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    Endlich: Einst sogar beschlagnahmter Skandal-Horrorfilm erhält FSK-18-Freigabe
    Von Daniel Fabian — 14.07.2020 um 10:05
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    Erst „nur“ indiziert, folgte später sogar die Beschlagnahmung – 20 Jahre später kommt Wes Cravens legendärer Horror-Schocker „Das letzte Haus links“ von 1972 endlich vom Index. Die FSK hat die ungeschnittene Fassung nun ab 18 Jahren freigegeben.

    Arrow Films

    Lange bevor er sich mit Genre-Klassikern wie „Nightmare On Elm Street“ und „Scream“ unsterblich machte, sorgte Horror-Ikone Wes Craven mit „Das letzte Haus links“ (Originaltitel: „The Last House On The Left“) in den 70er Jahren bereits für einen kontrovers diskutierten Klassiker. 

    In Deutschland erschien der schonungslose Schocker und Mitbegründer des Rape-and-Revenge-Subgenres erst nur in einer stark gekürzten Fassung, die sogar trotz zweieinhalb Minuten weniger auf dem Index landete. Die Uncut-Version wurde später sogar beschlagnahmt. Seitdem müssen Horror-Fans auf Importe zurückgreifen, wenn sie den Klassiker in voller Länge sehen wollten. Doch damit könnte nun bald Schluss sein.

    Nach einer Neuprüfung der FSK erhielt die ungeschnittene Fassung von „Das letzte Haus links“ nun eine Freigabe ab 18 Jahren („Keine Jugendfreigabe“).

    Demnächst uncut auf DVD und Blu-ray?

    Überraschend kommt das allerdings nicht. Wir berichteten bereits 2019, dass der Film von der BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) bereits nicht mehr als „jugendgefährdend“ eingestuft wird. Die FSK-Freigabe war lediglich der nächste logische Schritt, der nun aber ebenfalls getan ist. Fehlt nur noch eine neue Auswertung auf DVD und Blu-ray, die ihr dann regulär im Laden eures Vertrauens bekommt.

    Um die aktuellste deutschsprachige Veröffentlichung (die auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat) kümmerten sich Turbine Medien und NSM, die „The Last House On The Left“ 2012 und 2015 zwei hübsche zwei limitierte Sondereditionen spendierten. Mit der neuen FSK-Freigabe dürfte sich nun die Tür für Neuauflagen – dann vielleicht auch in einer günstigeren Standard-Edition – öffnen.

    Das ist "Das letzte Haus links"

    Mari (Sandra Cassel) und Phyllis (Lucy Grantham) sind gerade auf dem Weg zu einem Konzert, als sie von einer mörderischen Bande überwältigt und schließlich vergewaltigt und gequält werden. Doch die Peiniger müssen schon bald erkennen, dass sie sich mit den falschen Frauen angelegt haben.

    2009 kam es mit „The Last House On The Left“ (unter anderem mit Monica Potter und Sara Paxton) übrigens auch zu einer von Wes Craven produzierten Neuverfilmung, die kurz nach Erscheinen ebenfalls indiziert wurde.

     

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    Kommentare
    • Daniel Fabian
      Der Artikel bezieht sich nur auf die erste Indizierung, die es schon lange davor gab, die spätere Steigerung der Beschlagnahme und die Listenstreichung (von der mir 2019 ja auch schon berichteten).
    • Klaus S aus S
      Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten, Mord und Totschlag ist in der Natur an der Tagesordnung schon wenn es um die Rangordnung einer Gruppe/Herde geht.Reine Mordlust oder das Verlangen ein Mitglied zu quälen, vergewaltigen, misshandeln aber nicht., geschweige das Verlangen sich sowas anzusehen.Zumindest ist es mir nicht bekannt,dafür scheint nur der Mensch empfänglich zu sein.
    • scorch
      Das habe ich bewusst außen vor gelassen, das wird sonst echt komplex, aber ich verstehe, das was du sagen willst. Auch interessant dabei, wie Menschen mit Traumata umgehen, wenn sie ungewollt Teil eines Suizids werden, also z.Bsp. der Lokführer beim Suizid von Enke. Wie ist der damit umgegangen? Hätte mich interessiert, werde ich aber nie erfahren.
    • モノクマ
      Bei Mord ist es vielleicht nicht das Opfer, aber dafür dessen Angehörige oder etwaige Zeugen, die in der Regel ein ähnliches Trauma mitunter ihr Leben lang mit sich tragen. Nicht selten machen sich Filme ebendiese Traumata zum Thema. Ich weiß nicht, ob das als Erklärung für diese so ungleiche Behandlung expliziter Darstellungen der genannten Verbrechen taugt.
    • scorch
      Vielleicht weil man davon ausgeht, dass bei sexueller Gewalt der- o. diejenige mit dem Erlebten 'weiterleben muss' und das für die betroffene Person so mit mehr Leid verbunden ist, als wenn er wie bei einem Mord nach mehr oder weniger langer Qual 'erlöst' wird, d.h. ich schließe hier mal lange Folter mit Tod aus.
    • モノクマ
      Dennoch bleibt die Frage: Warum ist die Darstellung sexueller Gewalt ein Problem und Morddarstellungen nicht, obwohl Mord das schwerere Verbrechen ist? Ich beobachte dieses Phänomen immer wieder und finde es äußerst interessant.
    • Klaus S aus S
      Mir geht es lediglich um diese unnötige Darstellung von sexueller Gewalt oder Gewalt an Kindern, das hat nichts mit persönlichem Geschmack zu tun sondern mit Moral und Anstand.Ich habe dafür schlichtweg kein Verständnis.Es gibt Möglichkeiten sowas dezent darzustellen ohne das eine Szene an Dramatik verliert.
    • Defence
      Braindead tut echt weh, das der immer noch auf Liste B geführt wird.Der Film ist so herrlich skurill und Over the Top, nimmt sich nie auch nur eine Sekunde ernst, das man sich schon fragt, was das soll, zumal es heutzutage genug ähnliche Splatterkomödien gibt, die problemlos ihr FSK Siegel bekommen.Scheint so, das die hiesigen Jugendschützer den Spruch Party is over zu ernst genommen haben o. Peter Jackson schon ahnte, was dem Film in Deutschland blüht...:D
    • Defence
      Die Enttäuschung dürfte fast zwangsläufig sein, zumal heutzutage völlig andere, härtere Sehgewohnheiten vorherrschen, vieles als völlig normal und harmlos (u.a.visuell) betrachtet wird, fast früher wirklich harter Tobak und ein Skandal war.^^Aber wenn man den Kontext nicht völlig außer acht lässt, z.b. das Leute den Film sahen, die noch in erster Linie mit der völlig harmlosen Filmwelt der 50er/60er sozialisiert wurden (New Hollywood war noch recht jung 1972), warum solche Filme soche Wellen schlagen konnten.Den Rest, vor allem in Deutschland, hat dann die regelrechte Hysterie (ich empfehle z.b.die damalige ZDF Doku Mama, Papa,Zombie, die auf YT sicher noch irgendwo zu finden ist...^^) um die Kombi Aufkommen von VHS/Horrorgenre erledigt, die vielen, sehr vielen Filmen einen Status gaben, der objektiv nur bedingt zutreffend war.Persönlich fand ich Last House... auch eher durchwachsen trotz der Thematik. Das 2009er Remake noch belangloser, da blieb mir vor allem der Mikrowellenkill in Erinnerung. Atmosphäre hatte das Remake null...
    • HalJordan
      The Last House On The Left gehört zu der illustren Liste an Filmen, die ich bis heute noch nicht gesehen habe. Dabei gehen Streifen von Wes Craven immer.Da muss ich doch mal nach der Mediabook-VÖ von NSM Ausschau halten.
    • Defence
      Erst „nur“ indiziert, folgte später sogar die Beschlagnahmung – 20 Jahre später kommt Wes Cravens legendärer Horror-Schocker „Das letzte Haus links“ von 1972 endlich vom Index.So ganz werde ich aus der hier genannten Chronologie nicht schlau.Der Film wurde 2005 vom AG Tiergarten auf Liste B (bundesweit beschlagnahmt) gesetzt, 2017 aber wieder auf Liste A (nur noch indiziert, aber nicht verboten).Turbine Medien (Rechteinhaber in D.) teilte aber im Herbst 2019 auf FB mit, das der Film nicht mehr auf der Liste der jugendgefährdeten Medien geführt wird.So zumindest mein Kenntnisstand, der sich auch auf Wiki so finden lässt.
    • モノクマ
      Wie oft werden Morde explizit und bisweilen übertrieben dargestellt, und wie oft ist das nötig? Ist das nur eine Frage der Gewohnheit, oder wie erklärt man, dass Darstellungen sexueller Gewalt weit mehr Entsetzen auslösen als Tötungen, obwohl letztere sowohl rechtlich als auch moralisch immer noch das schwerere Verbrechen sind? Das Argument, Tötungen könnten auch in Notwehr erfolgen, lasse ich nicht gelten, da die künstlerischen Darstellungen relativ selten Notwehrsituationen wiedergeben.Ansonsten halte ich die ganze BPjM für überflüssig, ein Werk, das sich ausschließlich an Erwachsene richtet, kann einfach ab 18 eingestuft werden und die Kuh ist vom Eis, da muss nicht noch im Namen des „Jugendschutzes“ der Vertrieb weiter beschränkt werden. Beschlagnahmungen durch Gerichtsbeschluss erfolgen, wenn das Medium gegen Strafnormen verstößt, und was nicht strafbar ist, muss auch nicht in den Giftschrank, da die im Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit grundsätzlich alles abdeckt, was nicht gegen (Straf)gesetze verstößt. Die BPjM als Zwischeninstanz ist ein obsoletes Relikt vergangener Zeiten. Oder wenn man es nötig hält, auch Erwachsene weiter zu bevorm...– ähh zu „schützen“, sollte man der Stelle wenigstens einen passenderen, ehrlicheren Namen geben.Sicher entspricht nicht immer alles dem persönlichen Geschmack oder wird von der Masse gut gefunden, aber Kunstfreiheit ist eins unserer höchsten Güter und ihrer Beschränkung sind zu Recht sehr enge Grenzen gesetzt, und selbst da geschieht es noch immer wieder, dass es zu Verboten kommt, deren argumentative Grundlage nicht über ein „Ich mag das nicht/wir mögen das nicht, also wozu braucht man das?“ hinausgeht.
    • Sentenza93
      Bisher leider noch nie gesehen. Werde ich dann mal nachholen. Aber ich vermute mal, wie bei so vielen (ehemals) indizierten und/oder beschlagnahmten Filmen, dass ich mir wieder die Frage nach dem Warum bei dem Verbot stellen werde und dass eventuell der Film wieder mehr wegen eben seiner Zensurgeschichte als Klassiker beschrieben wird, und nicht wegen der wirklichen Qualität. Kam leider schon oft genug vor. Mal sehen.
    • Klaus S aus S
      Ich hab nie verstanden warum man Vergewaltigungsszenen so expliziert darstellen muss, von mir aus kann sowas weiterhin auf dem index bleiben,genau so wie I Spit on Your Grave
    • Joe Heck
      I kick ass for the LordEs wird Zeit.
    • Abbyistdoof
      Die ersten beiden sagen mir grad nichts. Hast du mal Bone Tomahawk gesehen? Da gibt es auch eine Szene die im Gegensatz zum Rest des Films ultrabrutal ist und einen schon schluckend zurück lässt.
    • Saints ofchaos Deluxe
      ...ja aber einen Rasenmäher ist schon praktisch wenn vorher der Rattenaffe zugebissen hat :-)Meine Hailights sind die Bucht Szene in der weiße Hai, die Scheren Nonne in Exorcist 3 uuuund Stifflers Tod in Final Destination.
    • Dennis Beck
      Schockt heutzutage bestimmt nicht mehr. Der Index-Mythos bekommt seinen Lack ab, wenn die Freigabe für einen Film erfolgt und man sich denkt: Und dafür das hier? Wird Zeit, dass endlich mal Braindead erlöst wird.
    • Abbyistdoof
      Ich war von Tanz der Teufel so enttäuscht. Da war die Baumszene schon mit das krasseste. Aber auch das Remake fand ich so öde und die haben ja die heftigste Szene erst garnicht gezeigt.Es muss nicht unbedingt leise sein. Aber ja unvorbereitet trifft es einen immer besser als wenn sich einer mit nem Rasenmäher durch Zombies schnetzelt. Drive ist da ein perfektes Beispiel. Da explodiert die Gewalt von einem Moment von null auf hundert und flasht deswegen mehr.
    • Saints ofchaos Deluxe
      Siehe Tanz der Teufel oder From Dusk till Dawn, wobei letzterer sowieso so überspitzt war das man ihn nicht ernst nehmen konnte.Die Thematik von Last House ist aber schon heftig und selbst ich hatte bis jetzt noch nicht das Bedürfniss ihn mir reinzuziehen und das obwohl er von 2 Meistern des Genres bearbeitet wurde, Wes Freddy Craven und Sean JaSon. Cunningham.Aber ich glaube ich weiß was du meinst- ohne den Film gesehen zu haben:Die leisen Momente in solchen Filmen sind meist atmosphärischer als pures Gemetzel :-)
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