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    "Oblivion" mit Tom Cruise: Einer der Autoren hasst den Film so sehr, dass er nicht einmal Geld dafür wollte
    Von Annemarie Havran — 15.10.2020 um 14:15
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    Einen potenziellen Science-Fiction-Klassiker will William Monahan mit seinem ursprünglichen Drehbuch zu „Oblivion“ geschrieben haben! Doch dann wurde das Skript überarbeitet – und laut Monahan komplett vermurkst.

    Universal Pictures

    Oblivion“ mit Tom Cruise und Olga Kurylenko lief 2013 in den Kinos und kam bei der Kritik jetzt nicht gerade überragend, aber auch nicht schlecht an.

    Doch einer der Macher des Films ließ dennoch kein gutes Haar an dem Film: Nach dem Kinostart berichtete CinemaBlend von einem Interview, das Autor William Monahan mit Den of Geek geführt und dabei den Film verrissen hatte – nicht etwa wegen der Darsteller oder der Regie, sondern wegen des Drehbuchs!

    Warum schießt der Drehbuchautor aber gegen das Drehbuch? Nun, Monahan schrieb zu „Oblivion“ lediglich die erste Drehbuchfassung, die seiner Meinung nach geradezu genial gewesen sei, „vielleicht ein Science-Fiction-Klassiker“. Der Autor glaubt, wegen seines sehr guten Drehbuchs habe der Film überhaupt erst grünes Licht vom Studio bekommen.

    Dann aber wurde das Skript an andere Autoren zur Überarbeitung weitergereicht, was nicht unüblich ist, und die hätten aus seinem Entwurf etwas komplett anderes gemacht:

    „Sie haben es in Kanonenfutter verwandelt“, urteilte Monahan im Interview.

    Auch die Stars Tom Cruise, Olga Kurylenko, Morgan Freeman und Andrea Riseborough, die er alle sehr liebe, hätten den Film dann nicht mehr retten können.

    Kein Autoren-Credit, kein Geld – aber das ist Monahan lieber so!

    Monahan, der für sein Drehbuch zu „The Departed - Unter Feinden“ übrigens mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, erklärte zwar nicht näher, wie die Geschichte bei ihm ausgesehen hätte – von seinen Ideen sei jedoch „fast nichts“ mehr im finalen Drehbuch vorgekommen. Lediglich einige Details wie das Verhalten der Drohnen, die Meerwasser-Sammler, Horatius am Gate und ein paar Story-Elemente habe man von seinem ersten Entwurf übernommen.

    Weil er die Änderungen so schrecklich fand, habe er sich auch nie darum bemüht, eine Drehbuchautoren-Nennung bei „Oblivion“ zu bekommen: „Mir keinen Credit bei dem Film gesichert zu haben, kostet mich wahrscheinlich eine beträchtliche Summe an Tantiemen, aber das ist mir egal.“ Der Regisseur und das Studio hätten sich mit dem neuen Drehbuch ihr Bett gemacht und darin sollen sie nun auch liegen.

    Das finale Drehbuch, nach dem Regisseur Joseph Kosinski „Oblivion“ letztlich drehte, stammt übrigens von Karl Gajdusek („The King's Man: The Beginning“) und Michael Arndt („Die Tribute von Panem“).

    Wir finden den Film ja eigentlich ganz gut und haben 3,5 von 5 möglichen Sternen in unserer FILMSTARTS-Kritik vergeben:

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Oblivion"

    Kommt "Oblivion 2"?

    Mit einer Fortsetzung durch „Oblivion 2“ rechnen wir aber dennoch nicht. Bislang gibt es keine Berichte über etwaige Pläne und auch die im Schnitt mittelmäßigen Kritiken und die weltweite Einspielsumme von 286 Millionen Dollar, die für das kolportierte hohe Budget von 120 Millionen eher gering ist, sprechen nicht für ein Sequel.

    Wenn ihr euch selbst ein Bild von „Oblivion“ machen wollt, könnt ihr euch den Sci-Fi-Actioner zum Beispiel am 15. Oktober 2020 um 20.15 Uhr oder am 17. Oktober in der Wiederholung um 22.10 Uhr auf VOX ansehen.

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