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    Darum stieg Hollywood wirklich aus: Neue Rolle für Leonardo DiCaprio im nächsten Thriller von Martin Scorsese
    Von Björn Becher — 30.05.2020 um 07:56
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    Dass Martin Scorsese seinen Western-Thriller „Killers Of The Flower Moon“ nun gemeinsam mit Apple realisiert, sorgte für viel Aufsehen. Dass Hollywood-Studio Paramount kalte Füße bekam, lag wohl auch an einer ziemlich entscheidenden Planänderung.

    Sony Pictures

    Seit wenigen Tagen ist klar: Martin Scorsese macht seinen neuen Film „Killers Of The Flower Moon“ mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio nicht gemeinsam mit einem Hollywood-Studio, sondern stattdessen mit iPhone-Hersteller Apple. Trotzdem wird der Thriller mit Western-Anleihen vor der Auswertung auf dem Streamingdienst und neuen Netflix-Konkurrenten Apple TV+ auch im Kino laufen.

    Viel wurde darüber berichtet, warum das eigentlich produzierende Kinostudio Paramount kalte Füße bekam. Das hohe Produktionsbudget, was zwischen 180 und 200 Millionen Dollar liegen soll, war ein Grund. Doch zuletzt konnten wir berichten, dass auch kreative Differenzen eine Rolle spielen – und der Hollywood Reporter hat nun die genauen Hintergründe dazu, warum das alteingesessene Hollywood Abstand nahm.

    Neue Story für "Killers Of The Flower Moon"

    Vorbild für „Killers Of The Flower Moon“ ist eine reale Mordserie in Osage County, Oklahoma, Anfang der 1920er Jahre. Auf dem Land amerikanischer Ureinwohner wurden Ölvorkommen gefunden, die diese reich machten. Doch nach und nach kam es zu Todesfällen und immer mehr Öl-Rechte gingen in die Hand des reichen weißen Farmers William Hale (im Film gespielt von Robert De Niro) über.

    Leonardo DiCaprio sollte nun eigentlich einen Agenten des damals noch jungen FBI spielen, der gegen Hale ermittelt. Er sollte quasi der Held des Films sein. Doch Scorsese und sein Drehbuchautor Eric Roth bauten ihre Geschichte um. In einer nun überarbeiteten Version spielt DiCaprio statt des FBI-Agenten Tom White den Neffen von Hale, Ernest Burkhart, der zwischen der Liebe für seinen Onkel und dessen teuflischen Machenschaften hin- und hergerissen ist.

    Bei Paramount war man von dieser Änderung nicht begeistert, denn der Film sei nun deutlich schwieriger zu vermarkten, zumal es nicht nur darum geht, dass Leonardo DiCaprio nun keinen Helden mehr spielt, sondern dass der neue Schwerpunkt aus dem Thriller auch eher eine Charakterstudie mache. Schließlich tritt an die Stelle einer vermeintlich spannenden Verbrecherjagd, an die Geschichte eines Cops, der immer einen Schritt hinter dem Killer ist, den er schnappen will, nun das Hadern und die Zerrissenheit eines Mannes. Ein radikal anderer Ansatz.

    Paramount hoffte auf Umdenken

    Wie der Hollywood Reporter weiter berichtet, hoffte Paramount trotzdem bis zuletzt, dass Martin Scorsese „Killers Of The Flower Moon“ mit dem Kinostudio zusammen macht – selbst, als man ihm die Erlaubnis gab, das Projekt anderen Käufern anzubieten.

    Die Hoffnung von Paramount war, dass angesichts der Änderungen am Drehbuch, des massiven Budgets und Scorseses Vergangenheit, solche einfach zu überschreiten („Silence“ soll am Ende das doppelte der vereinbarten Summe gekostet haben, auch bei „The Irishman“ halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Netflix mehrfach Geld nachschießen musste, weil die Produktion immer teurer wurde), sich kein Käufer finden würde und Scorsese wieder zur ursprünglichen Idee für das Projekt zurückkehren würde.

    Doch Apple will auf dem Streamingmarkt angreifen – und scheint daher bereit, mächtig Geld auf den Tisch zu legen. Der iPhone-Hersteller finanziert dabei den Film nicht nur komplett, sondern ließ auch eine außergewöhnliche Vereinbarung zu. Obwohl Paramount raus ist, darf der Kino-Verleih „Killers Of The Flower Moon“ trotzdem weltweit auf die Leinwände bringen – und zwar mit null Risiko.

    Denn Paramount muss zwar die Kino-Werbekampagne bezahlen, bekommt dafür aber einen Anteil der Boxoffice-Einnahmen – und wird von Apple schadlos gehalten. Sollte „Killers Of The Flower Moon“ im Kino Paramount nicht die Werbekosten wieder einspielen, kommt Apple für diese Verluste auf.

    Die Buchvorlage zu „Killers Of The Flower Moon“, die in Deutschland den Titel „Das Verbrechen: Die Osage-Morde und das FBI. Ein True-Crime-Thriller“ trägt, kann übrigens unter anderem bei Amazon bestellt werden.*

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