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    "Inferno": So stark unterscheidet sich das Ende von Dan Browns Buchvorlage
    Von Julius Vietzen — 07.06.2020 um 14:30
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    Nach „The Da Vinci Code - Sakrileg“ und „Illuminati“ ist „Inferno“ die dritte Verfilmung eines Buches aus der Robert-Langdon-Reihe von Dan Brown. Allerdings entschärfen Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor David Koepp das Ende gehörig.

    Sony Pictures Releasing GmbH

    Achtung, dieser Text enthält natürlich Spoiler zum Buch und zum Film!

    Buch und Film sind zwei sehr unterschiedliche Medien, so dass es bei einer Adaption von einem Medium ins andere notwendigerweise zu Änderungen kommen muss. Auch in „Inferno“, der Verfilmung des vierten Bandes der Robert-Langdon-Reihe von Dan Brown, finden sich zahlreiche solche Änderungen.

    Hier werden etwa Figuren zusammengelegt (der von Omar Sy gespielte Christoph Bouchard übernimmt die Funktionen von Christoph Brüder und Jonathan Ferris aus dem Buch). Der große Twist – Sienna (Felicity Jones) ist eine Anhängerin von Bösewicht Zobrist (Ben Foster) – ist zwar prinzipiell derselbe, wird aber anders erzählt.

    Solche Änderungen lassen sich halt kaum vermeiden, wenn man dieselbe Geschichte mit filmischen Mitteln erzählen will, und sind sogar Anzeichen für eine gute Adaption, wenn sie denselben Effekt wie in der Vorlage hervorrufen.

    Doch da Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor David Koepp das Ende von „Inferno“ weichspülen, ist der Effekt hier deutlich anders als im Buch.

    So hart ist das Ende im Roman

    Man mag von Dan Brown und seinen von Cliffhangern und wilden Schnitzeljagden durch die Weltgeschichte nur so wimmelnden Büchern halten was man will, doch Browns Roman „Inferno“ endet tatsächlich auf einer überraschend düsteren Note:

    Im Buch stellt sich in der antiken Zisterne in Istanbul nämlich heraus, dass es längst zu spät ist, um Zobrists Plan zu verhindern:

    Das Virus wurde bereits vor einer Woche freigesetzt und hat die ganze Weltbevölkerung infiziert. Der erschütternde Effekt: Ein Drittel aller Menschen ist nun unfruchtbar.

    Zobrist hat seinen Kampf gegen die Überbevölkerung der Erde also gewonnen – allerdings nicht mit einem Killervirus, sondern mit ganz anderen Methoden als gedacht. Und Sienna wechselt noch einmal die Seite und will der WHO bei der Suche nach einem Antivirus helfen, wobei sich die WHO-Chefin Sinskey nicht mal sicher ist, ob ein Heilmittel überhaupt eine gute Idee ist.

    So weichgespült ist das Ende im Film

    Im Film sprengt sich Sienna hingegen in die Luft, um sicherzustellen, dass Zobrists Virus sich verteilt, was Sinskey (im Film gespielt von Sidse Babett Knudsen) allerdings in letzter Minute verhindern kann. Das Virus wird also nie freigesetzt.

    Nicht nur werden in der Verfilmung Sienna und Zobrist zu durch und durch grausamen Bösewichten und es fehlt der finale Twist, die Filmemacher ersetzen das ambivalente Ende der Buchvorlage auch mit einem klassischen Happy End, mit dem Robert Langdon (Tom Hanks) mal wieder den Fall geklärt und die Welt gerettet hat.

    „Inferno“ läuft heute um 20:15 Uhr auf RTL. Die Blu-ray gibt's für derzeit nur 8,99 Euro bei Amazon*.

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    Kommentare
    • Franco Walus
      Damit werden sich die ganzen Gates wohl nicht zufrieden geben.
    • Andreas S
      Kann mit dem Ende gut leben. Die Trilogie passt schon sehr gut und mit gefällt die Reihe heute noch, weil sie einfach so viele Dinge drinnen hat, die einfach nie langweilig werden. Außerdem macht man keine dumme Action, sondern führt gezielt zu einem Finale hin. Hoffe dass NBC keinen Rückzieher macht was die Bestellung einer Serie betrifft, denn Tom Hanks wird wohl nicht mehr Langdon machen.
    • isom
      Das Ende des Films ist eigentlich düsterer, weil der Status Quo aufrechterhalten wird, während das Buchende tatsächlich notwendigen Wandel impliziert, also eigentlich hoffnungsvoller ist.
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