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    "Tenet": Das Ende erklärt
    Von Julius Vietzen — 29.08.2020 um 17:00
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    „Tenet“ ist ein Film, den man im Kino erlebt haben muss, gleichzeitig aber auch – wie von Christopher Nolan gewöhnt – kein seichtes Popcorn-Kino. In diesem Artikel findet ihr unsere Erklärung zu den Ereignissen am Ende von „Tenet“.

    2020 Warner Bros. Entertainment, Inc. All Rights Reserved.

    Achtung, es folgen natürlich Spoiler zu „Tenet“!

    Beim ersten Anschauen kann „Tenet“ im Kino überwältigen. Die verschlungenen Wege komplett nachzuvollziehen, die der namenlose Protagonist (John David Washington) und sein Partner Neil (Robert Pattinson) vor allem im bombastischen Finale durch die Zeit nehmen, ist nahezu unmöglich.

    Schon bei einer zweiten Sichtung ist jedoch vieles einfacher zu verfolgen, so dass ziemlich schnell klar wird, was am Ende passiert. Fangen wir ganz am Schluss an:

    Der Algorithmus ist aufgehalten

    Der Protagonist, Neil und Ives (Aaron Taylor-Johnson) haben erfolgreich den Algorithmus an sich gebracht, also jenen mysteriösen Apparat, mit dem die Menschheit der Zukunft die Menschheit der Gegenwart auslöschen könnte.

    Nun teilen die drei Männer das Gerät unter sich auf, damit niemand über den ganzen Algorithmus verfügt und so (absichtlich oder nicht) erneut die Menschheit in Gefahr bringt. Allerdings überreicht anschließend Neil seinen Teil des Algorithmus dem Protagonisten, da er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat:

    Neil öffnet die Tür

    Um überhaupt erst an den Algorithmus zu gelangen, mussten der Protagonist und Ives durch eine verschlossene Tür, die erst durch das Auftauchen einer mysteriösen Gestalt geöffnet wurde. Dabei handelt es sich um den durch die Zeit zurückreisenden Neil, der bei dieser Heldentat seinen Tod findet, indem er eine für den Protagonisten bestimmte Kugel abfängt.

    Zuvor war er bereits mitten in seiner invertierten Mission aus dem in der Zeit zurückreisenden blauen Team ausgeschert, um den Protagonisten und Ives (vergeblich) vor dem verminten Eingang zu warnen. Nur so konnte er die beiden Männer und den Algorithmus dann (nun wieder vorwärts in der Zeit reisend) aus dem unterirdischen Raum befreien. Neil unternimmt nach dem vermeintlichen Happy End also eine weitere Inversion, wohl wissend, dass er dabei sterben wird.

    Das Ende von "Tenet" ist alles andere als ein Happy End!

    Paradoxe Zeitschleifen

    Doch trotzdem ist es (je nach Blickwinkel) erst der Anfang einer wunderschönen Freundschaft (hier verneigt sich Nolan vor „Casablanca“) zwischen dem Protagonisten und Neil. Denn wie Neil in den letzten Minuten des Films enthüllt, wurde Tenet in der Zukunft von dem Protagonisten gegründet (Tenet ist nicht nur der Titel des Films, sondern auch der Name der Geheimorganisation, die den Krieg der Zeiten zu verhindern versucht).

    Neil und der Protagonist kennen sich also schon seit Jahren, zumindest aus Neils Perspektive. Denn es stellt sich heraus, dass der Protagonist der Zukunft Neil selbst rekrutiert hat, damit dieser Neil dem Protagonisten der Gegenwart bei seiner Mission hilft – eine der vielen (scheinbar) paradoxen Zeitschleifen in „Tenet“.

    "Tenet"-Soundtrack veröffentlicht: Hier könnt ihr euch die Musik von Ludwig Göransson anhören

    Unter anderem wird hier dann auch enthüllt, dass Neil bereits in der ersten Szene des Films zu sehen war: Beim Kampf in der Oper von Kiew ist nämlich eine vermummte Gestalt zu sehen, die denselben auffälligen roten Anhänger trägt und dem Protagonisten dort bereits das Leben rettet.

    Zwei parallele Handlungsstränge

    Parallel zu den Ereignissen in Russland rund um den Protagonisten muss die ebenfalls in der Zeit zurückgereiste Kat (Elizabeth Debicki) auf der Yacht in Thailand verhindern, dass sich Bösewicht Sator (Kenneth Branagh) das Leben nimmt und somit die Bombe zündet, die den Algorithmus verschüttet.

    Schlussendlich tötet sie den verhassten Sator eigenhändig, allerdings erst nachdem der Protagonist, Neil und Ives den Algorithmus in Sicherheit gebracht haben. Die zurückgereiste Kat springt vom Boot, was die Kat aus der Vergangeheit beobachtet, die die springende Frau allerdings für eine Geliebte von Sator hält – eine weitere Zeitschleife.

    „Tenet“ läuft seit dem 26. August 2020 in den deutschen Kinos.

    "Tenet" im Podcast

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    Kommentare
    • Kunrad
      nach der zweiten Sichtung macht es mehr Sinn: Kat braucht keine weil sie sich ja vorwärts bewegt in dem Moment. Inversion bedeutet: du bewegst dich zurück in der Zeit, dafür brauchst du die Maske. Sobald die Inversion vollzogen ist, also quasi stoppt, bewegt man sich selbst vorwärts und die Welt auch, also: no Mask. Das gleich gilt auch für Branagh ;-)
    • Bruce Wayne
      Bin doch sehr überrascht, wie vielen Leuten der Film gefällt. Bei Werken wie Inception oder Interestellar kann ich es ja noch halbwegs verzeihen, aber Tenet besitzt legitim nicht einmal den Mindestbestand an Charakterentwicklung. Es ist aus meiner Sicht fast schon ein unkompletter Film.
    • isom
      Ja, diese Sch.... Coronaparties .
    • Gravur51
      Mach dir keine sorgen. Dieses wochenende war wieder mal sch.. wetter und die leute sind hineingeströmt als wär nie was passiert. Es kamen auch sehr viele für filme die schon längst auf vod verfügbar sind und wir die nur spielen weil ja sonst nix neues anläuft.Allerdings ist das auch ne schlechte Nachricht denn wir scheinen nix aus der Situation gelernt zuhaben.
    • Gravur51
      Keine Ahnung was der nächste grosse Film ist. Alle angekündigten sind weiterhin unsicher
    • Gravur51
      Aber andere frage wieso hatte die debicki keine an.
    • Gravur51
      Kann ich dir versichern hab dort reingeschaut in meinem job ^^
    • ObiWann
      Das is ne gute Frage. Ich weiß es nicht mehr .
    • FilmFan
      Die großen Filme wie Tenet, WW84 etc müssen in jedem Fall Konkurenzlos laufen. Da die Kinos die offen haben nur begrenzt Platz bieten wäre es nicht hilfreich wenn 2 Große Filme gleichzeitig starten würden. Aber soweit sind wir noch nicht.Warten wir ab wenn es die ersten Zahlen gibt. Tenet scheint zudem nicht der ganz große Brüller zu sein, denn viele erwartet haben. Kommt noch dazu. Wird auch viele abschrecken ins Kino zu gehen. Begeisterung lese ich nur wenig zum Film.
    • Bond, James Bond
      https://media1.giphy.com/me...
    • Bond, James Bond
      Wurde das aber auch so erklärt als Sie den Protagonisten das erste Mal losschicken? Die Vermutung lag Nahe.
    • Bond, James Bond
      Also Branaghs Bösewicht trägt nie eine Maske. Und am Ende haben einige auch die Maske fallen lassen.
    • Michael Scheuhuber
      Sie tragen doch immer eine Maske, wenn nicht sind sie in einem Sauerstoffzelt. Oder hab ich da etwas verpasst?
    • Gravur51
      Du immer 10 mal mehr plus eins!
    • ObiWann
      Da hab ich garnich so drauf geachtet 😃 aber ich würds damit erklären das es das erste mal war und sich der Körper erst daran gewöhnen muss .
    • Bond, James Bond
      Ach ja, kann mir jemand doch nochmal erklären, weshalb der Protagonist beim ersten investieren eine Atemmaske braucht, alle anderen nicht und er später ebenfalls nicht mehr? Habe ich da was verpasst?
    • Torben Schmidt
      Das stimmt. Warum Neil nicht Max heißt wäre schnell erklärt. Aber ansonsten denk ich ist es wie der wackelnde Kreisel in Inception. Muss aber sagen mich hat das Ende nicht komplett vom Stuhl gehauen. Für mich persönlich eher einer der zweitbesten Filme. Für mich bleibt MEMENTO und PRESTIGE unerreicht
    • Larry Lapinsky
      Ja, wahrscheinlich testen die erstmal, wie gewinnbringend der sich entwickelt, wie lange er dafür laufen muss, wie viele Säle er benötigt etc. Ich werd aber deswegen auch nicht den Teufel tun und da 3x reinrennen. Und bei US-Filmen spielt nun mal der dortige Markt auch noch eine Rolle. Ich wüsste halt keinen Septemberstart eines großen Films, wo der Vorverkauf demnächst anstünde. Die Termine der Trailer, die man im Kino sah, sind alle schon mehrfach überholt. Da stand etwa bei WW84 ab Juni ... Hoffe wenigstens ab Oktober auf so'n paar mittlere Filme bzw. Klein-Blockbuster wie Tod auf dem Nil oder Jim Knopf. Sonst muss ich Mulan doch noch bei Disney gucken, aus Langeweile. Der Heimkino-Neuheitenmarkt ist ja quasi ab jetzt auch so gut wie tot.
    • Larry Lapinsky
      Weiß man denn bei euch, welcher Blockbuster sozusagen als nächster in der Pipeline ist? Mir ist kein großer Start im September bekannt, wo quasi der Vorverkauf unmittelbar bevorsteht. So wie du es beschreibst, seid ihr dann ja auch mit Tenet komplett ausgelastet. Leider berichtet Filmstarts über sowas zu wenig.
    • FilmFan
      Alles schaut derzeit auf Tenet. Klappt das Experiment oder säuft man sang und klanglos ab. Der Film muss ne ganze Weile laufen um Geld einzuspielen. Leider, und das schreibe ich als Nolan-Oberkritiker, sind die Kritiken die ich bisher gelesen habe sehr durchwachsen. Was schade istAch und in Berlin waren ja auch ne Menge Idioten ohne Maske und Abstandsregel unterwegs. Leichter wird es sicher nicht. Ich hoffe sehr das meine Filme dieses starten.
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