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    "Tenet": Die Inversions-Szenen waren sogar noch schwieriger zu drehen, als gedacht
    Von Julius Vietzen — 25.09.2020 um 17:00
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    Dass es kompliziert ist, eine Szenen zu drehen in der eine invertierte und eine nicht-invertierte Figur miteinander kämpfen, wird wohl niemand bezweifeln. Probleme bei den Dreharbeiten zu „Tenet“ bereiteten jedoch auch ganz alltägliche Dinge.

    Warner Bros.

    In unserer Kritik zu „Tenet“ heißt es über die Action-Sequenzen:„Man mag sich kaum ausmalen, wie viel Planung in diese Szenen geflossen sein muss – gerade weil so gut wie nichts in ‚Tenet‘ am Computer entstanden ist. Man kann sich sogar gut vorstellen, dass Christopher Nolan und seine Choreographen eine eigene Sprache entwickeln mussten, um überhaupt mit der nötigen Präzision und ohne ständige Missverständnisse über das sprechen zu können […].“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Tenet"

    Wie kompliziert die Dreharbeiten zu „Tenet“ wirklich waren, werden wir womöglich erfahren, wenn „Tenet“ auf DVD und Blu-ray erscheint und dort ein ausführliches Making-Of enthalten ist, womöglich aber auch nie, weil Christopher Nolan ein ziemlicher Geheimniskrämer ist.

    Doch selbst aus den bislang bekannt gewordenen Informationsschnipseln fügt sich ein relativ deutliches Bild davon zusammen, wie kompliziert es war, die Szenen zu drehen, in denen eine oder mehrere Figuren invertiert sind, also rückwärts durch die Zeit reisen.

    Die Actionszenen

    Am auffälligsten und naheliegendsten sind sicherlich die Kämpfe und Actionszenen in „Tenet“. An einer Stelle kämpft der Protagonist (John David Washington) etwa gegen eine invertierte Version seiner selbst (ohne das in dem Moment zu wissen, wohlgemerkt), was für eine der außergewöhnlichsten und faszinierendsten Kampfszenen der Kinogeschichte sorgt.

    Wie aufwändig das Training dafür war, deutete eine offizielle Featurette zu „Tenet“ an, die Washington dabei zeigt, wie er so ziemlich jeden Stunt selbst performt und jeden Kampfablauf selbst einstudiert.

     

    Mehr als nur die Kampf-Choreographien

    Interessanterweise benennt Washington im Interview mit ComicBook.com zwar auch die Choreographien als einen schwierigen Aspekt der Dreharbeiten zu „Tenet“, gleichermaßen Schwierigkeiten habe ihm aber ein überraschend triviale Körperfunktion bereitet:

    „Ich meine, glaubt es oder nicht, aber das Blinzeln. Ich habe [von Christopher Nolan] eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen wegen des Blinzelns bekommen, während wir in der invertierten Welt waren.“

    Dass es gar nicht so leicht ist, etwas so Normales und Automatisiertes wie Blinzeln während einer Inversion zu spielen, leuchtet ein. Ebenso sieht es mit einem anderen Aspekt der Dreharbeiten aus, an den wenigstens der Autor dieser Zeilen nie gedacht hat: den Kostümen der Darsteller.

    Kostümprobleme

    Im Interview mit Esquire sprach der oscarnominierte „Tenet“-Kostümdesigner Jeffrey Kurland darüber, wie er verhinderte, dass sich Teile von Kleidungstücken falsch bewegen, wenn eine Szene vorwärts gedreht und dann im Film rückwärts abgespielt wird, und damit die Illusion einer invertierten Welt (oder Figur) zerstören.

    „Wenn man zum Beispiel ein Jackett zuknöpft, bewegt sich der vordere Teil mit dem Wind und Bewegung. Ich konnte aber nicht zulassen, dass es zurückflattert, daher habe ich die Vorderseiten dieser Jacketts mit einer Art Karton ausgefüttert.“

    Das Problem mit den „falsch“ flatternden Kleidungsstücken sei Nolan bei Probeaufnahmen aufgefallen. „Es ist simpel, dieses Extrafutter in einem Teil des Anzugs. Aber es hat funktioniert. Er hat erreicht, was er wollte“, so Kurland.

    „Tenet“ läuft seit dem 26. August 2020 in den deutschen Kinos.

    Im Podcast: "Tenet" erklärt

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