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    "Snowpiercer"-Serie auf Netflix: Das steckt hinter dem Twist am Ende von Folge 1
    Von Daniel Fabian — 27.05.2020 um 15:11
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    Wer dachte, er würde die Geschichte von „Snowpiercer“ eh schon kennen, hat die Rechnung ohne die Macher von Netflix’ Serien-Adaption gemacht. Aber was bedeutet denn der große Twist am Ende der ersten Episode für die Zukunft der Serie?

    TNT / Netflix

    Achtung, es folgen Spoiler zur ersten Folge „Snowpiercer“ sowie zum „Snowpiercer“-Kinofilm (2013).

    Sieben Jahre hat Bong Joon-Hos „Snowpiercer“-Kinofilm gerade mal auf dem Buckel – und ist damit noch verhältnismäßig frisch in unserem Gedächtnis. Eine 1:1-Neuauflage braucht es also wirklich nicht. Das dachten sich wohl auch die Macher der gleichnamigen Netflix-Serie rund um Josh Friedman und Graeme Manson, die gleich die Auftaktfolge von „Snowpiercer“ mit einem Paukenschlag beenden.

    Während im Film nämlich Ed Harris als im Hintergrund die Fäden ziehender Arche-Schöpfer Mr. Wilford in Erscheinung tritt, entpuppt sich in der Serie dessen vermeintliche rechte Hand Melanie Cavill (Jennifer Connelly) als Herrscher über das Leben in dem 1001 Waggons langen Metallkoloss, der unaufhörlich um den Globus kreist. Aber was hat das denn nun zu bedeuten?

    Melanie Cavill: Mr. Wilfords Nachfolgerin

    Am Ende des Films, wenn sich Curtis (Chris Evans) schließlich vom Zugende bis zu Mr. Wilfords Abteil durchschlug, bietet ihm der Zugführer überraschend seine machtvolle Position an. In der Serie scheint es nun so, als hätte diese Machtübernahme bereits in der Vergangenheit stattgefunden – nur eben an Melanie Cavill, und zwar nicht gerade einvernehmlich. Möglicherweise war der echte Mr. Wilford ja zu alt oder sterbenskrank, um seine Funktion auszuüben, sodass ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin gefunden werden musste?

    TNT / Netflix
    "Snowpiercer": Melanie Cavill (Jennifer Connelly) birgt ein großes Geheimnis

    Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Cavill Wilford schlicht beseitigte, um in seine Fußstapfen zu treten. Graeme Manson verriet im Gespräch mit SyFy Wire jedenfalls, dass Cavills Charakterentwicklung in der Serie noch einige spannende Fragen beantworten wird – etwa, „wer sie wirklich ist“ und „warum sie den Zug gestohlen hat.“ Jennifer Connelly sagt dazu: „Ich finde, mit den Figuren – und zwar allen voran Melanie – ist man zu Beginn ganz wo anders als am Ende. Und ich glaube, die Leute werden ihr am Ende ganz anders gegenüberstehen.“

    Melanie Cavill hat das Kommando allem Anschein nach also an sich gerissen. Aber warum überhaupt? Und was geschah mit Mr. Wilford? Ist der vielleicht sogar noch am Leben und schmort in irgendeinem dunklen Kämmerchen im Zug vor sich hin? Die spannendste Frage von allen ist aber wohl …

    ... Wer ist Melanie Cavill?

    „Mr. Wilford“ scheint nämlich nicht bloß ein Synonym zu sein, unter dem die zwielichtige „Stimme des Zuges“ (auch die Durchsagen führt Cavill selbst durch) das Geschehen kontrolliert – es steckt mehr dahinter! Aber was?

    Ein Hinweis dürfte sich womöglich in Cavills Kleiderschrank befinden, aus dem sie in einer Szene ein Sweatshirt vom MIT hervorkramt – eine Elite-Universität, spezialisiert auf Technologie. Wenn sie also nicht Wilford selbst ist, dann zumindest jemand, die wohl nichtsdestotrotz das Know-How mitbringt, um das komplexe Gefährt am Laufen zu halten. War sie vielleicht Teil des Konstrukteure des Zuges? Hat sich das gegen den Genie Wilford aufgelehnt, ihn gar gestürzt? Und wenn ja, warum? Antworten auf diese Fragen bekommen wir hoffentlich im Laufe der ersten Staffel...

    Ein vielleicht noch wichtiges Detail

    Nicht ganz außer acht gelassen werden sollte zudem die Tatsache, dass „Snowpiercer“ sieben Jahre nach dem eisigen, globalen Kollaps spielt. Wir befinden uns also im Jahr 2021 – und nicht etwa wie im Film im Jahr 2031.

    Ist das nur eine kleine weitere Änderung, um sich vom Original abzuheben oder steckt womöglich mehr dahinter? Sollte die Serie nicht etwa nur Reboot, sondern gleichzeitig auch Prequel sein, würde das auf jeden Fall bedeuten, dass Mr. Wilford noch am Leben ist und sich seine Position vielleicht sogar wieder zurückholen wird. Was es damit auf sich hat, wird aber wohl erst die Zukunft zeigen. Und bis dahin genießt Melanie Cavill das Privileg, nicht nur am oberen Ende der Nahrungskette zu stehen, sondern gleichzeitig im gesamten Zug persönlich unbemerkt Informationen zu sammeln.

    "Snowpiercer": Die FILMSTARTS-Kritik zu den ersten 5 Folgen der Sci-Fi-Serie

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    Kommentare
    • lily
      Es gäbe soviele schlüssigere Lösungen :-)
    • Don Rumata
      Oder am Rande eines riesengroßen Schachts :-)
    • Don Rumata
      Ok, dann muss man nur zwischen Afrika und Brasilien über den Atlantik, aber auch das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber klar, die Erde ist zugefroren, was aber bestimmt nicht in ein paar Monaten geschehen ist. Und dann noch die Bauzeit des ganzen. Im Jahr 2200 angesiedelt würde ich die Story eher kaufen.
    • FilmFan
      Früher wurden Streber auf´m Schulhof vermöbelt ;)
    • lily
      Der Planet scheint ja komplett zugefroren also streckentechnisch würde der Blödsinn dann schon gehen ;) Aber wenn man in Südamerika beginnt, dann nach Mittel- und Nordamerika über die Beringstraße nach Asien dann Europa und über die Straße von Gibraltar nach Afrika hat man schon ne ganz schöne Weltreise hinter sich. Gut, Australien läßt man halt links liegen ;)
    • lily
      Hab mir gerade Folge 1 reingezogen und bis auf den vollkommen absurden Hintergrund kann man das schon relativ gut wegsehen. Logisch und plausibel ist das jedenfalls eher nicht und warum man die Story nicht in ein Hochhaus, wie im Film mit Hiddleston vor einiger Zeit, packen konnte kann man wohl nur nachvollziehen wenn man großer Eisenbahnfan ist, so wie ich halt.
    • Don Rumata
      Danke für die Infos. Dieser Mr. Wilson ließ eine Eisenbahnlinie über Atlantik und Pazifik bauen? Das erscheint mir doch arg absurd (und kaum machbar).
    • Don Rumata
      SciFi enthält das Wort Science. Science Fiction ist keine Fantasy, sondern hat wissenschaftliche Grundlagen.
    • Shiro
      Meine Güte... hat denn von den Machern niemand die Manga-Vorlage gelesen? Die war bereits im Kinofilm (der sehr geil ist) sehr sehr zusammengekürzt und verändert (allerdings nicht unbedingt zum Vorteil der Geschichte)... und jetzt will man sich zwar unbedingt vom Film emanzipieren (was ja auch okay ist), aber entfernt sich noch weiter von der Vorlage?Wirds dann am Ende noch eine happigeres Happy-End geben?!
    • FilmFan
      In Sci-Fi ist alles erlaubt. Warum so Fantasielos?
    • Defence
      Im Film wird es so erklärt, das die rasche Abkühlung der Erde Menschengemacht ist. Ein Konklumarat von, glaube 80 Staaten, hatte ein chemisches Kältemittel in die obere Atmosphäre sprühen lassen, um somit die globale Erderwärmung zu stoppen.Das ganze ging gewaltig schief und Folge war eine massive Eiszeit.Die Eisenbahntrasse gab es schon vor der Katastrophe. Mr.Wilson war ein exentrischer Milliardär, der schon seit seiner frühsten Kindheit eine ausgesprochene Liebe für Eisenbahnen hatte. Er ließ eine Eisenbahnlinie um die ganze Welt bauen, um mit dieser jährlich um die ganze Welt reisen zu können. Als die Eiszeit losbrach, wurde das ganze als Arche für die verbliebene Menschheit unter Zeitdruck umgewidmet.So zumindest meine Erinnerung und als kleine Erklärung, wie man das Storytechnisch erklären will.
    • Don Rumata
      Ich frage mich der ganzen Story ja, welchen Sinn es haben soll im Falle einer globalen Katastrophe Bahnschienen rund um die komplett zugefrorene Erde zu legen und darauf einen gigantischen Zug fahren zu lassen. Warum nicht unterirdisch ansiedeln, in einem ausgehöhlten Berg oder so?Im Übrigen kann das alles auch nicht 2031 spielen, weil das Zufrieren der Erde und der Bau einer 40.000 km Eisenbahntrasse ein paar Jährchen dauern dürfte.Immer diese Filme und Serien, die eine absurde Konstellation voraussetzen und dann damit spielen.
    • Robert
      Das es ein Prequel sein soll / kann, habe ich mir auch schon gedacht, weil es sich bis jetzt nicht wirklich wie ein Reboot anfühlt. Wünschen würde ich es mir, da die ersten beiden Folgen kein Highlight waren. Aber ich schaue trotzdem weiter, weil ich die Serie jetzt auch nicht schlecht finde.
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