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    Christopher Nolan verspricht: "Tenet" hat weniger visuelle Effekte als die meisten RomComs
    Von Björn Becher — 10.08.2020 um 18:56
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    In einem Interview mit dem Magazin der internationalen Gilde der Kameraleute hat Christopher Nolan enthüllt, wie wenig in „Tenet“ nachträglich am Computer eingefügt wurde.

    Melinda Sue Gordon/Warner Bros

    Im ICG Magazine, einer Zeitschrift speziell für Kameraleute, gibt es ein ausführliches Interview zu „Tenet“ – u. a. mit dem verantwortlichen Chef-Kameramann Hoyte Van Hoytema, aber auch seinem Assistenten Keith B. David, Editorin Jennifer Lame und natürlich Regisseur Christopher Nolan.

    Dabei geht es vor allem um die technische Seite wie besonders die Arbeit mit IMAX-Kameras. Aber auch der für die Spezialeffekte (die SFX, die am Set direkt gemacht werden) verantwortliche Scott Fisher und der für die visuellen Effekte (die VFX, die nachträglich am Computer eingefügt werden) verantwortliche Andrew Jackson kommen zu Wort – und einmal mehr zeigt sich dabei, wie wenig Christopher Nolan nachträglich am Computer in seine Filme einfügen lassen will.

    Trotz "Zeitreisen"-Animationen kaum VFX

    VFX-Macher Andrew Jackson erklärt so, dass ihre größte Aufgabe im Rahmen der Bearbeitung am Computer in der Post-Produktion war, Effekte einzufügen, wenn jemand in der Zeit zurückreist. Doch sonst gibt es nicht viel VFX im Film – oder wie Christopher Nolan sagt:

    „Die visuelle Seite des Films ist riesig, aber unser VFX-Shot-Count ist wahrscheinlich niedriger als der der meisten romantischen Komödien.“

    Seine Editorin Jennifer Lame dient im Rahmen des Gesprächs mit dem ICG Magazin sogar mit einer Zahl: Es seien wahrscheinlich weniger als 300 VFX-Shots, also Einstellungen, bei denen eins oder mehrere Elemente im Bild aus dem Computer stammen!

    Für eine Einordnung zieht die Seite The Playlist zwei der größten Kinohits der vergangenen Jahre heran: „Avengers: Endgame“ und „Avengers: Infinity War“ haben 2.500 bzw. 2.700 VFX-Shots.

    Der Vergleich ist nicht ganz passend, weil allein schon die Kostüme quasi aller Helden einzelne Elemente haben, die erst nachträglich am Computer eingefügt werden, was die Zahl massiv in die Höhe treibt (und dazu kommen ganze Figuren aus dem Computer).

    Doch lasst euch gesagt sein: 300 ist heutzutage eine extrem niedrige Zahl - wahrscheinlich sogar niedriger als die VFX-Shot-Zahl bei allen Nolan-Filmen der vergangenen 15 Jahre (und die waren schon immer eher niedrig).

    Mal ein anderer Vergleich, um zu illustrieren, wie niedrig die Zahl ist: Der aktuell noch jüngste James-Bond-Film „Spectre“ und der Stallone-Actioner „The Expendables 2“ haben jeweils rund 1.500 VFX-Shots.

    Aber schließlich wissen wir bereits, dass Christopher Nolan sogar ein echtes Flugzeug für den Film zur Explosion brachte, statt diesen Effekt am Computer zu erzeugen. Auch über den Umfang dieser Szene wird ausführlich diskutiert, wobei der verantwortliche Spezialeffekte-Künstler Scott Fisher sagt, dass man das Flugzeug sogar so präpariert habe, dass man dieses ein zweites Mal hätte explodieren lassen können, wenn Nolan mehr Material gebraucht hätte. Das Problem: Es war nichts mehr von dem Gebäude übrig, in welches die Boeing 747 im Film kracht.

    „Tenet“ mit John David Washington ist ab dem 26. August 2020 in den deutschen Kinos zu sehen. Bereits ab dem 12. August 2020 startet der Vorverkauf. Mehr über den Film gibt es übrigens bereits an diesem Donnerstag im Kino. Ab dem 14. August 2020 läuft nämlich „Inception“ (übrigens rund 500 VFX Shots) in einer „10th Anniversary Version“ im Kino. Dabei wird nicht der eigentliche Film verändert, sondern es gibt umfangreiches Begleitmaterial – darunter auch die wohl bisher ausführlichste Vorschau auf „Tenet“.

     

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    Kommentare
    • HalJordan
      Das überrascht mich nicht. Wer Nolans bisherige Arbeiten kennt und insbesondere einen Blick hinter die Kulissen geworfen hat, wird schnell feststellen, wie sehr der britische Filmemacher auf handgemachte Action setzt.
    • Geniuses Snyder v Nolan Return
      🤪🤪🤪🤪
    • Mario Raetzel
      Dieser Vergleich ist ziemlich gewagt. Nolan macht anspruchsvolle Filme mit tollen Drehbüchern (und die besten Batman-Filme). Snyder's DC-Filme bieten außer nicht so gut gemachter Action nicht sehr viel
    • Micox
      Ob das nun eine gute Nachricht ist..? Gute CGI sind toll..
    • Geniuses Snyder v Nolan Return
      Beste Regisseur, neben Zack Snyder 😍😍😍🤤🤤🤤
    • EvilCyano
      Das ist auch richtig so wenn wenig CGI benutzt wird.Man muss es mit hangemachten verbinden so wie bei den ersten Jurassic Park Filmen oder Herr der Ringe zb.Man merkte schon einen deutlichen unterschied bei den darauf folgenden Jurassic World und Hobbit Filmen.Ich mag es eher weniger wenn sogar ganze Figuren aus dem Computer stammen.Das zerstört schnell die Illusion eines Films, es ist wie ein Mensch der eine Beziehung mit einem Roboter hat weil er keinen echten Partner findet und irgendwann merkt das es egal ist wie realistisch der Robo ist, weil es einfach niemals an das reale echte heran reicht.Echt wird immer am besten bleiben, egal wie gut das CGI geworden ist.
    • EvilCyano
      Ja bei Spartacus passte das
    • greekfreak
      Das Problem ist nicht CGI sondern wie man es in einem Film einsetzt und vor allem wie man es mit praktischen Effekten kombiniert. T2 z. B. wird ja immer als Musterbeispiel für gutes CGI genannt,dabei hat der Film mehr praktische Effekte als CGI.
    • Jimmy v
      Ok, aber das waren ja andere Zeiten bei HdR. Heute hätten sie das auch am Computer gemacht. Stillstehende Bilder im Hintergrund sind ja oft auch was ganz Anderes und keinesfalls so störend wie etwa ein bewegliches Objekt.
    • Cirby
      Oft versucht er seine provokanten Äußerungen mit dem Umkehrschluss zu rechtfertigen.Die User machen sich doch auch über Larson/Jovovich/etc. lustig, darum bekommen diese Leute hier kontra.Das er damit aber selbst zum Troll wird, und nicht die Aussage, sondern die fehlende Begründung so stört, interessiert ihm nicht.Im Endeffekt ist er nur an Unruhe und schlechten Klima der Community interessiert, was er kürzlich mit einer Aussage zum Ignorieren von Newsartikeln zu für ihn uninteressanten Themen mit der Begründung bestätigte, dass dann der Spaß auf der Strecke bleibe.
    • Cirby
      Naja, das ist mir zu pauschal gesagt. Meine Lieblingsfilme z.B. Der Herr der Ringe - da wurden für alle Totalen der Gebäude diese als Modelle gebaut. Minas Tirith, Ortanc etc.So gut mir das auch gefällt, ich kann keinen Mehrwehrt für den Zuschauer erkennen verglichen mit z.B. Königsmund aus GoT, welches komplett am Rechner generiert wurde.
    • WhiteNightFalcon
      Genau darauf wollte ich ja hinaus. Das eben das handgemachte toll aussieht und CGI richtig kacke, wie die Sequenz, als Bond im 2002er Film im Eisfeld rum surft.
    • Jimmy v
      Wobei ich das bei Spartacus gar nicht so wild fand. Das sollte ja bewusst im Fahrwasser des entrückten Look eines 300 laufen. Da passte das.
    • Bond, James Bond
      Also CGI kenne ich bei Bond erst ab den 90ern. Gut, die Laserstrahlen bei Moonraker vielleicht ausgenommen...oder wie man die auch hingezaubert hat.
    • Bond, James Bond
      Immer schön die Steilvorlage abgeben und dann nichts abkönnen ;-)
    • Bond, James Bond
      Ich sag immer: da wo es wirklich nötig ist und es nicht anders geht, ok.Ansonsten bitte immer gerne mehr Praktisches. Und so gut wie GoT bekommt das nicht jeder hin. Die Serie Spartacus...mein Gott, wie frisch aus dem Rechner geleckt...oder die famose CGI Justice League.
    • F. Bates
      Hab ich mir tatsächlich schonmal gegeben und war regelrecht erschrocken :DOder der Hundehaufen in Knock Knock, der digital eingefügt wurde ...
    • Jimmy v
      Dazu empfehle ich den kurzen Vidoessay zu Gone Girl. VFX ist ja manchmal auch nur die ganz kleine Veränderung. In Gone Girl würde man auch nicht so recht an VFX denken, aber der Film strotzt nur so vor entsprechendem Computerwerk.
    • Jimmy v
      Wie kann man nur so stolz auf die eigene Ignoranz sein? Ja, ja, bla, bla Geschmack ist Geschmack etc. - du feierst Resident Evil und machst dich über Christopher Nolan lustig. Schon klar, du bist ein richtiger Rabauke, ein Filmkenner.Wahrscheinlich heulst du gleich wieder los, dass du Gegenwind kriegst, nachdem du wieder so einen pubertär-provokanten Scheiß ablässt.
    • Jimmy v
      Das ist schon eine gute Nachricht, weil man wirklich sehen kann, dass im Handgemachten einfach mehr steckt. Das merkst du richtig. Ich stelle mir da einfach die Set-Bauleute vor, die schon aus Sicherheitsgründen genau darüber nachdenken wie z.B. ein echtes Objekt irgendwo herunterfällt. Am Computer kann man hingegen total durchdrehen - was dann aber dennoch irgendwie seelenlos wirkt.
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