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    Darum ist "The King Of Staten Island" gerade der perfekte Film fürs Kino – auch wenn er bereits bei Amazon & Co. läuft
    Von Daniel Fabian — 01.08.2020 um 09:15
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    Wer will, kann den neuen Film von Komödien-Spezialist Judd Apatow („Beim ersten Mal“) bereits bequem von zuhause aus streamen. Seit 30. Juli läuft „The King Of Staten Island“ aber auch offiziell im Kino – wo sich der Film ganz besonders lohnt.

    2020 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

    +++ Meinung +++

    Judd Apatow ist zurück! Nach Komödien wie „Beim ersten Mal“, „Wie das Leben so spielt“ und „Immer Ärger mit 40“ erzählt er in „The King Of Staten Island“ eine ans Leben seines Hauptdarstellers Pete Davidson angelehnte Geschichte vom Verlieren und Finden der Hoffnung. Es gibt allerdings auch wieder einiges zu lachen in dem Film, der mit 137 Minuten eine fast schon typische Apatow-Lauflänge hat – verglichen mit anderen Komödien aber mal wieder ziemlich aus dem Rahmen fällt.

    Trauerbewältigung, Depression, Selbstfindung: „The King Of Staten Island“ behandelt große Themen, die das Leben von Comedian Pete Davidson nach dem Tod seines Vaters beschäftigten – und die brauchen eben auch eine gewisse Zeit, um sich zu entfalten. Während man den Film allerdings auch schon bei Streaming-Anbietern wie Amazon Prime Video* und Co. leihen kann, läuft „The King Of Staten Island“ seit 30. Juli auch im Kino. Und wer die Gelegenheit hat, sollte die Leinwand dem Bildschirm auch unbedingt vorziehen.

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    "The King Of Staten Island": Kino statt Streaming

    Dass „The King Of Staten Island“ gerade jetzt erscheint, passt wie die Faust aufs Auge. Denn während die weltweite Corona-Pandemie unseren Alltag immer noch stark einschränkt, wird dadurch das große Umdenken im Kino zwar nicht ausgelöst, aber auf jeden Fall beschleunigt. Und Judd Apatows Film bietet einem die Gelegenheit, seinen Beitrag zu leisten – und auch mal wieder ins Kino zu gehen. Warum man den Film nicht einfach streamen sollte? Aus mehreren Gründen:

    Die Rettung der Kinokultur: Universal und AMC haben das bislang traditionelle 90-Tage-Fenster des exklusiven Kinofensters für Filme begraben. Nach neuer Übereinkunft dürfen die Filme des Studios in Zukunft bereits 17 (!) Tage nach Kinostart für zuhause als Video-on-Demand erscheinen. Und das dürfte erst der Anfang sein. Sollte sich das Konzept bewähren, dürften schon bald weitere Studios nachziehen – und dann wohl auch im Rest der Welt. Wer jetzt ins Kino geht, setzt also auch ein Zeichen. Und kann zur Erhaltung der Kinokultur, wie wir sie kennen, beitragen.

    Über den eigenen Schatten springen: Unter den derzeitigen Umständen ins Kino zu gehen, kommt für viele (noch) nicht in Frage. Bei meinen zwei Kinobesuchen seit Corona saßen jeweils weniger als zehn Leute in einem Saal, der für Hunderte Platz bietet. Zumindest ein Drittel wäre unter strikter Befolgung der derzeitigen Sicherheits- bzw. Hygienemaßnahmen aber locker drin, ohne sich einer unnötigen Gefahr auszusetzen – die in großen, klimatisierten Räumen ohnehin geringer ist als anderswo. Und wer seit Corona nun ohnehin endlich mal wieder ins Kino will, bekommt mit „The King Of Staten Island“ den perfekten Film, der einem womöglich abverlangt, dafür auch über den eigenen Schatten zu springen – ganz ähnlich wie eben auch Scott (Pete Davidson), der seine festgefahrenen Angstzustände erst lösen kann, als er sich öffnet.

    Kameramann Robert Elswit: Auf der Leinwand lohnt sich „The King Of Staten Island“ nicht zuletzt auch dank Oscarpreisträger Robert Elswit. Der Kameramann von Filmen wie „The Town“, „Nightcrawler“ oder „There Will Be Blood“ liefert einerseits tolle, zuweilen auch große, dank Handkamera aber vor allem auch persönliche Bilder in realistisch-naturalistischen Look – und lässt den Zuschauer damit direkt ins Leben von Scott bzw. Pete Davidson eintauchen.

    Der Preis: Als Video-on-Demand kostet „The King Of Staten Island“ derzeit knapp 15 Euro. Das ist natürlich mehr als man ansonsten Monate nach Kinostart bezahlt, entspricht aber eben auch jener Fahrtrichtung, die einige Studios Corona-bedingt in den vergangenen Monaten einschlugen – und womöglich auch in Zukunft verfolgen werden. Je nachdem, an welchem Tag und in welchem Kino ihr den Film schaut, bekommt ihr dafür allerdings auch locker zwei Kinotickets – und das Kinoerlebnis oben drauf.

    Trotzdem: Da viele Lichtspielhäuser den Film gar nicht im Programm haben, ist die parallele Möglichkeit zum Stream natürlich eine willkommene Alternative. Denn „The King Of Staten Island“ lohnt sich – so oder so. Warum genau, erfahrt ihr in unserer Kritik:

    Die FILMSTARTS-Kritik zu „The King Of Staten Island“

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    Kommentare
    • Daniel Fabian
      Natürlich nicht.Der Artikel richtet sich selbstverständlich an Leute, die der Film auch interessiert.
    • Defence
      Inzwischen betrachte ich den Appell Rettet die Kinokultur ehrlich gesagt mit gemischten Gefühlen.Dafür ist ein Kinobesuch einfach zu teuer, um jetzt regelmäßig in Filme zu tigern, die einen entweder maximal bedingt interessieren o. schlicht aus der Konserve sind (und die man, zumindest ich, häufig schon bei der regulären Kinoauswertung im Kino gesehen hat, wenn ein Grundinteresse bestand).Anders ausgedrückt, das Angebot bestimmt die Nachfrage und das liegt nicht in den Händen der (potenziellen) Zuschauer, sondern da müssen die Verantwortlichen, allen voran natürlich die Studios/Publisher, aber auch eben die Kinobetreiber selbst (indem man eben nicht gefühlt 95% der Kapazitäten in Form von Kinosälen ausschliesslich mit maximal einer handvoll Filmen auslastet, wie es vor Corona Gang und Gebe war, d.h. EIN Film/Blockbuster in 3,4,5 ganz viele Säle lief und eine entsprechende Angebotsvielfalt eher rar ist) entsprechend liefern.Corona mag ein herber Schlag sein, auch gerade für die Film/Kinobranche, aber die Probleme waren auch davor schon massiv und vielfältig und nicht selten ein Eigenverschulden der Beteiligten - der stetige Zuschauerrückgang (zumindest in D.) kommt doch nicht von ungefähr und hat eben nicht vor allem mit der Konkurrenz (wie die Streaminganbieter) zu tun...Und noch ein letztes Wort meinerseits zur VoD-Strategie, mit der viele Studios/Publisher inzwischen zu liebäugeln zu scheinen.Meiner Meinung droht hier mittelfristig ein gewaltiges Eigentor und entsprechende katastrophale Auswirkungen auf die Filmbranche. 15-20 € pro VoD ?!? Da reiben sich einschlägige Piraterieseiten jetzt schon die Hände, da vermutlich sehr viele das Spielchen nicht mitmachen werden, hier (wieder mal) das Motto Gier frisst Hirn zutreffend zu sein scheint.Es gibt gute Gründe für eine Kinoauswertung und daran sollten die Studios festhalten.Ob man nämlich solche Summen pro Film hinblättern soll, um diesen auf einen kleinen Bildschirm (im Vergleich zur Kinoleinwand) zu sehen, diesen Film aber nicht mal besitzt o. eben für lau unter (fast?) identischen Bedingungen halt von einer Piratenseite schaut, wird vielen Konsumenten die Wahl leicht machen. Ob es den Studios passt o. nicht...
    • ObiWann
      „Wer jetzt ins Kino geht, setzt also auch ein Zeichen. Und trägt zur Erhaltung der Kinokultur, wie wir sie kennen, bei.„ Ach so und wer das nicht macht sorgt also für den Untergang oder wie darf man das verstehen, nicht jeder geht ins Kino für Filme die einen null interessieren und in dem Fall nicht mal als Stream .
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