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    Vor allem in "Star Wars 3: Die Rache der Sith": Warum Obi-Wan die beste Prequel-Figur ist
    Von Tobias Mayer — 14.08.2020 um 15:00
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    In keinem anderen Prequel-Film zeigt sich so sehr wie in „Episode 3“: Mit Obi-Wan haben Ewan McGregor und George Lucas die beste Figur der Trilogie geschaffen. Obi-Wan ist empathisch, verschmitzt, saucool – und hat eine tragische Geschichte.

    The Walt Disney Company

    +++ Meinung +++

    Den „Star Wars“-Prequels wird gerne und völlig zu recht vorgeworfen, dass sie steif sind: Die Schauspieler agierten beim Dreh vor Blue- und Greenscreens, während sie gestelzte Sätze sagten, die sich George Lucas ausgedacht hatte – der von sich selbst sagt, kein guter Drehbuchautor zu sein (und der sich beim Schreiben der Originaltrilogie von anderen helfen ließ).

    Aber der Jedi Obi-Wan Kenobi, gespielt von Ewan McGregor, ist überhaupt nicht steif. Ganz im Gegenteil: Er ist die eine Hauptfigur der Prequeltrilogie, an die sich auch heute noch, 15 Jahre nach „Star Wars 3: Die Rache der Sith“, gerne erinnert wird.

    Es hat einen Grund, warum ausgerechnet Obi-Wan mit Memes gefeiert wird und er seine eigene Serie auf Disney+ bekommen soll. Er ist ein Typ, der drei Elemente vereint, die keine andere Prequel-Figur in dieser Kombination bietet:

    Obi-Wan ist sympathisch, cool – und hat eine interessante, tragische Geschichte.

    Der sympathische Obi-Wan

    In „Episode 3“ ist Obi-Wan, der in „Episode 1“ noch ein hitzköpfiger Padawan war (und in „Episode 2“ ein mieser Detektiv), zur sympathischen Mentor-Figur gereift: Er ist alt und erfahren genug geworden, um eine gewisse Weisheit zu haben, hat sich jedoch seine sanfte Ironie bewahrt, mit der er auf den Irrsinn um sich herum reagiert:

    Großartig, wie er sich nach der Rettung des Kanzlers Palpatine (Ian McDiarmid) gegenüber Anakin (Hayden Christensen) weigert, zum Treffen mit den Politikern zu gehen: Obi redet sich u. a. damit raus, dass er viel zu bescheiden ist für die kommende Lobhudelei – aber in Wirklichkeit hat er auf dieses Treffen mit den Politikern einfach nur keinen Bock, und da kann auch der sonst so ernste Anakin nur wissend drüber grinsen.

    Wichtiger noch ist: Obi-Wan zeigt Gefühle und Empathie. Wie sein Meister Qui-Gon (Liam Neeson) dürfte er zu denen gehören, die insgeheim wissen, dass die strikten Regeln des Jedi-Ordens, die Liebesbeziehungen verbieten, problematisch sind.

    Ja, Obi-Wan ermahnt Anakin in „Episode 2“, dass er seine persönlichen Gefühle für Padmé (Natalie Portman) unterdrücken soll, aber in „Episode 3“ ist es Obi-Wan, der Anakin nach dem brutalen Schluss-Duell als „Bruder“ bezeichnet, den er geliebt hat. Er selbst ist also eine Bindung eingegangen, die den bescheuerten Regeln der Jedi nach zu eng sei, einfach weil es menschlich ist.

    Und vorher, als Padmé gegenüber Obi-Wan nonverbal bestätigt hat, dass der gefallene Anakin der Vater ihrer ungeborenen Kinder ist, reagiert er mit Anteilnahme anstatt mit Tadel.

    Der coole Obi-Wan

    Für diesen Punkt reicht es völlig, ein Szenenbild aus „Star Wars 3“ zu zeigen. Auf diesem Bild kommt Obis Frisur gut zur Geltung (seine beste in den Prequels, wo er zunächst einen dämlichen Padawan-Zopf und dann in „Episode 2“ eine Frise tragen musste, bei der die Haare hinten einfach zu lang sind) – und ebenfalls gut zur Geltung kommt die saucoole „Ich bin bereit“-Pose, mit der er in „Episode 3“ mehrfach den Kampf eröffnet:

    The Walt Disney Company

    Der tragische Obi-Wan

    Sicher, auf den ersten Blick ist Anakin Skywalker die Figur der „Star Wars“-Prequels, die durch tragische Umstände gebeutelt wird: Anakin verliert seine Mutter und wechselt auf die Dunkle Seite, damit er nicht auch noch Padmé verliert (womit er jedoch exakt das bewirkt). Im Grunde aber erwischt es Obi-Wan viel übler:

    Er verliert seinen Mentor Qui-Gon, seinen Schüler und Bruder Anakin sowie den Großteil seines Ordens – und im Unterschied zu Anakin trägt Obi-Wan nicht durch destruktives, egoistisches Verhalten zum großen Untergang bei.

    Wer die Animationsserie „The Clone Wars“ gesehen hat, weiß, dass Obi-Wans Verluste sogar noch größer sind, da seine geliebte Satine Kryz, Herzogin von Mandalore, vor seinen Augen von Darth Maul hingerichtet wird. Obi-Wans seelische Widerstandsfähigkeit und sein Glaube an das Gute wurden am Ende von „Star Wars: Episode 3“ getestet wie die von kaum einer anderen Figur, aber er macht trotzdem weiter.

    Ich kann es kaum erwarten, wie so viele andere Fans auch, Obi-Wan in seiner eigenen Serie auf Disney+ wiederzusehen, natürlich erneut gespielt von Ewan McGregor, der dort noch ein bisschen weiser sein wird, aber bestimmt genauso verschmitzt ist wie früher. „Hello there!“

    „Star Wars 3: Die Rache der Sith“ läuft am Freitagabend ab 20.15 Uhr auf ProSieben und ist außerdem im Programm von Disney+ enthalten. Wenn ihr den Streamingdienst über unseren Affiliate-Link abonniert, unterstützt ihr damit auch FILMSTARTS, da wir eine Provision erhalten (auf den Preis hat das keine Auswirkung).

    Webedia / Sebastian Gerdshikow
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    Kommentare
    • DER Dunkle Lord
      There is no Episode VII (George Lucas). Folglich gibt es auch keine Episode IX ;-)
    • DER Dunkle Lord
      Ich werde NIE verstehen, was an der Ich mag keinen Sand-Zeile falsch oder seltsam oder kitschig sein soll. Die Dialoge in der Szene finde ich zu 100% in Ordnung.Die einzige Szene, die ich als absoluten CRINGE bezeichnen würde, ist die Szene vor dem Kaminfeuer (Ich wünschte ich könnte meine Gefühle einfach so wegwischen, aber ich kann nicht und Du bist im tiefsten Innern meiner Seele und es quält mich und Der Kuss, der hoffentlich keine Narbe hinterlassen wird, blabla).Wenn es EINE Szene gibt, über die man sich vollkommen zu recht bis in alle Ewigkeit lustig machen sollte, dann ist es die Kaminszene, aber doch nicht die wünderschöne Szene auf der Terrasse vor dem Comer-See!
    • Cholerische Languste
      Viele Leute machen sich ja gern mal über die Prequel-Dialoge lustig, aber ihnen wohnt deutlich mehr Gewicht und Bedeutung bei, als die meisten Leute bereit sind, zuzugeben.Was erwartest du von einer Fraktion, die sich ebenfalls darüber aufregt, dass die PT Politik behandelt? Zugegebenermaßen ist der Ich mag Sand nicht Dialog von der Umsetzung her komisch, aber inhaltlich passt er zum Charakter. Er hat jeden Grund, sich nach Jahren immer noch an Sand zu stören.
    • Cholerische Languste
      Ich frage mich, was Ian McDiarmid's Imperator Palpatine / Darth Sidious dazu sagen würde.Der würde auf Episode IX verweisen. Womit das mit Obi Wan sogar stimmt. Außer man ignoriert Ep. IX :)
    • DER Dunkle Lord
      *Corporate-Fiction!Fan-Fiction würde voraussetzen, dass die Macher der Disney-Trilogie Star-Wars-Fans wären, was sie nicht sind, weil sie sonst bessere Filme abgeliefert hätten, die mehr im Sinne des Erfinders gewesen wären.
    • DER Dunkle Lord
      Dann war das vielleicht ein Missverständnis. Ich glaube niemand würde ernsthaft bezweifeln, dass Obi-Wan gute Absichten hatte bei Anakin's Ausbildung. Aber die Filme machen es ziemlich deutlich (wenn man nicht bloß auf die Frisuren achtet :-D), dass Obi-Wan der Aufgabe in Episode II nicht gewachsen war, Anakin auszubilden. Und auch wenn die Beiden in Episode III dann mittlerweile beste Freunde auf Augenhöhe geworden sind, rächt sich doch im alles entscheidenden Moment letztendlich, was Obi-Wan während Anakin's Ausbildung versäumt hat.Viele Leute machen sich ja gern mal über die Prequel-Dialoge lustig, aber ihnen wohnt deutlich mehr Gewicht und Bedeutung bei, als die meisten Leute bereit sind, zuzugeben.Als Obi-Wan während des letzten Duells zu Anakin sagt, dass er an ihm versagt hat, ist das nicht bloß eine Floskel, sondern eine profunde Erkenntnis und ein Eingeständnis seines eigenen Versagens.Auch Anakin's nur scheinbar fadenscheinige Erwiderung, dass er hätte wissen sollen, dass die Jedi die Macht übernehmen wollen, ist eben NICHT bloß Palpatine's offenkundige Manipulation, sondern FAKTISCH die Wahrheit. Der Jedi-Rat WOLLTE unrechtmäßig die Kontrolle über die Republik übernehmen, wie Yoda, Windu, Ki-Adi Mundi und Aayla Secura es in der Briefing-Szene vor Anakins Seitenwechsel unzweifelhaft als Absicht ankündigen. Da Anakin zu diesem Zeitpunkt bereits tiefes Misstrauen gegen die Jedi hegt (woran die Jedi selbst einen Großteil der Schuld tragen), blendet er natürlich aus, dass Palpatine ein größeres Übel ist, das unter allen Umständen aufgehalten werden muss, selbst wenn es gegen geltendes Recht verstößt, ihn als Kanzler gewaltsam zu entmachten. Aber nichts desto trotz STIMMT auch Anakin's Aussage, über die sich gern unreflektiert lustig gemacht wird...
    • Gravur51
      Ich würde genau das argument des alters anbringen, weshalb er in den prequels manipulativer war. In der OT war er halt auch gefestigt im imperium, er brauchte nicht mehr das ganze system zu manipulieren um an der macht zu sein, er hatte es schon geschafft. die ST existiert für mich nicht, das ist nur billige fanfiction.
    • Sentenza93
      Von wirklich schlecht sprach ich ja nie wirklich. Sondern eben deckungsgleich. ;) Dass ich wirklich beim Gucken denke: Ja, das ist er. :DNormalerweise sagt man ja: Mit dem Alter kommt die Weisheit. ;D Bei Disney wohl genau umgekehrt. :D
    • DER Dunkle Lord
      Mag sein. Aber wie kann es denn etwas Schlechtes sein, wenn eine Figur wie der Imperator durch die Prequels besser und überzeugender gemacht wurde als er es noch in Return Of The Jedi war.Ist ja wohl besser als in der Disney-Episode, deren Name nicht genannt werden soll, wo er vom Mastermind zu nem wirren Idioten degradiert wurde.Aber hey, vielleicht lässt ja auch der Imperator mit zunehmendem Alter immer weiter nach ;-D
    • Sentenza93
      Ok. Dein letzter Satz bei Deinem letzten Kommentar klang halt wirklich nach einem großen Vorwurf. Deswegen mein Einwand. :)
    • DER Dunkle Lord
      Natürlich nicht absichtlich! Das ist doch klar.Deshalb ist das Duel Of The Fates ja auch das Duel Of Fates. Hätte Maul nicht über Qui-Gon triumphiert, hätte Qui-Gon Anakin selbst ausgebildet. Jemand der ohnehin schon solche erschwerten Voraussetzungen wie Anakin (zu alt und deshalb bereits eine feste Bindung zur Mutter) gehabt hat, hätte einen erfahrenen und undogmatischen Lehrer wie Qui-Gon gebraucht.Stattdessen bekam er Obi-Wan als Lehrer aus einem Versprechen heraus, obwohl Obi-Wan selbst noch gar nicht bereit dazu gewesen ist, einen Schüler zu unterrichten und erst recht nicht unter Jedi-untyptischen Bedingungen.Das entschuldigt natürlich nicht Anakin's Handlungen und Entscheidungen, die ihn zu Darth Vader gemacht haben und für die er letztendlich selbst verantwortlich war. Aber Obi-Wan und der Jedi-Rat haben sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was den Umgang mit Anakin betrifft, weshalb dessen zunehmende Entfremdung mit dem Jedi-Orden ein gefundenes Fressen für Sidious war.
    • DER Dunkle Lord
      Ach SO ist das also :-D
    • Sentenza93
      Dein letzter Punkt...Vielleicht ist es genau das.
    • DER Dunkle Lord
      Über The Ruse Of Soywoker brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten. Da bin ich bei Dir!Aber dass du Palpatine in OT und PT nicht deckungsgleich findest, finde ich dann doch etwas pingelig. Da gibt es für mich nichts, was man irgendwie als Bruch zwischen den beiden Versionen beschreiben könnte. Vielleicht höchstens den alten Imperator in Empire strikes back, der ja aber mittlerweile dankenswerterweise durch McDiarmid ersetzt wurde. Man könnte vielleicht noch argumentieren, dass Palpatine in den Prequels deutlich geschickter im Manipulieren und Intrigieren war, als in Return Of The Jedi. Aber ansonsten fällt mir da jetzt nichts weiter ein...
    • Sentenza93
      Obi-Wan ist ja nicht so viel älter als Anakin. Da ist er halt eher mehr wie ein großer Bruder. Er hat ihn ja praktisch als halber Teenager noch übernommen.Ja, er hat es verhauen, aber garantiert nicht absichtlich.
    • Bond, James Bond
      Na, der kümmerliche Zopf war schon blöd. Sieht nie gut aus
    • Sentenza93
      Auch wenn es sich hier sogar um den gleichen Schauspieler handelt, irgendwie sind beide Versionen für mich nicht ganz deckungsgleich. Ich kann nicht wirklich erklären warum. Aber irgendwie gehen die beiden Versionen für mich nicht ganz zusammen.Bei TROS sowieso. Das war für mich eine komplett andere Figur.
    • Bond, James Bond
      Nein, verbockt hat es einzig und alleine der jämmerliche Anakin. Man möchte sich weigern zu glauben, dass dieser Vollidiot zu Darth Vader wird.
    • DER Dunkle Lord
      Obi-Wan ist für mich die einzige Figur, die sowohl in der PT als auch in der OT auftaucht, die für mich in beiden Varianten deckungsgleich istIch frage mich, was Ian McDiarmid's Imperator Palpatine / Darth Sidious dazu sagen würde.
    • DER Dunkle Lord
      Vor allem fehlt diesem selbsternannten Star-Wars-Experten ein tiefergehendes Verständnis für Star Wars, wie seine Meinungsartikel stets beweisen.
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