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    Kinotipp: Das sind die 5 besten Filme beim Fantasy Filmfest!
    Von Christoph Petersen — 17.09.2020 um 17:20
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    In Berlin ist das Fantasy Filmfest schon durch – und wir haben uns alle 21 Filme angesehen. In anderen Städten läuft das Festival aber (erst) noch – und damit ihr das Beste nicht verpasst, gibt es hier unsere 5 absoluten Highlights aus dem Programm:

    Platz 5:
    Bloody Hell

    Nach einer achtjährigen Haftstraße macht Rex (Ben O'Toole) erst mal eine Reise nach Finnland – und wird dort direkt bei seiner Ankunft von einer einheimischen Familie gekidnappt, die ihn in ihren Keller sperrt, um ihm nach und nach seine Gliedmaßen abzusägen, die dann an den ältesten Sohn verfüttert werden. Der weigert sich nämlich, irgendetwas außer Menschenfleisch zu essen…

    „Bloody Hell“ (siehe Foto oben) läuft als Weltpremiere auf dem Fantasy Filmfest – und ist damit so frisch, dass es aktuell noch nicht mal einen Trailer gibt. Uns jedenfalls hat Horror schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht – denn neben durchgeknallten Finnen hat die Splatter-Groteske auch noch eine Menge zündender Ideen zu bieten. So führt Rex etwas ständig Selbstgespräche – wobei sein Gesprächspartner, ebenfalls gespielt von Ben O'Toole, im Gegensatz zu ihm allerdings noch beide Beine hat!

    Platz 4:
    Fanny Lye Deliver’d

    Eine abgelegene englische Farm im Jahr 1657: Nach der Ankunft zweier nackter Fremder lernt die treu ergebene Ehefrau Fanny Lye (Maxine Peake), dass es mehr im Leben geben kann als der unbedingte Gehorsam gegenüber ihrem strenggläubigen Veteranen-Ehemann John (Charles Dance). Aber so harmlos sind die Fremden gar nicht – und auch ein ruchlos-korrupter Sheriff auf Hexenjagd treibt sich in der Gegend rum…

    „Fanny Lye Deliver’d“ ist ein Slow-Burn-Historien-Thriller mit einem großartigen Soundtrack, den Regisseur Thomas Clay, inspiriert von Ennio Moricone, in dreijähriger Arbeit selbst komponiert hat. Das England der 1650er, als nach der Absetzung des Königs für kurze Zeit alles möglich schien, ist ein endlos faszinierender Schauplatz – und „Fanny Lye Deliver’d“ zieht die Spannungsschraube und die Gewaltspirale mit gnadenloser Konsequenz immer weiter an. Das geistige Sequel zum legendären Historien-Horrorfilm-Klassiker „Der Hexenjäger“ mit Vincent Price.

    Platz 3:
    Possessor

    Tesya Vos (Andrea Riseborough aus „Mandy“) arbeitet als Auftragskillerin – allerdings begeht sie die Morde nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern übernimmt im Vorfeld die Körper von Personen, die der Zielperson nahestehen. Allerdings treibt sie die Prozedur immer mehr an ihre geistigen wie körperlichen Grenzen…

    Mit seinem zweiten Film tritt Brandon Cronenberg endgültig in die Fußstapfen seines berühmten Vaters David Cronenberg („Crash“): „Possessor“ ist ein ebenso verstörender wie ultrabrutaler Neo-Noir, der die scheinbar endlosen Abgründe seiner Science-Fiction-Prämisse thematisch wie ästhetisch gnadenlos auslotet. Brillant bis an die Schmerzgrenze!

    Platz 2:
    Palm Springs

    Die schwarzhumorige Zeitschleifen-Komödie ist so etwas wie die Slacker-Antwort auf den Genre-Klassiker „… und täglich grüßt das Murmeltier“: Andy Samberg durchlebt zwar wie einst Bill Murray immer wieder denselben Tag – dabei schert er sich aber nicht etwa um wettervorhersagende Nagetiere, sondern vor allem um seinen Nachschub an Dosenbier…

    „Palm Springs“ ist ein cleverer, schwarzhumoriger, hervorragend gespielter, ungeheuer lässiger, zugleich aber auch ungemein warmherziger Crowdpleaser, der hoffnungslose Romantiker (mit Langhalsdinosauriern im Mondenschein) und überzeugte Liebesmuffel (mit 30-Tonner-Frontalcrashs) gleichermaßen begeistern dürfte.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Palm Springs"

    Platz 1:
    Mandibules

    Im neuen Film von Quentin Dupieux, dem Regisseur für die ganz besonders schrägen Filmideen (= „Rubber“), stoßen zwei nicht ganz helle Kumpels im Kofferraum eines gestohlenen Autos auf eine Fliege in der Größe eines kleinen Hundes. Ihr naheliegender (?) Plan: Sie wollen das auf den Namen Dominique getaufte Insekt dazu abrichten, für sie in Banken einzubrechen…

    Und ja, diese Riesenfliege tut Dinge, die inhärent komisch sind! Dass das Publikum sich immer wieder vor Lachen die Bäuche hält, hat aber vor allem damit zu tun, dass all die grotesken Begebenheiten in der Welt von „Mandibules“ niemanden großartig zu interessieren scheinen. Einfach ein saulustiger Tanz zwischen himmelschreiender Absurdität und fast schon unanständigem Understatement – ein waschechter Dupieux eben!

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Mandibules"

    In diesen Städten läuft das Fantasy Filmfest (erst) noch

    Hamburg: noch bis zum 20. September im Savoy (zum Programm)

    München: noch bis zum 20. September im Cinema (zum Programm)

    Nürnberg: noch bis zum 20. September in Cinecitta (zum Programm)

    Stuttgart: vom 23. bis 27. September in den Innenstadtkinos (zum Programm)

    Köln: vom 23. bis 27. September in der Astor Filmlounge (zum Programm)

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