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    "Tote Mädchen lügen nicht": Deswegen sind Fans über das Finale der 4. Staffel verärgert
    Von Jan Felix Wuttig — 08.06.2020 um 11:47
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    Die 4. Season des Netflix-Hits „Tote Mädchen lügen nicht“ wurde von Fans sehnlichst erwartet und erfreut sich großer Beliebtheit. Einige Anhänger sind wegen dem Schicksal einer bestimmten Figur allerdings ziemlich sauer.

    Netflix

    Achtung, Spoiler zur 4. Staffel „Tote Mädchen lügen nicht“!

    Fast ein ganzes Jahr mussten Fans von „Tote Mädchen lügen nicht“ auf die vierte und letzte Staffel des Serien-Hits über den Selbstmord der Schülerin Hannah (Katherine Langford) und die vielen anderen dramatischen Entwicklungen an Hannahs High School warten. Dem Twitter-Echo zufolge scheint sich das Warten für viele Fans gelohnt zu haben – aber nicht für alle:

    Einige Zuschauer zeigen sich über den plötzlichen AIDS-Tod der Figur Justin (Brandon Flynn) erbost. Sie werfen der Serie vor, eine schädliche Darstellung der Krankheit zu verbreiten.

    „Eure HIV/AIDS-Storyline mit Justin wäre eine tolle Gelegenheit gewesen, um zu zeigen, dass HIV/AIDS im 21. Jahrhundert kein Todesurteil sein muss“, schreibt ein Nutzer. „aber ihr musstet ja die Schockwirkung vorziehen.“

    Justin hat sich das HI-Virus offenbar durch seine lange Geschichte mit Drogen und Prostitution zugezogen. Am Ende der 4. Staffel bricht er unerwartet zusammen und stirbt schließlich zwei Tage später im Endstadium der Krankheit AIDS. Diese dramatische Zuspitzung steht für manche Fans allerdings im Kontrast zum aktuellen medizinischen Stand der HIV-Therapie, die den Patienten unter Umständen ein Leben bis ins hohe Alter ermöglichen kann:

    „Es gibt Behandlungen und Medikamente, die es ermöglichen, mit der Infektion zu leben. Ihr hättet das Bewusstsein dafür stärken können“, kritisiert eine Zuschauerin auf Twitter und ein anderer Nutzer schreibt: „Toll, dass ihr den HIV/AIDS-Diskurs 30 Jahre zurückgeworfen habt!“

    Suizid, sexueller Missbrauch, Drogen: nicht die erste Kontroverse

    Es ist nicht das erste Mal, dass „Tote Mädchen lügen nicht“ für seine Darstellung sensibler Themen wie Suizid, psychische Krankheiten oder nun HIV-Infektionen in der Diskussion steht – bereits etwa das Ende der ersten Staffel war in dieser Hinsicht kontrovers.

    Während die einen die Serie für ihren Mut in der Behandlung solcher Themen preisen, werfen andere ihr vor, mit der Darstellung des Selbstmords Nachahmungen begünstigen zu können oder die Wirkung von Depressionen herunterzuspielen.

    Viele der Kritiker befürchten, dass Jugendliche ein falsches Bild eines sensiblen Themas bekommen. Manche sprechen diesen Punkt nun auch in der gegenwärtigen Diskussion an:

    „Das Schöne an ‚Tote Mädchen lügen nicht‘ war, dass Menschen mit Selbstmordgedanken oder Opfer sexuellen Missbrauchs sich mit einer Sache identifizieren konnten“, so ein Kommentar. „Aber jetzt lernen Menschen, die sich auf solche Serien stützen, dass sie sich erst gar nicht mit HIV abmühen sollten, weil sie ja sowieso sterben werden.“

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    Kommentare
    • Robert
      Das ist ein dummes altes Klischee, Junkie=Aidskrank. Das wollte ich noch einwerfen, zu Aidskrank=Tod (nach kurzer Zeit). Nicht jeder Junkie steckt sich mit HIV an, und nicht jeder HIV Kranke hat eine kurze Lebensspanne. Abgesehen davon, war die letzte Staffel eh die schlechteste. Bin bei der Hälfte und ich hab schon keine Lust mehr.
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