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    So viel muss "Tenet" einspielen, um kein Flop zu werden
    Von Julius Vietzen — 16.09.2020 um 08:45
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    „Tenet“ hat bislang schon über 200 Millionen Dollar eingespielt. Ein Einspielergebnis, das sich eigentlich sehen lassen kann. Doch weil der neue Film von Christopher Nolan auch ein Budget von 200 Millionen Dollar hatte, reicht das noch lange nicht.

    Warner Bros.

    Warner ist mit „Tenet“ ein Risiko eingegangen, wenn auch eines, für das nicht nur Kinofans, sondern auch Kinobetreiber und sogar andere Studios sehr dankbar sind: Trotz Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen gibt es endlich wieder einen großen, heiß erwarteten potentiellen Blockbuster in den Kinos zu sehen. Und endlich kann man sehen, wie groß die Bereitschaft der Menschen ist, wieder ins Kino zu gehen.

    Ob sich das Risiko jedoch auch finanziell auszahlt, wird sich erst noch zeigen müssen.

    So teuer war "Tenet"

    „Tenet“ war mit einem Budget von 200 Millionen Dollar der zweitteuerste Film von Christopher Nolan (nach „The Dark Knight Rises“). Ursprünglich war sogar von 225 Millionen Dollar die Rede, vermutlich ist die niedrigere Summe durch Steuervorteile zu erklären, die dafür gewährt wurden, dass die Dreharbeiten in einem bestimmten Land oder Bundesstaat stattfanden.

    Hat "Tenet" sogar 225 Millionen Dollar gekostet?

    Aktuell (Stand: 16. September 2020) steht „Tenet“ bei einem weltweiten Einspielergebnis von 207,5 Millionen Dollar. Wie immer gilt jedoch: Das bedeutet nicht, dass Warner nun bereits 7,5 Millionen Dollar mit „Tenet“ verdient hat.

    Die 200 Millionen Dollar sind das reine Produktionsbudget. „Tenet“ musste natürlich zusätzlich auch noch vermarktet werden, was bei einem Film dieser Größenordnung zusätzliche Kosten in Millionenhöhe verschlungen haben dürfte. Aber lassen wir diese Kosten erstmal noch außen vor.

    Einen Teil des eingespielten Geldes erhalten nämlich auch die Kinobetreiber (aber wohl auch Regisseur Nolan selbst über seine Produktionsfirma). In den USA streicht Warner zwar 60 Prozent der Ticketeinnahmen ein, in China – wo „Tenet“ bislang 51 Millionen Dollar eingespielt hat, mehr als in allen anderen Ländern – allerdings nur 25 Prozent.

    So viel muss "Tenet" einspielen

    Daher schreiben die US-Branchenmagazine (etwa Variety) auch, dass etwa das Doppelte des Budgets nötig wäre, um den Flop zu vermeiden:

    400 Millionen Dollar muss „Tenet“ einspielen, damit Warner am Ende kein Geld verliert. Ab ungefähr 450 Millionen Dollar kann das Studio dann von einem Gewinn sprechen.

    In dieser Rechnung sind dann zwar die Marketingkosten und ähnliches noch nicht enthalten, aber es gibt ja auch noch Einnahmen aus Heimkino und TV. Gute 200 Millionen Dollar fehlen also noch, was angesichts der Tatsache, dass Filme normalerweise das meiste Geld an den ersten Wochenenden einspielen, auf eher schlechte Chancen für „Tenet“ hindeutet.

    Doch das Schlüsselwort hier ist „normalerweise“: „Tenet“ ist eben auch unter sehr außergewöhnlichen Umständen gestartet. In den USA – sonst der größte und wichtigste Kinomarkt der Welt – steht „Tenet“ aktuell bei nur 29,5 Millionen Dollar, aber in den Kino-Hauptstädten Los Angeles, San Francisco und New York sind die Säle eben noch komplett oder größtenteils geschlossen.

    Trotzdem hat „Tenet“ in den wenigen geöffneten Kinos in Los Angeles am vergangenen Wochenende das meiste Geld eingespielt, wie Deadline berichtet. Sollten die genannten Großstädte in den nächsten Wochen und Monaten also wieder ihre Kinos öffnen können, wäre dort bestimmt noch einiges zu holen für Warner.

    Außerdem ist und bleibt die Konkurrenzsituation eben auch sehr schwach, so dass „Tenet“ mehr Zeit als üblich bleibt, um das nötige Geld einzuspielen. Durch die Verschiebung von „Wonder Woman 1984“ hat Warner ja beispielsweise die hauseigenen Konkurrenz aus dem Weg geräumt.

    Für "Tenet"-Erfolg: "Wonder Woman 1984" wird verschoben, "Dune" vorerst nicht

    „Tenet“ läuft seit dem 26. August 2020 in den deutschen Kinos.

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    Kommentare
    • Björn W
      Selbst ein Nolan Film, bekommt eben auch mal kritische Stimmen. Das ist hart, aber so ist das Leben
    • Björn W
      Ich habe den Film nicht gesehen!Jedoch andere Nolan Filme.... Und Filme die nicht dafür gemacht wurden um von jedem verstanden zu werden, ist eben auch nicht ao populär wie es das Studio gerne hätte.Und ganz nebenbei gibt es auch pseudo intelligente Filme
    • Micox
      Leider letzte Vorstellung 19:00.. Sorry.. Schaffe ich eben nicht..
    • FilmFan
      Ja. Ich bin in der Tat jung. Jung im Geiste. Jahrgang 65 Du Leuchte.
    • Mr. no oNe
      Ich mag den auch, ja ein wirklich cooler Film. Hab den letztens mal wieder gesehen. Ja sollte er, ich würde es mir angucken.
    • greekfreak
      Cooler Film,Tom Cruise sollte öfter´s solche Rollen spielen.
    • Mr. no oNe
      Lord of War ist Hammer, wenn ich mal fragen darf. Wie fandest Du Barry Seal (mit Tom Cruise)?. Geht ja fast in die selbe Richtung.
    • Solecism
      Fand ich nicht so. Für mich war es durchaus eine Reise um die Welt. Indien, Estland, Italien, das Niemansland.Je mehr Schauplätze, desto mehr Kosten hat man.Dann noch auf den Schiffen in der Ost- oder Nordsee.Dazu die Setbauten für die Kampfszene... auch wenn da z.T. mit Miniaturen getrickst wurde - würde mich interessieren, ob man diese Ruinenstadt extra aufgebaut hat.Dazu der Aufwand, viele Szenen doppelt zu drehen (vorwärts- und rückwärts).
    • Tobias D.
      Natürlich ist beides teuer, wenn man Top-Qualtität haben will. Aber dennoch würde ich sagen, dass die Kurve bei praktischen Effekten etwas schneller ansteigt als bei CGI-Effekten. Und bezüglich der Studios merke ich es auch gerade, wo du es sagst. Das Top-Studio scheint Industrial Lights and Magic zu sein, welches in der Regel für Marvel die Effekte macht. Aber das ist auch so der einzige Name, den ich immer wieder lese.
    • Piet
      das ist doch der knackpunkt!da brauchst damit die logik des films funktioniert eine interaktion zwischen invertiert und nicht invertiert. du brauchst die sicht des beobachtersetwas invertiertes muss immer mit etwas nicht invertiertem intereagieren.ziel der unbekannten antagonisten in der zukunft ist es aber doch: alles zu invertieren dann hast du aber keine position des beobachters mehr!
    • greekfreak
      Generell werden alte Fluzeuge komplett aussgeschlachtet ,alles was noch funktioniert wird als Ersatzteil benutzt (Triebwerke,wenn sie getestet und für in ordnung befunden werden, werden oft wieder in andere Flieger verbaut) ,der Rest landet auf den Schrott. Grosse Metal-Teile wie Tragflächen etc. werden oft eingeschmolzen und dann wieder verkauft,das ist hochwertiges Metal und sehr gefragt,von dem ganzen Kupfer der Kabel-Leitungen (davon hat so ein Passagierflieger,über hundert Meter verbaut) gar nicht zu sprechen.Einen kompletten Jumbo Jet,der noch funktionstüchtig aussieht zu kaufen für den Film,dürfte sicher was gekostet haben.
    • greekfreak
      Terminator 1 war für Cameron und generell Blockbuster-Verhältnisse richtig Low-Budget.
    • Piet
      Die Szene,mit dem Jumbo Jet allein,dürfte eine Stange Geld gekostet haben,dazudas hab ich mir im kino auch gedacht. ist halt die frage: was passiert denn mit so einer 747 am ende ihres lebens?hab es kurz gegoogelt: sie werden nach rund 18 jahren auf den recycle hof gefahren.dabei gilt: The amount of components that can be reused depends on the age of the aircraft. We may remove some 1,200 parts and components from a fairly newish A320-type aircraft. The engines make 80% to 90% of the value and it is always the first thing to go, says Gregory.ich geh also mal davon aus, dass sie die maschine in tenet mit irreparabel defekten triebwerken ausgestattet haben (die sie halt für die szene noch irgendwie zum drehen bekommen haben. ich mein, für den LOST pilot haben sie ja auch ein triebwerk abgreifen können;)aber dennoch ein paar millionen werden es wohl gewesen sein die sie da verbraten haben:D
    • Piet
      man sieht es halt auch sofort.das ungeschulte auge merkt halt nur das die szene irgendwie geil ist ohne das warum genau.das geschulte auge sieht sie und denkt sich der tom ist doch verrückt:D aber geil
    • Piet
      weil Cameron konnte es sich nicht leisten einen echten Tanklaster in die Luft zu jagen.hat er ja in T2 nachholen können;)
    • stahlgewitter
      Ganz genau, und so sieht die Realität halt nicht aus. Die meisten kennen sich nicht, sind keine Familie. 50% könnte momentan nicht erreicht werden, nicht bei den Regeln. Ich war bestürzt über einen Samstag Abend Besuch.
    • Piet
      The Corridor CrewDanke für den Tipo
    • Piet
      Eigentlich gilt für echte Effekte und CGI das gleiche. Je besser, desto teuer.CGI kriegst zu (wenn du willst) zum Ramschpreis aus Osteuropa (Olympus has fallen)Praktische Effekte sind halt generell teuer. Gewisse Dinge (Vorstellungen) können jedoch nicht mit prakischen Effekten nicht realisiert werden.Gutes CGI ist teuer. Mit CGI kann potentiell alles realisiert werden. Dabei gilt jedoch: Je größer der anteil von CGI am gesamtbild - desto teuer und desto schwieriger.und: CGI hat natürlich nach wie vor Grenzen. Ist der ganze Film CGI - so siehts du das.Bei CGI kommt jedoch noch eine Sache hinzu die auch mir bis vor kurzem nicht bekannt war: Es gibt nur eine Handvoll Studios die A+++ CGI abliefern können. Die können jedoch nur eine gewisse Anzahl von Aufträgen annehmen. So kann es vorkommen, dass trotz vorhandenem Budget und Wunsch nach besserer CGI diese Aufgrund von Terminierung nicht möglich war. (Black Panther)
    • Piet
      das war aber auch nicht das thema, oder? es ging um einspielergebnisse.
    • Mr. no oNe
      Hey :), hab ich ja auch nicht falsch aufgenommen :), war nur in eile, meine Mittagspause war leider schon zu Ende 😄.Ja das stimmt, die Szene taucht auch immer wieder auf, wenn du bei YT nach schlechten CGI schaust. Die ist fast immer dabei. Das stimmt, man hätte die Surfszene so machen sollen wie in deinem Beispiel. Der Aston Martin war auch zu voll gestopft mit Technik.
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