheit!
    • Experte
      Sind ja so cool, so realistisch.--> habe ich noch nie gehört! Keine Ahnung was du für Leute kennst!Gründe Tarantino zu mögen sind eher: Man sieht zu wie sich die Geschichte des Films langsam aufbaut, die Atmosphäre sich verdichtet und wartet gespannt auf dem Moment, wann alles eskaliert und das Gemetzel losgeht! Denn diesen Moment gibt es in all seinen Filmen!
    • Sentenza93
      Nein, nicht meine. Das ist das Argument, welches Tarantino-Jünger immer wieder bringen. Sind ja so cool, so realistisch.Die Dialoge haben gerade mit letzterem, mit Realismus, nichts zu tun.Um mal leicht abgewandelt Der Schuh des Manitu zu zitieren: Das ist doch kein Schreibstil. Das ist Ohrquälerei. 😉
    • Experte
      Seit wann muss ein guter Film realistisch (deine Worte) sein? Dein Argument ist genauso banane! Du hast eben einen anderen Geschmack bzw. ne Anti-Einstellung dem Film gegenüber, die zur absoluten Minderheit gehört! Ist vollkommen in Ordnung, ändert trotzdem nichts daran, dass Pulp Fiction zu Recht in vielen Top-Listen auftaucht. Der Film ist grandios und hatten einen riesigen Impact, auch wenn du das nicht erkennen willst oder kannst ;)
    • Sentenza93
      Eine Erinnerung an Szenen und/oder Zitate ist kein großes Qualitätsmerkmal. Ich kann auch Troll 2 oder Plan 9 aus dem Weltall am laufenden Band zitieren. 😉Ok, in diese sehr tiefen Sphären fällt Pulp Fiction objektiv natürlich nicht, aber das ist ein eher schwacher Punkt.Also wenn zum Beispiel solche *ähem* Dialoge reichen, um als großartiger Film zu gelten, dann läuft irgendwas aber mächtig schief. Realistisch und cool? Dass ich nicht lache.
    • Experte
      Der Film besitzt so viele Szenen und Dialoge, die man auch 25 Jahre später nicht vergessen hat! Das passiert nicht ohne Grund. Und zu seiner Zeit war der Film einfach ein Kracher! Genau deshalb zählt der Film auch zu den besten Filmen aller Zeiten. Seine Skurrilität und Wirkung ist heute noch spürbar. Welche anderen Film-Zitate und Szenen wurden denn in den letzten 5-10 Jahren ähnlich oft erwähnt, als Meme verwendet oder haben sich in dieser Fülle in dein Gehirn gebrannt? Matrix, Herr der Ringe, Dark Knight? Da bleiben nicht so viele Filme übrig, finde ich.
    • Experte
      ...erklärte Tarantino, der für das Magazin Empire Fragen von Fans beantwortete.Tarantino ist dazu befragt worden und er hat geantwortet. Wo liegt nun dein Problem?
    • WhiteNightFalcon
      Ist es!
    • WhiteNightFalcon
      Locker 20 Jahre her, dass ich mir Pulp Fiction mal angesehen habe. Zumindest bei mir blieb da nix hängen. Auch nicht das Bedürfnis, mir den nochmal anzusehen.
    • YouTwoKaY
      Wer jetzt mal wieder Lust auf den kultigen Cannes-Gewinner bekommen hat, kann „Pulp Fiction“ derzeit übrigens auf dem Filmtastic Channel (u. a. bei Amazon Prime Video*) schauen.*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.Könnt ihr nicht einfach direkt nach Spenden fragen? Damit könntet ihr euch solche überflüssigen News sparen und man kommt sich als Leser weniger dumm vor, auf dämliche Clickbaits hereinzufallen. Macht euch dann in der Summe gleich doppelt sympathisch
    • Evil Cyano
      Ich finde es absolut berechtigt. Aber ist Geschmackssache
    • F. Bates
      Das Home Office ist in Hollywood angekommen ...
    • easylux
      Eine Found-Footage Spinoff Mini-Serie war zu Hinkebeins Geschichte mein Wunsch. Daraus wird jetzt wohl nichts mehr :(
    • Sentenza93
      Bei manchen Dialogen stellen sich mir persönlich die Nackenhaare auf.Allein wenn ein Ving Rhames nach seiner Befreiung, auf Bruce Willis' Frage, ob alles okay sei, dann erst mal ewig lang antwortet, dass nichts okay ist. Dass er weit weg von okay ist usw. Und allein wie er das auch alles sagt. Was er dann alles noch mit Zed und Kumpan machen wird auch noch. Wenn ich immer höre, dass Tarantino's Dialoge und die Figuren ja so realistisch, toll und cool wären...Ähm, ne. :D Das ist für mich eher repetitiv. Kann mir richtig gut vorstellen, wie ein Tarantino auf seine eigenen Drehbücher masturbiert. :D Und so viel ist geklaut und für mich in schlechter kopiert.Glaube mein Problem mit so einigen Tarantino-Dialogen und seinem generellen Stil lässt sich gut mit einem Zitat aus The Hateful Eight zusammenfassen: You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang.Nur nochmal zusammengefasst: Ich finde keinen seiner Filme wirklich schlecht, abgesehen vom erwähnten The Hateful Eight, aber vom Hocker gehauen hat mich auch noch kein einziger davon.
    • Rockatansky
      Ich finde den Film super und hab Ihn sicher auch schon 20 x gesehen aber ich weiss was Du meinst. Wenn der Film irgendwo in den Top 100 der besten Filme aller Zeiten auftaucht, ist das sicher berechtigt. Aber in den Top 20 hat er meiner Meinung nach nichts verloren. Ich denke, was Pulp Fiction vor allem ausmacht, ist vielleicht ehr der popkulturelle Einfluss, den der Streifen hatte. Dazu diese skurrilen Charaktere und absolut tolle Dialoge, die ständig irgendwo zitiert werden.
    • Rockatansky
      Hab ich mich schon immer gefragt, wo der Typ her kam. Hätte mir auch ein Spinoff von Ihm gewünscht oder zumindest Prequel, wo dann gezeigt wird wie und wo der Kerl aufgetrieben wurde. Natürlich nicht ohne zu erläutern wie sein Fetisch entwickelt wurde...Gott, geht mir dieses ständige zu Tode erklären Hollywoods auf den Sender.
    • Sentenza93
      Dachte auch, es kommt was zum Koffer.Irgendwie stirbt jedes mal so ein kleiner Teil in mir, wenn ich Pulp Fiction auf irgendeiner Bestenliste zwischen all den wirklich tollen Klassikern sehe. 😅Bevor mich wer grillt 😂, es ist kein schlechter Film, im Gegenteil, aber die Wertungen als bester Film der 90er, einer der besten Filme aller Zeiten, und ich meine Platz 5 in der IMDB, das muss ein Scherz sein.
    • isom
      Ach so, ich dachte sie erklären, was im Koffer war. Ich mag keine Mcguffins ;)
    • Eugen Gense
      der wird wirklich im deutschem als Hinkebein bezeichnet??.....ugh!...
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