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    "The New Mutants": Darum ist der Erfinder stinksauer auf den "X-Men"-Film
    Von Björn Becher — 12.09.2020 um 15:00
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    Nach jahrelanger Verzögerung läuft „The New Mutants“ nun in den Kinos und wir können uns ein Urteil über das Teenager-Horror-Drama bilden. Einer hat das getan und ist stinksauer – und das ist ausgerechnet Erfinder Bob McLeod.

    Walt Disney

    Bob McLeod erfand gemeinsam mit Autor Chris Claremont die New Mutants. 1982 brachte das Duo den ersten Comic über ein neues junges Superheldenteam heraus. McLeod war als Zeichner für den besonderen Look der Figuren verantwortlich – und ist nun besonders enttäuscht, wie sie in der Kino-Adaption „The New Mutants“ aussehen.

    In einer Stellungnahme auf Facebook macht er deutlich, dass er über die meisten Änderungen hinwegsehen kann, weil die Schauspieler dahinter einfach gut sind: „Ich war enttäuscht, dass sie Dani keine Zöpfe gaben, trotzdem mag ich Blu Hunt. Ich war enttäuscht, dass Rahne kein Rotschopf mit stacheligem Haar wurde, trotzdem bewundere ich Maisie Williams. Ich war enttäuscht, dass Sam nicht groß und schlaksig ist, doch trotzdem mag ich Charlie Heaton.“

    Doch zwei Dinge bringen ihn dann auf die Palme.

    White-Washing und Schreibfehler

    „Vor allem bin ich aber richtig enttäuscht, dass Roberto nicht klein und dunkelhäutig ist. Das ist ein weiteres Beispiel für Hollywood-White-Washing. Dafür gibt es einfach keine Entschuldigung.“

    McLeod dürfte gerade dieser Umstand besonders treffen, weil die Hautfarbe von Roberto in der Comic-Entstehungsgeschichte eine wichtige Rolle spielt. Er nutzt das erste Mal seine Kräfte, als er von einem Rassisten wegen seines Äußeren bei einem Fußballspiel angegriffen wird. In der Verfilmung ist nun die Erregung beim ersten intimen Moment der Auslöser.

    „Josh Boone hat quasi alles ausradiert, was ich dazu beigetragen habe, wie die Figuren aussehen“, erklärt der Comic-Zeichner, der mit seiner Aufregung dabei aber noch nicht am Ende ist…

    Marvel
    Cover des allerersten "The New Mutants"-Comic

    Großansicht des Covers

    Denn den Machern ist wohl noch ein peinlicher Fehler unterlaufen: Der Name des Erfinders wurde im Abspann falsch geschrieben: Sie haben den Credit als Co-Erfinder jemandem namens 'Bob Macleod' gegeben“, so der eigentlich Bob McLeod heißende Autor: „Sie haben sich nicht mal die Zeit genommen, irgendwann in den letzten drei Jahren die Schreibweise meines Namens zu checken.“

    Da das für immer an „The New Mutants“ hängen werde, ist sein Fazit: „Ich glaube, ich bin fertig mit diesem Film!“

    Falls ihr noch nicht fertig mit „The New Mutants“ seid, könnt ihr den ungewöhnlichen „X-Men“-Film in den Kinos sehen. „The New Mutants“ läuft seit dem 10. September. In unserer Kritik fällen wir insgesamt sogar ein eher positives Urteil, auch wenn der Horroranteil sehr lahm ist.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "The New Mutants"

    Noch mehr „The New Mutants“ gibt es daneben in unserem Podcast Leinwandliebe, in dem es unter anderem auch um die bewegte Produktionsgeschichte geht.

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Ja. Hat qualitativ was von Dark Phoenix.
    • Bond, James Bond
      Hast du den gesehen? Weil ich mir nach Dark Phoenix nichts schlimmeres vorstellen kann und mich die Maisie und Anya Taylor doch positiv stimmen.
    • Tobias D.
      Ein bisschen Background: McLeod hat die Reihe nach der achten Ausgabe verlassen. Die Demon Bear-Storyline, welche die Inspiration für den Film ist, geht von Ausgabe 18 bis 21. Nachdem McLeod ging, arbeitete Chris Claremont (als Autor) mit Bill Sienkiewicz zusammen, etablierte einen dunkleren Ton und machte die Serie erst so wirklich erfolgreich.
    • Cirby
      Ja gut, als Schöpfer ist man in solchen Fragen doch immer etwas befangen.Wenn bereits Abweichungen und andere Interpretation so zerrissen werden.
    • Cineast & (Anti)FilmFan 2
      Jep so isses.
    • Tobias D.
      Roberto da Costa ist Brasilianer und wird im Film von Henry Zaga gespielt, welcher Brasilianer ist (mit brasilianisch/ portugiesischen Eltern)Danielle Moonstar ist eine Cheyenne-Tochter und wird von Blu Hunt gespielt, welche zwar nicht Cheyenne ist, aber Nachkommin des Lakota-Stamms ist. Es ist zwar nicht das Gleiche, aber schon näher dran als manch andere Filme es gemacht hätten.Wenn man so kleinlich sein möchte, könnte man natürlich sagen, dass Maisie Williams Engländerin und nicht Schottin ist, Charlie Heaton britisch und nicht amerikanisch ist und Alice Braga Brasilianerin und nicht Puerto Ricanerin ist. Und zu guter Letzt, dass Anya Taylor-Joy in keinster Weise russisch ist. Also da fand ich die Story, dass ein Produzent Julia Roberts in der Rolle der Harriet Tubman haben wollte schon schlimmer.
    • Sentenza93
      Hätte den Streifen so oder so nicht gerettet. 😅
    • Phong Chung
      klar 5 Jahre Genderswapping und Blackwashing sind ja schlimmer als 100 Jahre Whitewashing, hab ich schon fast vergessen.
    • WhiteNightFalcon
      Als Miterfinder sein gutes Recht sich aufzuregen, auch wenn ich seine Meinung in Punkt 1 nicht teile Genderswapping und Blackwashing ist derzeit das weit üblere, weil heuchlerischere Problem. Warum heuchlerisch? Weil es nix mit künstlerischer Freiheit, sondern reiner Anbiederei zu tun hat.... siehe Arielle.
    • André McFly
      In nahezu jedem neuen Film der was adaptiert, werden weiße und/oder männliche Charaktere zu schwarzen und/oder weiblichen Charakteren umgeschrieben. Aber klar, Whitewashing ist das Problem heutzutage ;)
    • isom
      Außerdem ist Reyes das Gegenteil ihrer Vorlage.
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