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    Meisterwerk schnappt sich "Tenet"-Termin: Der vielleicht beste deutsche Film des Jahres kommt früher ins Kino
    Von Daniel Fabian — 17.06.2020 um 11:41
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    Am 16. Juli wurde ein Starttermin frei, nachdem Christopher Nolans „Tenet“ auf Ende des Monats verschoben wurde – und genau den schnappte sich nun „Berlin Alexanderplatz“. Das dreistündige Großstadt-Epos erscheint nun zwei Wochen früher als geplant.

    2019 Sommerhaus/eOne Germany (Foto:Wolfgang Ennenbach)

    Es geht hin und her für „Berlin Alexanderplatz“: Nachdem die Neuverfilmung von Regisseur Burhan Qurbani („Wir sind jung. Wir sind stark.“) auf der Berlinale 2020 ihre gefeierte Weltpremiere hatte, sollte der Film eigentlich schon relativ kurz darauf am 16. April anlaufen. Nach der Corona-bedingten Verschiebung auf den 30. Juli erwartet uns das dreistündige Hauptdstadt-Epos nun aber doch etwas früher – vorausgesetzt, es bleibt nun auch wirklich dabei.

    „Berlin Alexanderplatz“ kommt nun am 16. Juli 2020 in die deutschen Kinos.

    Damit rückt die Neuauflage des gleichnamigen Klassikers auf den ursprünglichen Termin von Christopher Nolans „Tenet“ auf, der eigentlich an diesem Tag anlaufen sollte und nun für den 30. Juli datiert ist.

     

    Darum geht’s in "Berlin Alexanderplatz"

    Francis (Welket Bungué) ist aus seiner Heimat Guinea-Bissau geflohen, um über den Mittelmeerweg nach Europa zu kommen, wo er sich ein neues, besseres Leben aufbauen will. Halbtot am Strand angespült, verspricht er sich und dem lieben Gott, von nun an ein guter Mensch zu sein – doch das ist als Flüchtling ohne Papiere leichter gesagt als getan.

    Francis landet schließlich in Berlin, wo er schon bald den zwielichtigen Reinhold (Albrecht Schuch) kennenlernt. Gewillt, sich von dessen kriminellen Machenschaften möglichst fernzuhalten, arbeitet er für ihn erst nur als Koch, der seine Dealer mit Essen beliefert. Doch Francis gerät immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt und Kriminalität, die ihn immer hoffnungsloser werden lassen. Auch seine neue Freundin, Escort-Dame Mieze (Jella Haase) scheint seinem endgültigen Untergang nichts entgegensetzen zu können...

    FILMSTARTS vergibt 4,5 Sterne

    Für uns war „Berlin Alexanderplatz“ eines der ganz großen Highlights bei der diesjährigen Berlinale. Basierend auf Alfred Döblins gleichnamigem Roman-Klassiker verfrachtet Burhan Qurbani die Geschichte ins Jetzt und Hier, macht aus dem Ex-Sträfling Franz Biberkopf, den wir auch aus Rainer Werner Fassbinders Mammut-Adaption von 1980 (derzeit bei Amazon Prime Video verfügbar*) kennen, den Flüchtling Francis – und erzählt eine Geschichte, die im Kern dennoch dieselbe ist. Eine Geschichte von der Suche nach dem eigenen Platz in einer Gesellschaft, die einem immer wieder Steine in den Weg legt.

    Mit seinen 183 Minuten Laufzeit, seiner wilden Inszenierung und zahllosen Themen, mit denen wir heutzutage auch regelmäßig in den Nachrichten konfrontiert werden, ist „Berlin Alexanderplatz“ ein Brett von einem Film – groß gedacht, berauschend inszeniert und mit dem Finger am Puls der Zeit.

    Wir trafen im Zuge der Berlinale übrigens die beiden Hauptdarsteller Welket Bungué und Jella Haase zum Interview, das ihr dann pünktlich zum Kinostart von „Berlin Alexanderplatz“ auf FILMSTARTS lesen könnt.

    Webedia GmbH
    Welket Bungué, Jella Haase und FILMSTARTS-Redakteur Daniel Fabian beim Interview in Berlin

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    Kommentare
    • Darklight ..
      Verständlich. Das ist die nur die natürliche Reaktion eines intelligenten Magens auf deutsche Durchschnittskost. Warte einen Moment... ich glaube, das waren noch ein paar Beutel von der letzten Greekfreak Bestellung am Lager...; )
    • HalJordan
      Absolut. Das sind solche Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Wie du schon richtig geschrieben hast, hat man das Gefühl, man wäre live mit dabei.Ich finde es auch bemerkenswert, was Herzog seinerzeit für einen Aufwand für Fitzcarraldo betrieben hat. Die Erschöpfung der einheimischen Bewohner war hautnah zu spüren, als diese das Schiff den Berg hoch transportierten. Apropos Werner Herzog: Ich mag auch seine Version von Nosferatu, gerade weil der Regie-Exzentriker möglichst detailgetreu arbeitet und ein unglaubliches Gespür für Atmosphäre hat. Abgesehen davon, war Kinski mal in einer für ihn eher zurückhaltenden Rolle zu sehen.Ich könnte k*tzen, was mit dem deutschen Kino passiert ist......
    • Darklight ..
      Oohhh... Danke. Schon mal ein guter Hinweis...: )
    • RonGee
      Stimme grundsätzlich zu, allerdings habe ich Berlin Alexanderplatz schon sehen können und für mich ist er der bisher beste Film 2020 und muss sich vor keiner Produktion aus den USA verstecken
    • Darklight ..
      Wenn ich da noch an die Qualität von DAS BOOT denke... Die Eröffnungssequenz ist so abgefahren derbe, glaubwürdig und realistisch, als wäre man live im zweiten Weltkrieg mit dabei... Aus heutiger Sicht unglaublich, daß es eine deutsche Produktion war. So perfekt sind nur noch ganz wenige deutsche Produktionen...
    • Darklight ..
      Ich habe mir ja Narziß und Goldmund im Kino angetan, aber muß leider sagen, der Film hat es einfach nicht drauf. Das deutsche Kino iss einfach weiterhin zu bemüht, nicht professionell genug und auch Schauspielerisch selten auf der Höhe mit den guten amerikanischen Produktionen.Eine Hesse Verfilmung hätte wenigstens das Niveau von Name der Rose haben oder halten müssen... Das ist aber nicht gelungen. Gar nicht...Leider.
    • HalJordan
      Sagen wir´s mal so. Wir haben es größtenteils nicht (mehr) drauf. Früher stand das deutsche Kino für Quailtät. Filme von Reiner Werner Fassbinder oder Werner Herzog konnten sich fast immer sehen lassen.Auf der anderen Seite ist das bei den momentanen Sehgewohnheiten der deutschen Kinobesucher kein Wunder, dass es Regieveteran Werner Herzog in die USA verschlagen hat.
    • Ortrun
      Bei aller Liebe zum (deutschen) Kino, aber ob ich nach der Corona-bedingten erzwungenen Kinoabstinenz mit einem Film anfangen werde, der sich - zumindest nach der Inhaltsbeschreibung - nach dem Unterhaltungswert einer Zahnwurzelbehandlung anfühlt? Dann doch eher etwas weniger episches, z. B. die perfekte Kandidatin oder Master Cheng, bevor es dann mit Mulan und Tenet an die schweren Geschütze geht.
    • Ortrun
      Ich musste glatt zweimal hinsehen, dachte zuerst, ich hätte falsch gelesen.
    • Jimmy v
      Eh, ein deutscher Film ist mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso immer schlechter als die Pendants aus anderen Ländern. Wir haben es einfach nicht drauf, was Filme angeht. ;)
    • Defence
      Bester deutscher Film (des Jahres) - ehrlich gesagt kein Kriteritum, was mich automatisch elektriziert, beeindruckt o. allzu neugierig macht...^^ Das sieht mit Nolan anders aus, dieser hat bei mir soviel Reputation durch sein schaffen erarbeitet, das Tenet ein Selbstläufer und Pflichttermin für mich ist, selbst wenn um die Handlung ein großes Geheimnis gemacht wird.Also soll Berlin... von mir aus den ursprünglichen Tenet Starttermin haben, ändert an meiner Priorisierung erstmal gar nichts.Das es eine Art Remake von Fassbinder/Neuinterpretation des Romans ist, macht es für mich nicht besser, im Gegenteil. Ich kann so absolut nichts mit Fassbinder und Co anfangen aus verschiedenen Gründen.
    • Cirby
      Also Bitte. Das Wort Epos ist hier völlig fehlplatziert.
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