Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Kontrovers diskutierter Oscar-Abräumer: Der beste Film 2018 läuft nur noch morgen bei Netflix
    Von Daniel Fabian — 24.09.2020 um 13:50
    facebook Tweet

    Für die einen das Paradebeispiel für Wohlfühlkino, für die anderen bedenklich – das ist „Green Book“. Bis zum 25. September 2020 könnt ihr euch von dem Vorjahres-Oscargewinner mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali noch auf Netflix überzeugen.

    2018 eOne Germany

    Als der für Komödien wie „Dumm und dümmer“ und „Verrückt nach Mary“ bekannte Peter Farrelly 2018 mit seinem neuen Film auf der Matte stand, hätten wohl die Wenigsten erwartet, dass das Comedy-Ass kurze Zeit später zweifacher Oscar-Preisträger sein würde (für das beste Drehbuch und den besten Film). Doch dann kam „Green Book - Eine besondere Freundschaft“ – der nicht nur bei den Academy Awards, sondern auch an den Kinokassen ein voller Erfolg war (weltweites Einspielergebnis: 321,8 Millionen Dollar).

    Und Netflix tat wohl gut daran, sich den Hit direkt ins Programm zu holen. Denn auch wenn der Streaming-Riese mit offiziellen Zahlen gerne geizt, dürfte der Film wohl auch im Heimkino viele Menschen erreicht haben. Falls ihr den Film aber immer noch ungesehen auf eurer Watchlist habt, solltet ihr euch jetzt sputen:

    „Green Book“ ist nur noch bis zum 25. September 2020 auf Netflix.

     

    Das ist "Green Book"

    Darum geht’s: „Green Book“ erzählt die Geschichte des Italo-Amerikaners Tony Lip (Viggo Mortensen), der sich in den USA der 60er Jahre mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, bis er eines Tages ein verführerisches Angebot bekommt: Er soll Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) quer durch die Staaten chauffieren und auf seiner Tour begleiten.

    Einziges Problem: Shirley ist schwarz. Denn nicht nur ist Tony davon selbst nicht gerade begeistert, die beiden erwartet vor allem in den Südstaaten alteingefahrener Rassismus. Doch Tony willigt ein – und im Kampf gegen Diskriminierung entwickelt sich schon bald eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden gegensätzlichen Männern.

    Die besten Filme auf Netflix

    Das FILMSTARTS-Fazit: Peter Farrelly drückt die richtigen Knöpfe, um seinem Publikum ebenso berührende wie kurzweilige Oldschool-Wohlfühlkino-Unterhaltung zu bieten. Dabei sind es vor allem die Stars Marhershala Ali und Viggo Mortensen, die mit ihrem sympathischen Spiel zu Hoffnungsträgern in einer Welt werden, wo Freundschaft zwischen Schwarzen und Weißen auch 50 Jahre später noch keine Selbstverständlichkeit ist.

    Die Kontroverse um "Green Book"

    Wie auch viele Zuschauer konnten wir Peter Farrellys Oscar-Abräumer einiges abgewinnen. Dafür sprechen 4 von 5 möglichen Sternen in der FILMSTARTS-Kritik, außerdem landete „Green Book“ innerhalb der Redaktion gleich auf drei Top-10-Listen des Jahres 2019 – unter anderem auch vom Autor dieser Zeilen.

    Gleichzeitig wurde an vielen Stellen aber auch Kritik laut. Im Zentrum stand dabei vor allem die Frage, wie viel von der Geschichte sich auch tatsächlich so ereignete, sowie die Debatte, dass es sich nur um eine weitere Rassismus-Geschichte handele, die anhand eines Erweckungserlebnisses eines Weißen, eines sogenannten „White Saviour“, erzählt wird.

    Spike Lee – einer der bekanntesten Schwarzen Filmemacher, dessen ebenfalls auf wahren Begebenheiten beruhender Film „BlacKkKlansman“ auch nominiert war –, zeigte sich bei der Verleihung sichtlich erzürnt über den „Green Book“-Sieg und verweigerte sogar den Applaus. Und auch im Netz wurde reichlich Kritik geübt:

    Am besten ist's aber natürlich immer, wenn ihr euch ein eigenes Bild von dem Film macht – zum Beispiel bis morgen auf Netflix.

    Nach "Enola Holmes": So könnte es in einer Fortsetzung auf Netflix weitergehen

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • Isom
      Cage hab ich noch nicht gesehen, aber wie gesagt, auf Blade bin ich so oder so angefixt.
    • Klaus S aus S
      Nachdem ich Ali in Netflix´s Luke Cage als Cottonmouth gesehen habe kann ich ihn mir sogar sehr gut als Blade vorstellen
    • Klaus S aus S
      besonders kontrovers ist Uncle Ben´s Reis mit Zigeunersoße munkelt man
    • Marta S.
      Ein bisschen mehr Kritik oder Tiefgang im FIlm hätte ich mir gewünscht, aber dann wäre die Lockerheit überspielt worden. Insgesamt fand ich, dass die Zwei ein gutes Team abgaben. Auch ein Film dieser Art muss nicht bierernst sein. Es geht hauptsächlich um zwei völlig unterschiedliche Männer, die Freundschaft schließen, obwohl es theoretisch in damaliger Zeit in diese Konstellation fast unmöglich gewesen wäre. Das muss man dann aber auch hinnehmen und nicht kritisieren.
    • ObiWann
      Ich mochte den Film ,auch wenn er historisch nicht ganz korrekt ist.Eine Kontroverse kann ich da auch nicht erkennen , netter Feelgood Movie mit 2 Starken Schauspielern .
    • Sentenza93
      Ja, es ist Wohlfühlkino. Aber kontrovers? Nein. Mortensen's Figur zum Beispiel rettet ja nicht die von Ali, sondern eher umgekehrt.
    • Tobias D.
      Ich würde Green Book jetzt nicht als bedenklich bezeichnen, aber für mich war der Film nur so mittel, weil er tatsächlich nicht mehr als Wohlfühlkino war. Das macht den Film in keinster Weise schlecht, es war nur für zu leicht.
    • greekfreak
      Kontroverse,was für eine Kontroverse?Spike Lee,denn man seit langen nicht mehr ernst nehmen kann,hat sich getriggered gefühlt weil nicht sein Rassismus ist schlecht mkayyy..-Film den Oscar bekommen hat,sondern ein Konkurrenz-Produkt,hat dann auf Twitter ein paar Buzzwords abgelassen und ein paar Idioten sind drauf aufgesprungen.That´s it...Das ist ungefähr so lächerlich wie die Kontroverse um Uncle Ben´s Reis.
    • Isom
      Auch wenn ich mir Ali noch nicht ganz als Blade vorstellen kann, bin ich gespannt.
    • Jimmy v
      Die Kontroverse habe ich nicht verstanden. Ja, es ist ein Wohlfühlkino, ja es ist historisch nicht ganz akkurat. So viele andere Filme sind das aber auch. Der Film etabliert von Anfang, dass er das nicht sein will, im Gegensatz zu anderen historischen Stoffen, die sich ernst nehmen und dann doch nur extrem moderne Ideen mit dem Holzhammer auftragen (ich denke da Mary, Queen of the Scots oder wie das olle Teil hieß).Auch der Vorwurf des White Saviour geht hier völlig vorbei. Es ist doch gar nicht Masherals Figur, die hier gerettet wird, sondern Mortensens. Der schwarze Pianist bringt seinem Fahrer quasi bei wie seine Welt wirklich aussieht.Spike Lee ist wirklich keine Referenz. Der Mann ist ein großartiger Filmemacher, aber er sollte sich hier und da wirklich mal zurückhalten. Der regt sich ja quasi über alles auf, in jedem Jahr, bei jeder Oscarverleihung.
    Kommentare anzeigen
    Back to Top