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    Streaming-Tipp: Ein "Stirb langsam"-Nachfolger mit Antonio Banderas, der richtig starke Action bietet
    Von Björn Becher — 15.01.2021 um 17:57
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    Das „Stirb langsam“-Konzept wird immer und immer wieder kopiert – meist von wenig gelungenen Heimkino-Produktionen. Doch „Security“ bildet da eine Ausnahme. Björn Becher kann den Actioner, den es aktuell bei TVNOW zu streamen gibt, nur empfehlen.

    Millennium Films / TVNOW

    +++ Meinung +++

    Ich schaue gerne Actionfilme und zwar nicht nur aus aller Welt, sondern auch günstigste Produktionen. Daher habe ich das „Stirb langsam“-Konzept, also eine Figur findet sich zur falschen Zeit am falschen Ort wieder und muss gegen eine Übermacht kämpfen, schon verdammt oft gesehen. Schließlich wurde es nach dem Erfolg des Kultfilms mit Bruce Willis verdammt oft kopiert – anfangs von Kinoproduktionen wie „Cliffhanger“, „Alarmstufe: Rot“ oder „Sudden Death“, heute von hunderten Billig-Heimkinofilmen.

    Ich habe sehr viele, sehr schlechte „Stirb langsam“-Klone gesehen – umso mehr freut es sich mich, wenn ein Film das Konzept gelungen umsetzt. Das ist bei „Security“ des kanadischen Regisseurs Alain Desrochers („Nitro Rush“) der Fall. Da es den Actionfilm gerade bei TVNOW gibt, ist er meine Streaming-Empfehlung für dieses Wochenende.

    » "Security" bei TVNOW*

    Das ist "Security"

    Antonio Banderas spielt hier den Mann, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet. Als Ex-Elite-Soldat tritt er einen neuen Job in einer Nachtwächter-Crew in einem Einkaufszentrum irgendwo im absoluten Nirgendwo an. Seine erste Schicht hat gerade angefangen, als ein junges Mädchen panisch an die Tür trommelt.

    Wie wir als Zuschauer bereits wissen, war sie eben noch an Bord eines hochgesicherten FBI-Konvois, als der von einem professionellen Killer-Squad niedergemetzelt wurde. Sie ist eine wichtige Kronzeugin gegen einen Verbrecherboss und sucht Zuflucht. Doch die (von Ben Kingsley angeführten) Profi-Killer stehen auch bereits vor der Mall und sind entschlossen, das Mädchen und die Wach-Crew zu töten.

     

    Schon der Inhalt macht deutlich, dass zum „Stirb langsam“-Szenario hier auch noch eine kräftige Spur von John Carpenters Action-Thriller-Klassiker „Assault On Precinct 13“ um ein von einem Mob belagertes Polizeirevier kommt. Natürlich reicht „Security“ nicht an die großen Vorbilder ran, ist aber trotzdem ein zielsicher erzähltes, kurzweiliges und für Actionfans sehr vergnügliches Unterfangen.

    Hier gibt es kaum langweilige Leerstellen und selbst das auf den ersten Blick so schablonenhafte übrige Wachpersonal hat seine Momente. Die Action ist variantenreich genug (auch dank zur Verteidigung improvisierter Fallen im „Kevin – Allein zu Haus“-Stil) und vor allem fast immer sehr gut und übersichtlich eingefangen und gelungen choreografiert. Einziger kleiner Wermutstropfen: Ben Kingsleys rechte Hand wird von MMA-Legende Cung Le verkörpert – und Actionfans dürften aus Filmen wie „Dragon Eyes“ oder „Savage Dog“ wissen, dass der schauspielerisch zwar wenig, aber körperlich dafür umso mehr drauf hat.

    Wenn Le dann den ganzen Film über nur präsent ist, baut das gekonnt Erwartungen auf den Moment auf, wo er angesichts Scharen seiner niedergemetzelten Schergen sagt: „Dann mach ich es jetzt selbst!“ Allerdings kann jene Auflösung dieser Spannung dann diese aufgebauten Erwartungen nicht vollends befriedigen. Gerade beim Nahkampf gegen Banderas musste dann doch zu viel zu Schnitten und wechselnden Kameraperspektiven gegriffen werden, um zu verbergen, dass der Spanier selbst einfach kein Action-Star ist.

    EuroVideo Medien GmbH
    Noch ist die Nacht ruhig, doch das wird sich bald ändern...

    Trotzdem ist Antonio Banderas ein Glücksfall für diesen Film. Es zahlt sich halt doch aus, wenn selbst so einfache, geradlinige Geschichten in den richtigen Rollen mit Stars besetzt sind, die eine gewisse Gravitas mitbringen – und auch sichtlich Bock auf den Part haben statt diesen nur gelangweilt runterzuspielen (*hust* Bruce Willis *hust*). Das verleiht gerade den ruhigeren Momenten mit ihm und seinem Widerpart Ben Kingsley eine zusätzliche Spannung.

    Zudem wertet die stoische Charakterdarstellerpräsenz von Banderas die gesamte Einführung auf – und Fans, die wegen seiner bekanntesten Actionrolle einschalten, bekommen auch was geboten. Wenn er mit zwei Pistolen über den Boden gleitet oder kniend um einen gefallenen Kollegen trauert, wird natürlich auf „Desperado“ angespielt.

    Von mir gibt es daher eine Empfehlung von „Security“ mit Antonio Banderas für jeden, der auf schnörkellose Action auch jenseits der großen Kinoblockbuster steht.

    *Aufgrund einer Content-Partnerschaft mit TVNOW werden Verlinkungen zum Partner getrackt und Filmstarts erhält ggf. eine Provision für Link-Klicks oder Abo-Abschlüsse.

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