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    "Game Of Thrones"-Star Kit Harington als King Arthur: Darum wurde die Trilogie nie gemacht
    Von Annemarie Havran — 04.07.2020 um 15:00
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    Es gab einmal Pläne für eine „König Arthur“-Trilogie mit Kit Harington und Joel Kinnaman – nicht nur „GoT“-Fans hätten das bestimmt gern gesehen. Letztlich wurde aber „King Arthur: Legend Of The Sword“ mit Charlie Hunnam draus. Was ist da passiert?

    HBO

    Ursprünglich sollte dieses Filmprojekt mit anderem Regisseur, anderer Prämisse und völlig anderem Cast kommen: Was am Ende zu Guy Ritchies Mittelalter-Actioner „King Arthur: Legend Of The Sword“ mit Charlie Hunnam und Jude Law wurde, war anfangs als Film-Vehikel für den frischgebackenen „Game Of Thrones“-Darsteller Kit Harington gedacht, war sogar als große „King Arthur“-Trilogie angelegt.

    Regisseur David Dobkin, dessen Komödie “Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga” vor kurzem bei Netflix gestartet ist, sollte damals Regie führen. Doch dann wurde das Projekt an so gut wie allen Fronten umbesetzt und auch inhaltlich in neue Bahnen gelenkt.

    Über acht Jahre später hat Dobkin nun im Interview mit Collider enthüllt, was damals die geplante „König Arthur“-Trilogie mit Kit Harington zum Scheitern brachte.

    Für seinen „King Arthur“-Film waren Kit Harington als Arthur und Joel Kinnaman („Suicide Squad“) als Sir Lancelot gesetzt, das Studio Warner Bros. hatte bereits grünes Licht erteilt für den Trilogie-Auftakt, in dem es insbesondere um die Freundschaft der Hauptfiguren gehen sollte.

    Harington sei für Regisseur Dobkin die perfekte Wahl gewesen – er habe Arthur beim Vorsprechen genau so verkörpert, wie er später auch als Jon Snow auftreten sollte. Als ehrenhaften Mann mit reinem Herzen, der jedwede Machtposition als Bürde denn als Gewinn empfindet: „Er sollte ein Jedermann-König-Arthur sein.“

    Harington und Joel Kinnaman waren das Problem

    Alles war bereit: die Darsteller standen fest, der Drehort in Ungarn war gefunden, Philippe Rousselot („Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“) sollte hinter der Kamera stehen. Warner hatte das Testmaterial mit Harington und Kinnaman gesichtet und die Dreharbeiten bewilligt – doch dann meldete sich einen Tag später die internationale Abteilung zu Wort:

    „Wir glauben nicht, dass wir den Film mit diesen zwei Kerlen verkaufen können.“

    Das Veto der internationalen Warner-Abteilung stoppte das Projekt kurz vor Drehstart, Dobkin sollte seine Hauptrollen umbesetzen. Kit Harington war zu diesem Zeitpunkt wohl schlicht noch nicht bekannt genug, weil „Game Of Thrones“ erst später zu einem globalen Hit werden sollte.

    Thunder Road Pictures
    Joel Kinnaman in "The Informer"

    Letztlich scheiterte der Film also an der angenommenen Nicht-Vermarktbarkeit seiner Hauptdarsteller. Solche Einblicke in die große Maschinerie Hollywoods, wo Entscheidungen eben oft anhand von Marketing-Strategien statt auf kreativer Ebene getroffen werden, sind immer wieder interessant – wobei dies natürlich nur Dobkins Version der Geschichte ist.

    Spitzen-Cast im Stile von "Batman Begins"

    Was immer auch den Verantwortlichen an Harington und Kinnaman nicht gefiel, der restliche Cast wäre spitzenmäßig gewesen. Dobkin hatte Gary Oldman als Merlin an Bord, wollte Marion Cottilard als Morgana und Liam Neeson als Galahad holen.

    Dabei orientierte sich Dobkin an dem Aufbau von „Batman Begins“: „Die ganze Idee dahinter war die Batman-Formel. Christian [Bale] steigt ganz am Anfang als Batman ein und ist von all diesen großen Schauspielern [Michael Caine, Morgan Freeman, ebenfalls Gary Oldman und Liam Neeson etc.] umgeben.“

    Guy Ritchie übernahm

    Doch bevor sich Dobkin der Neubesetzung widmen konnte, bekam er das Angebot für „Der Richter - Recht oder Ehre“ mit Robert Downey Jr. und wendete sich erst einmal diesem Projekt zu. Als er danach zu „King Arthur“ zurückkehren wollte, war das Drehbuch in der Zwischenzeit von Joby Harold komplett umgeschrieben worden.

    Zwar konnte Dobkin darin noch seine ursprünglichen Ideen für den Film identifizieren, doch die Richtung war nun ein völlig andere. Mit diesem Film, zu dem „King Arthur“ nun geworden war, konnte er sich nicht mehr identifizieren – für Guy Ritchie war es aber genau das Richtige, und somit wechselte das Projekt den Regisseur und wurde zu einem mittelalterlichen Fantasy-Spektakel: „King Arthur: Legend Of The Sword“.

    2017 WARNER BROS. ENT. INC.
    Djimon Hounsou und Charlie Hunnam in "King Arthur: Legend Of The Sword"

    Interessanterweise war genau dies zuvor auch schon bei der Spionage-Komödie „Codename U.N.C.L.E.“ passiert, die ursprünglich unter der Regie von Dobkin entstehen sollte. Dann aber wurde das Projekt von Ritchie übernommen, der es überarbeitet und anschließend auch inszenierte.

    Dobkin von Trilogie-Ansatz überzeugt

    Dass aus seiner Vision von „King Arthur“ nichts wurde, habe Dobkin das Herz gebrochen, wie er sich auch heute noch gut erinnert: „Ich habe dieses Drehbuch wirklich geliebt.“ Auch halte er noch heute daran fest, dass der Stoff am besten als Trilogie funktioniere, vor allem wenn man die Dreiecksgeschichte von Arthur, Lancelot und Guinevere erzählen wolle:

    „Man kann diese Geschichte nicht in einem Film erzählen. Man kann es einfach nicht.“

    Man müsse diese Geschichte, dass zuerst Arthur und Guinevere und dann sein bester Freund Lancelot und Guinevere ein Liebespaar sind, sehr vorsichtig und glaubhaft erzählen. Sonst würde man die Konflikte der Figuren nicht gut genug nachvollziehen können und sie plötzlich einfach nicht mehr mögen. Dieses Problem zu lösen, sei ihm mit seiner Variante der Geschichte als Trilogie aber gelungen, so der Filmemacher.

    Artus-Saga bei Netflix: Neue Serie "Cursed"

    Irgendwann könne sich Dobkin eine Rückkehr zu seiner epischen Artus-Saga vorstellen. Doch erst einmal bekommt die Geschichte um den schwertschwingenden Recken einen ganz neuen Anstrich bei Netflix: Denn in der Frank-Miller-Adaption „Cursed – Die Auserwählte “ ist es die junge Nimue („Tote Mädchen lügen nicht“-Star Katherine Langford), die die wahre Herrin von Excalibur ist.

    Die erste Staffel der King-Arthur-Serie „Cursed“ kommt am 17. Juli 2020 zu Netflix.

    Hier könnt ihr euch den deutschen Trailer anschauen:

     

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    Kommentare
    • greekfreak
      Der Ritchie Arthur war eine absolute Katastrophe. Der Film weiss nicht ob er bombastisches Fantasy-Epos oder doch lieber Ritchie-typische Gaunercomedy sein will. Auf der einen Siete haste diese über-bombastischen Szenen,wie zu Beginn mit diesen Olifanten auf Steroiden (die Vieher waren so übertrieben gigantisch,das war nur unfreiwillig komisch) und King Uther der in Superheldenmanier auf sie los geht und 10 min. später sehen wir wie Arthur und seine Mates im mittelalterlichen Pub sitzen und coole Sprüche in besten Cockney-Englisch, klopfen. Ich war irgendwie enttäuscht das Jason Statham oder Vinnie Jones nicht auftauchen und ´nen coolen Oneliner abgeben.Dazu dieser ganze Postmodernistische Bullsh*t,der jegliche Art von Entertainment kontaminiert hat.Natürlich hat Arthur nicht Merlin,den alten weissen,weisen Mann als Mentor sondern eine Magier*in . Das mittelalterliche Britanien,war anscheinend eine Multikulti Gesselschaft,in der die Bevölkerung nicht fast ausschliesslich aus Kelten/Angelsachsen bestand, sondern aus allen Herren Länder. Arthur´s Tafelrunde sieht eher nach Notting Hill Festival,als nach Camelot aus. Absolutes Highlight in Sachen Diversitäää: Sir George ist ein chinesischer Kung Fu Meister!! (es ist 100-Eyes aus Marco Polo!!)Weil,St.Georg hat den Drachen getötet in der mittelalterlich/christlichen Mythologie,also ist er jetzt Chinese,get it? Das einzig positive,war Jude Lowe als Vortigern. Seine Darstellung war etwas differenziert und ich fand die Nummer mit dieser Ctuhlu Gottheit,die aus 3 verschiedenen Körpern bestand und von Vortigern immer ein Opfer verlangte um ihm,temporär magische Kräfte zu leihen,interessant.
    • ObiWann
      Ich fand Excalibur auch super ,da hat man doch gesehen wie man sowas aufbauen kann. Da wurde ne ganz große Chanche verschenkt ,obwohl Ich den Ritchie Arthur nicht so super schlecht fand ,das lag aber eher am Jax im Mittelalter Modus 😃
    • Sentenza93
      Merlin von 1998 mit Neill ist auch super.
    • WhiteNightFalcon
      Ich hätte es damals toll gefunden, hätte man das Thema mit Clive Owen als King Arthur weiter ausgebaut. Ich mochte diesen in der Realität verankerten Ansatz als Kontrast zu den Fantasy-Verfilmungen sehr.
    • WhiteNightFalcon
      Im Kinosektor Excalibur und im TV Merlin mit Sam Neill. Besser sind diese Themen umfassend nie bearbeitet worden.Obwohl ich auch King Arthur mit Clive Owen als realistischen Ansatz sehr mag.
    • isom
      Hab ich bereits getan, immer noch die beste Adaption.
    • Rockatansky
      So sehr ich Ritchie auch schätze, sein Hipster Arthur war ziemlicher Käse.
    • Rockatansky
      Tatsächlich auch heute noch sehenswert...
    • greekfreak
      Beide waren zu weiss und männlich, um einen mythologischen Sagenhelden aus der keltisch/angelsächsischen Folklore darzustellen?P.S. Ich empfehle allen die noch nie Excalibur von John Boorman gesehen haben,das mal bei Gelegenheit nachzuholen.Der Film ist immer noch das Non Plus Ultra, in Sachen König Arthur Adaptionen.
    • Sentenza93
      Das ist wahr. Was Ritchie mit Hunnam daraus machte war der letzte Schrott. Die Variante hier klingt wesentlich interessanter.
    • Timmi0708
      Trotzdem klingt das Original-Projekt inklusive der hochkarätigen Nebendarsteller und dem Ansatz a la Batman Begins weitaus besser als das finale Produkt.
    • WhiteNightFalcon
      „Wir glauben nicht, dass wir den Film mit diesen zwei Kerlen verkaufen können.“Was Pompeji (Harrington) und Robocop (Kinnaman) dann ja auch sehr deutlich gezeigt haben. Wobei Kinnaman noch der fähigere Schauspieler der beiden ist.
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