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    "Kadaver" auf Netflix: Braucht man für den Horrorfilm einen besonders starken Magen?

    Der nächste Horrorfilm auf Netflix, in dem es auch ums Essen geht. Da fragen sich viele, denen „Der Schacht“ am Ende doch zu heftig und vor allem zu eklig war, ob sie da wirklich reinschauen sollten. Aber wir können weitestgehend Entwarnung geben...

    Netflix

    Der Netflix-Horrorfilm „Der Schacht“ hat im vergangenen März für ganz schön Aufsehen gesorgt. Das hatte zwar zu einem großen Teil mit der existenzialistischen Philosophie-Prämisse der spanischen Produktion zu tun. Aber daneben ein Stück weit sicherlich auch damit, dass der Film stellenweise ziemlich brutal und vor allem ziemlich eklig geraten ist...

    Für viele Zuschauer, die normalerweise nicht einen Horrorfilm nach dem anderen schauen, aber aufgrund der ganzen Diskussionen trotzdem neugierig geworden sind, war das einfach zu viel – und so wurden wir in den vergangenen Tagen immer wieder gefragt, ob man sich denn „Kadaver“ ansehen sollte, wenn einem „Der Schacht“ eher einen Schritt zu weit gegangen ist ...

    Inzwischen haben wir uns „Kadaver“ selbst angesehen – und können nun weitestgehend Entwarnung geben:

    Der Ekel findet fast ausschließlich nur im Kopf statt – und auch in Sachen Brutalität hält sich die norwegische Horror-Produktion eher zurück.

    Darum geht's in "Kadaver"

    Nach einer nuklearen Katastrophe herrscht in Norwegen eine schreckliche Hungersnot. Die ehemalige Schauspielerin Leonora (Gitte Witt) muss sich zusammenreißen, um vor ihrem Mann Jacob (Thomas Gullestad) und ihrer kleinen Tochter Alice (Tuva Olivia Remman) nicht verzweifelt zusammenzubrechen. Aber dann doch noch ein Fünkchen Hoffnung: Es werden Karten für eine abendliche Theatergala im örtlichen Luxushotel verteilt – Festmahl inklusive.

    Das Stück wird allerdings nicht nur im Speisesaal, sondern im kompletten Hotel aufgeführt – und die Gäste sollen dabei goldene Masken tragen, damit man sie auch jederzeit von den Schauspielern unterscheiden kann. Aber schon bald fragen sich Leonora und Jacob, ob all die mysteriösen Vorkommnisse wirklich Teil des Stücks sein können – und dann ist auch noch Alice plötzlich spurlos verschwunden...

    Gewalt- und Ekelszenen in "Kadaver"

    Achtung: Die folgenden Absätze enthalten Spoiler!

    Die einzige wirklich brutale Szene zeigt einen Mann, der sich mit einer Rasierklinge und fettem Blutspritzer in Richtung Kamera selbst die Kehle durchschneidet. (Später stellt sich allerdings heraus, dass das nur ein Teil des Schauspiels und dementsprechend Kunstblut war.)

    Schwerer wiegt da schon, was alles in den versteckten Tunneln und der geschäftigen Küche des Hotels vor sich geht: Da sieht man nämlich in kurzen Szenen, wie die „Wurst“ gemacht wird, wie es doch so schön heißt. Aber auch hier spielen sich die Dinge eher im Kopf des Zuschauers ab: Es gibt ein paar abgetrennte Arme, die auf den Tischen herumliegen, bei denen aber wohl bewusst nicht viel Wert auf Authentizität oder Schockfaktor gelegt wurde.

    Ansonsten wird kurz ein wenig Hackfleisch durch einen Fleischwolf gedreht, bei dem angedeutet wird, dass es sich wohl um Menschenfleisch handelt – und es wird auch angedeutet, dass dieses anschließend von den Hotelbesuchern verspeist wird. Aber das erreicht trotz der thematischen Schwere samt visueller Holocaust-Parallelen nie auch nur ansatzweise den Ekelfaktor von „Der Schacht“.

    Fazit

    „Kadaver“ ist thematisch sicherlich nicht leicht zu schlucken und geht an einige sehr, sehr düstere Orte – aber tatsächlich gezeigt wird in Sachen Brutalität und Ekel eher wenig. Auch weniger hartgesottene Gemüter dürfen also einen Abstecher in dieses Horror-Hotel wagen...

    Kadaver

    „Kadaver“ ist seit dem 22. Oktober 2020 auf Netflix verfügbar

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