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    Serienkiller-Horror "Abgeschnitten": Im Kino war er ein Flop, auf Netflix ist er ein Hit
    Von Christoph Petersen — 21.10.2020 um 15:10
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    Endlich wieder großes deutsches Genrekino – düster, brutal und erfolgreich. Das war zumindest der Plan. Aber dann floppte die Bestseller-Verfilmung „Abgeschnitten“ im Kino total. Erst auf Netflix erreicht sie nun doch noch das große Publikum.

    Warner Bros.

    In den Buchhandlung avancierte der ebenso sadistische wie vertrackte Serienkiller-Psychothriller „Abgeschnitten“ von Bestseller-Garant Sebastian Fitzek zum Megahit. Selbst wenn deutsches Genrekino an den Kinokassen so seine Probleme hat, schien es deshalb wie eine sichere Sache, den Stoff mit solchen Stars wie Moritz BleibtreuFahri Yardım und Lars Eidinger für die große Leinwand zu verfilmen ...

    ... aber dann erreichte „Abgeschnitten“ bei seinem Kinostart 2018 gerade mal 192.000 Zuschauer. Viel zu wenig für eine Produktion dieser Größenordnung – zumal mit einer solch phänomenal erfolgreichen Buchvorlage. Damit landete „Abgeschnitten“ in den deutschen Jahrescharts einen Platz vor „Vielmachglas“ und zwei Positionen hinter „Elliot, das kleinste Rentier“ auf Platz 106. Eine bittere Enttäuschung.

    Auf Netflix schalten plötzlich alle ein

    Am 12. Oktober ist „Abgeschnitten“ in Deutschland auf Netflix erschienen – und seitdem hält er sich konsequent in den täglichen Netflix-Top-Ten: Mit dem zeitgleich veröffentlichten Marvel-Blockbuster „Spider-Man: Homecoming“ streitet sich der Horror-Thriller jeden Tag um die Top-Position – und es sieht nicht so aus, als würde sich in den nächsten Tagen etwas an diesem Zweikampf ändern. Nicht einmal das hochkarätig besetzte Netflix-Hitchcock-Remake „Rebecca“ wird hier dazwischenfunken können.

    Allenfalls der an „Der Schacht“ erinnernde Horrorfilm „Kadaver“ aus Norwegen könnte im Kampf um die Spitze womöglich noch ein Wörtchen mitreden. Aber nicht nur die Zahlen von Netflix selbst deuten auf ein hohes Interesse an „Abgeschnitten“ hin – am vergangenen Wochenende ist der Titel auch bei Google Trends, wo die Interessen deutscher Google-Nutzer abgebildet werden, erneut durch die Decke gegangen. Deutsche Filmfans schauen also zumindest einheimische Thriller lieber Zuhause als im Kino.

    Darum geht’s in "Abgeschnitten"

    Der Berliner Gerichtsmediziner Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu) hat schon eine Menge Leichen in seiner Karriere begutachtet – aber einen Toten wie den, in dessen Schädel er einen Zettel mit der Telefonnummer seiner Tochter Hannah (Barbara Prakopenka) entdeckt, hat er trotzdem noch nie gesehen!

     

    Hannah wurde offenbar entführt – und eine vom Täter inszenierte Schnitzeljagd führt schon bald nach Helgoland. Allerdings ist die Nordseeinsel wegen des schlechten Wetters aktuell gar nicht zu erreichen – und so bleibt Paul nur, die Ermittlungen auf Helgoland, die für ihn die junge Comiczeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) und der Hausmeister Ender (Fahri Yardım) übernehmen, per Telefon zu delegieren.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Abgeschnitten"

    Auf den Geschmack gekommen

    Moritz Bleibtreu scheint bei den Dreharbeiten zu „Abgeschnitten“ auf den Geschmack gekommen zu sein. Schließlich hat er kurze Zeit später mit der Arbeit an seinem Debüt als Autor und Regisseur begonnen – und „Cortex“, der bereits morgen in den deutschen Kinos startet, ist nun ebenfalls ein ziemlich düsterer, wenn auch längst nicht so brutaler Genrefilm:

    „Cortex“ ist weniger sadistischer Horror, stattdessen mehr vertracktes Traum-Verwirrspiel auf den Spuren von „Dark“, „Inception“ und David Lynch.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Cortex"

    „Cortex“ läuft ab dem 22. Oktober in den deutschen Kinos.

     

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