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    "Greenland": Die wahren Hintergründe hinter dem Katastrophenfilm mit Gerard Butler
    Von Björn Becher — 23.10.2020 um 17:59
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    In „Greenland“ versucht eine Familie vor dem Weltuntergang Zuflucht zu finden. Rettung versprechen geheime Bunker in Grönland. Die „größte Insel der Erde“ wurde allerdings nicht zufällig gewählt. Wir verraten euch die Hintergründe.

    Tobis Film

    Zu viel zur Geschichte von „Greenland“ wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten, denn die wendungsreiche Erzählung hält im Kino einige Überraschungen bereit. Daher nur das, was auf der Hand liegt: Ein Kometeneinschlag, größer als jener, der die Dinosaurier ausrottete, bedroht die Menschheit. Die letzte Hoffnung scheinen geheime Schutzbunker unter der Erde zu sein. Einer davon ist in Grönland, was übersetzt „Grünland“ oder in englischer Sprache eben „Greenland“ heißt – daher der Filmtitel.

    Dass die Familie von John (Gerard Butler) und Allison Garrity (Morena Baccarin) nach Grönland flieht, ist dabei nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der Ort eine symbolische Wirkung hat, sondern auch, dass die Geschichte einen realen historischen Hintergrund hat.

    Geheime US-Bunker in Greenland

    Denn zum Höhepunkt des Kalten Krieges bauten die Amerikaner, die Grönland zusammen mit Dänemark als sogenanntes „Verteidigungsgebiet“ verwalteten, zahlreiche Militärbasen auf der Insel – so vor allem die ab 1952 errichtete Thule Air Base, die auch den Filmemachern als Vorlage diente und in „Greenland“ eine Rolle spielt. Teil dieser Militärbasen waren unterirdische Bunker, die hauptsächlich für das Überleben einer möglichen nuklearen Katastrophe gedacht waren und noch geheim gehalten wurden.

    Eine der bekanntesten Untergrund-Basen ist Camp Century, die ab 1958 in Grönland errichtet wurde und hauptsächlich als Abschusseinrichtung für Atomraketen konzipiert wurde. Dass diese Basis existiert, wurde erst 1997 (!) der Öffentlichkeit bekannt – allerdings auch, weil sie nicht wirklich genutzt wurde. Aufgrund diverser Probleme wurde das unterirdische System mit vielen Tunneln nämlich bereits 1966 aufgegeben und ist heute vor allem ein Umweltproblem.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Greenland"

    Denn unter dem grönländischen Eis liegen allein durch diese aufgegebene Anlage fast 10.000 Tonnen Müll, die laut einer Studie aufgrund der globalen Erwärmung und der daraus resultierenden Eisschmelze in einigen Jahrzehnten ins Meer fließen und unser Ökosystem deutlich und nachhaltig schädigen könnten. Seit 2017 arbeiten internationale Forscherteams daran, das zu verhindern.

    Ihr seht aber: Es ist kein Zufall, dass Grönland als Zufluchtsort für den Katastrophenfilm gewählt wurde, denn dort gibt es wirklich solche Bunker, die während des Kalten Krieges für Jahrzehnte geheim gehalten wurden. So erklärte auch Regisseur Ric Roman Waugh im Rahmen einer Pressemitteilung zum Start seines Films: „Sie sind real!“

    Die symbolische Bedeutung von Grönland

    Wie bereits eingangs kurz angedeutet, hat der Ort auch eine symbolische Bedeutung, die vor allem Hauptdarsteller Gerard Butler in der Pressemitteilung herausstellt. Für ihn ist Grönland ein Symbol für einen Neustart und für Hoffnung, weil das heute zum Königreich Dänemark gehörende, sich aber selbstverwaltende Land so „rau und unberührt“ sei.

    Für Butler ist Grönland damit der perfekte Ort für die Wiedergeburt der menschlichen Zivilisation, die ja nötig wäre, wenn die Erde, so wie wir sie kennen, wirklich von einem Kometen ausgelöscht werden würde.

    „Greenland“ läuft seit dem heutigen 22. Oktober in den deutschen Kinos.

    "Greenland" und die Lage der Kinos im Podcast Leinwandliebe

    Noch mehr zum Film gibt es übrigens in der Diskussion in der aktuellen Folge unseres Podcasts Leinwandliebe, in der wir den Kinostart von „Greenland“ auch zum Anlass nehmen, über die aktuelle Lage der deutschen Kinos in der Zeit von Corona zu sprechen. Denn die Kinolandschaft erlebt gerade ihren ganz eigenen Katastrophenfilm...

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