Die FILMSTARTS-Kinotipps (12. bis 18. April)
von Carsten Baumgardt & Andreas Staben ▪ Donnerstag, 12. April 2012 - 00:00

Wir bieten euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Die besten Starts der Woche und sehenswerte Filme, die noch immer in den Kinos laufen.

 

 

Film der Woche: "Martha Marcy May Marlene"


Das beim Festival in Sundance 2011 gefeierte Debüt von Regisseur Sean Durkin ist ein scharfsinnig konstruiertes, elegant inszeniertes Psychothriller-Kunstwerk voll subtil aufgebauter Spannung. In der Hauptrolle ist die tolle Elizabeth Olsen zu sehen, die zu den aufregendsten Neuentdeckungen seit langer Zeit zählt. Die wohl talentierteste aller Olsen-Schwestern spielt Martha (Elizabeth Olsen), der nach zwei Jahren in einer Hippie-Kommune unter der Führung des charismatischen Patrick (John Hawkes) die Flucht gelingt. Ihre Schwester Lucy (Sarah Paulson) ist heilfroh, Martha nach langer Kontaktstille wieder in die Arme schließen zu können. Warum die schwer traumatisierte Frau fliehen musste, darüber verliert sie jedoch kein Wort. Stattdessen stellt Martha die bürgerliche Lebensweise von Lucys Ehemann Ted (Hugh Dancy) offensiv in Frage und verliert sich zwischen Gegenwart und Erinnerung. Als sie einen schwarzen Van in der Auffahrt bemerkt, schlägt ihre Apathie in nackte Panik um...

 

 

 

"Juan of the Dead"

 

Der Taugenichts Juan (Alexis Díaz de Villegas) ist Anfang 40 und kann wie sein bester Freund Lazaro (Jorge Molina) auf ein Leben voller Nichtstun zurückblicken. Als die beiden Müßiggänger sich eines Tages mit ihrem Floß über das Meer treiben lassen, werden sie aus dem Wasser von einem entstellten Fremden angegriffen, den Lazaro im Affekt mit der Harpune erschießt. Schon bald häufen sich die Fälle von scheinbar verwirrten Menschen, die ihre Mitbürger aufessen: Zombies, die die Stadt ins Chaos stürzen... Der kubanische Autor und Regisseur Alejandro Brugués legt mit „Juan of the Dead" eine eigenständige, extrem vergnügliche Zombie-Komödie vor, die es problemlos mit Genregrößen wie „Shaun of the Dead" oder „Zombieland" aufnehmen kann. Gewürzt ist das Ganze mit einem beachtlichen Splatter-Faktor und einem unaufdringlichen, aber unüberhörbaren gesellschaftskritischen Unterton.

 

 

 

"The Grey - Unter Wölfen"


Der Kalifornier Joe Carnahan ist ein regelrechtes Regie-Chamäläon und passt seinen Stil immer dem jeweiligen Film an. Nach dem nackten Realismus von „Narc", dem durchgeknallten Exzess von „Smokin' Aces" und dem sinnbefreiten Gigantismus von „Das A-Team" lässt er mit dem Survival-Thriller „The Grey" ein grimmiges Psycho-Drama mit philosophischem Anstrich folgen: Der Biologe John Ottway (Liam Neeson) ist von einer Ölfirma im schneeüberfluteten Alaska angeheuert worden, die Mitarbeiter vor wilden Tieren zu beschützen. Nach einem Schichtwechsel besteigt er mit Kollegen ein Flugzeug, das die Crew heim nach Kanada bringen soll. Die Maschine gerät jedoch in einen Schneesturm und stürzt ab. Ottway wird bei dem Crash aus dem Flieger geschleudert, insgesamt überleben acht Männer das Desaster, aber die Chance darauf, dass ein Suchtrupp die Havarierten in der Eiswüste findet geht gegen null. Schlimmer wiegt aber zunächst die Gefahr durch ein Rudel Wölfe, in deren Jagdgebiet die Männer gelandet sind... „The Grey" hebt sich wohltuend vom Hollywood-Standard ab. Der Regisseur spielt das  Mensch-gegen-Natur-Drama in konsequent durch und macht keine Gefangenen. Kleiner Tipp: Unbedingt bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben. Danach folgt noch eine kurze Szene!

 

Läuft schon länger, aber lohnt sich trotzdem:

 

 

"Titanic 3D"

 

Dass Regisseur James Cameron sich selbst wenig bescheiden für den „König der (Film)Welt“ hält, ist seit seinem legendären Auftritt bei der Oscar-Verleihung 1998 bekannt, wo sein Historien-Drama „Titanic“ elf Auszeichnungen abräumte. Aber wer den kommerziell erfolgreichsten („Avatar“) und zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten („Titanic“) geschaffen hat, muss sich nicht genieren. Und da es in Hollywood gerade Mode ist, Klassiker in 3D noch einmal in die Kinos zu bringen, verschließt sich der erfolgsverwöhnte Regisseur dieser Chance, noch einmal Geld zu verdienen, nicht. Aber Cameron wäre nicht Cameron, wenn er sich nicht mit besonderer Verve in die 3D-Nachbearbeitung geschmissen hätte. 100 Jahre nach dem historischen Untergang der RMS Titanic erweist sich die dritte Dimension für das gefühlvolle Leinwand-Spektakel „Titanic“ als tatsächlich auch inhaltlich belebend. Wenn sich die 17-jährige Rose (Kate Winslet)  auf der Jungfernfahrt des legendären Schiffes von Southampton nach New York in den mittellosen Maler Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) verliebt, ist das auch in 3D immer noch herzerwärmend.

 

 

 

"Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"

 

Die Gebrüder Grimm in den filigranen Händen von Bildermagier Tarsem Singh („The Fall“, „Krieg der Götter 3D“): Das klingt nicht nur sehr spannend, das Ergebnis, der skurril-launige Märchen-Spaß „Spieglein Spieglein“, ist auch aufsehenerregend. Hier trifft opulente Ausstattung auf albernen Slapstick und böse Satire. Das ist gewiss nicht jedermanns Sache, aber wer Spaß an subversivem Nonsens hat, wird reich beschenkt, wenn das brave Waisenkind Schneewittchen (Lily Collins) den tristen Alltag am Palast der bösen Königin (Julia Roberts) mit stoischer Ruhe erträgt. Als sie aber in Erfahrung bringt, dass ihre Eltern bei einem Putsch gegen die Herrscherin getötet worden sein sollen, rebelliert Schneewittchen.

 

 

 

"Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele"


Die „Harry Potter“-Reihe ist bereits beendet, „Twilight“ liegt in den letzten Zügen (falls es keinen Nachschlag gibt), da giert der Filmmarkt nach neuen, großen Fantasy-Epen im Mehrteiler-Format. Egal, ob „Tintenherz“, „Der Goldene Kompass“ oder „Mitternachtszirkus“ – alle als potenzielle Nachfolger gehandelten Kandidaten scheiterten, auch nur einen zweiten Film an den Start zu bringen. Mit seinem düsteren, aber unterhaltsamen Fantasy-Abenteuer „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ nach dem Buch von Suzanne Collins nimmt Regisseur Gary Ross („Pleasantville“) jetzt einen neuen, vielversprechenden Anlauf, die Hype-Nachfolge anzutreten… In einem von Naturkatastrophen zerstörten Nordamerika fordert der Präsident (Donald Sutherland) seinen alljährlichen Tribut von den Bewohnern seiner zwölf Distrikte, deren Aufstand er blutig niedergeschlagen hat. In einem Medienspektakel treten Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren in einem tödlichen Wettstreit gegeneinander an. Nur der Sieger überlebt…

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