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    "Das Damengambit": Darum braucht ihr nicht auf Staffel 2 der Netflix-Serie zu warten
    Von Annemarie Havran — 06.11.2020 um 16:30
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    Der Netflix-Hit „Das Damengambit“ basiert auf einem Buch und die komplette Geschichte wurde in der Serie bereits erzählt. Aber bei Serien wie „The Handmaid’s Tale“ ist es ähnlich und trotzdem gehen sie weiter! Was ist beim „Damengambit“ anders?

    Netflix

    Es gibt sie noch, die abgeschlossenen Serien! Und eine solche ist auch „Das Damengambit“ – von vornherein als Mini-Serie konzipiert, ist die Geschichte rund um Schach-Genie Beth (Anya Taylor-Joy) abgeschlossen und eine zweite Staffel ist nicht zu erwarten.

    Dabei fängt am Ende von Staffel 1 das Leben der jungen Frau doch erst so richtig an, zu erzählen gäbe es da also noch viel! Gibt es nicht also doch noch Möglichkeiten, die Serie fortzusetzen, auch wenn die Buchvorlage „The Queen’s Gambit“ auserzählt ist?

    Wir spielen die verschiedenen Modelle durch:

    Modell "The Handmaid’s Tale"

    Die gäbe es schon – denn es gibt durchaus Beispiele, dass eine Serie sich nur anfangs auf einen Roman stützt und danach die Drehbuchautoren einfach neue Geschichten erfinden. So geschieht das aktuell zum Beispiel bei der preisgekrönten Serie „The Handmaid’s Tale“. Nur die erste Staffel hat auf dem Bestseller „Der Report der Magd“ von Atwood basiert und dessen Geschichte komplett erzählt.

    Für Staffel 2, 3 und 4 wurden die Geschichten von June (Elisabeth Moss) und den anderen Figuren im totalitären Staat Gilead einfach ohne literarische Vorlage erzählt. Ähnlich wurde es auch bei „Game Of Thrones“ gemacht – da überholte die Serie irgendwann die Bücher von George R.R. Martin, also erfanden die Drehbuchautoren ihre eigene Geschichte, allerdings in Absprache einiger wichtiger Eckpunkte mit Martin.

    Möglich ist die Fortsetzung einer Buch-Adaption, auch wenn das Quellenmaterial erschöpft ist, also durchaus – aber bei „Das Damengambit“ ist es einfach nicht geplant. Hier war das Konzept von Anfang an eine „limited series“, also eine Mini-Serie. Bzw. ist das nicht ganz richtig: Ganz ursprünglich sollte die Geschichte ein Spielfilm werden, viele Jahre wurde an diesem Plan gearbeitet. Erst ganz zuletzt schwenkte man auf die Idee einer Serie um.

    Der Netflix-Hit "Das Damengambit" und Heath Ledger: Das ist die traurige Verbindung

    Modell "Big Little Lies"

    Ok, Netflix hat „Das Damengambit“ also hochoffiziell das Etikett „limited series“ verpasst: Nach 7 Folgen ist Schluss und das war von Anfang an so geplant. Weitererzählen wird also schwierig.

    Ist aber bislang jede „limited series“ auch wirklich limitiert geblieben? Nein. Es gibt wenige Beispiele, aber es gibt sie. „Big Little Lies“ mit Nicole Kidman dürfte da wohl das prominenteste sein – denn die HBO-Serie, die ebenfalls eine Mini-Serie sein sollte, steht nun bei zwei Staffeln. Und über eine dritte wird auch schon gesprochen.

    Der Erfolg von „Das Damengambit“ – die Serie rangiert ganz vorne in der Netflix-Top-Ten und wird von der Kritik hochgelobt – könnte Netflix also doch noch zu einem Umdenken bewegen. Hier schlummert also am ehesten eine ganz kleine Chance auf Staffel 2. Doch Serienschöpfer und Regisseur Scott Frank ließ bereits im Interview mit Entertainment Weekly durchscheinen, dass er mit der Serie sehr glücklich sei, so wie sie ist – nämlich abgeschlossen.

    Modell "Das Damengambit 2"

    Aber könnte nicht einfach noch eine Roman-Fortsetzung geschrieben und diese dann verfilmt werden? Das ist wiederum sehr unwahrscheinlich: „Das Damengambit 2“ wird es wohl nicht geben, da der Autor Walter Tevis nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Das Damengambit“ 1983 verstorben ist. Übrigens wurde der Roman bislang nicht ins Deutsche übersetzt, ihr müsst ihn bei Interesse also im englischen Original lesen.

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    Zwar könnte ein anderer Autor Tevis‘ Werk fortführen, diese Praxis gibt es aber wenn dann eher bei bereits umfangreicheren Buchreihen (z. B. bei der „Bourne“-Reihe) als bei für sich stehenden Titeln. Von solchen Plänen ist bezüglich des Schach-Romans jedenfalls absolut nichts bekannt.

    Vielleicht ist es aber einfach auch mal ganz gut, nicht mehr zu wollen und sich mit dem Genuss einer kurzen, aber qualitativ sehr hochwertigen Serie zufrieden zu geben, die ihre Geschichte auch tatsächlich rund abschließt. Denn mal ehrlich: Oft genug hat das Auswalzen einer Serie auf immer mehr und mehr Staffeln eher geschadet als geholfen.

    "Das Damengambit" auf Netflix: Spielen die da richtig Schach oder ist das alles nur Murks?

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