Berlinale 2007
Samstag, 3. März 2007 - 14:04

Schon fast zwei Wochen ist es her, dass die Berlinale mit der Verleihung der Bären zu Ende ging. Obwohl die Plakate rund um den Potsdamer Platz schon am nächsten Tag abgehängt wurden, ist noch immer etwas von der Stimmung des Festivals präsent. Und das, obwohl die Taschenmeere in mauve (der selbstdeklarierten Trendfarbe der Berlinale), die Berlin-Tiergarten während des Festivals überfluteten, größtenteils verschwunden sind und Stars wie Robert De Niro, Cate Blanchett, Antonio Banderas oder Clint

Bis zum nächsten Jahr, Berlin!

Schon fast zwei Wochen ist es her, dass die Berlinale mit der Verleihung der Bären zu Ende ging. Obwohl die Plakate rund um den Potsdamer Platz schon am nächsten Tag abgehängt wurden, ist noch immer etwas von der Stimmung des Festivals präsent. Und das, obwohl die Taschenmeere in mauve (der selbstdeklarierten Trendfarbe der Berlinale), die Berlin-Tiergarten während des Festivals überfluteten, größtenteils verschwunden sind und Stars wie Robert De Niro, Cate Blanchett, Antonio Banderas oder Clint Eastwood schon längst die Heimreise antraten.

Der Goldene Bär der Jury um Paul Schrader und Willem Dafoe ging in diesem Jahr - wie schon die zwei Jahre zuvor - an einen Film aus der Neun-Uhr-Reihe, wie unausgeschlafene Kollegen die erste Pressevorführung des Tages tauften. Mit „Tuyas Ehe“ gewann in einem starken Wettbewerb ein stimmungsvoller Film, der ein beeindruckendes Familienbild zeichnet - in einer Welt in der Familie mehr als alles andere Verantwortung füreinander bedeutet. Neben diesem schönen Zeichen gab es natürlich auch einige Kontroversen: vor allem die Aufführung von Zack Snyders ästhetischem Schlacht-Epos 300 sorgte für Aufsehen. So sah sich der Regisseur mit Fragen zur historischen Korrektheit seines Werks konfrontiert (er konnte das Wort Comicverfilmung gar nicht oft genug wiederholen) und musste sich so viel Kritik zum Ästhetisierungsgrad der Gewalt seines Films anhören, dass er relativ geknickt die Pressekonferenz verließ.

Ganz anders die Pressekonferenz des Wettbewerbsfilms „Hallem Foe“. Wer hätte geahnt, dass Schauspieler Jamie Bell, bekannt aus „Billy Elliot“ und „King Kong“ live so witzig ist, dass man für seinen Auftritt im Pressesaal des Hyatt glatt hätte Eintritt verlangen können. Gut gelaunt verlud der Schauspieler seinen Regisseur, seine Filmrolle und nicht zuletzt sich selbst und setzte damit einen heiteren Kontrapunkt zu den sonst eher ernsten Fragerunden. Ebenso sorgte Dame Judi Dench mit ihrer Konferenz zur Komödie Tagebuch eines Skandals für ein charmantes Zwischenspiel im Wettbewerb - außer Konkurrenz, versteht sich.

Gefeiert wurde auch vorzüglich: Von einer grenzenlos fröhlichen und ausgelassenen Party im russischen Ambiente der A Lounge zum Fantasy-Geheimtipp Wächter des Tages bis zur eleganten Stehparty im Glanze von JLo und ihrem Film Bordertown im „Spindler und Klatt“ war für jeden Geschmack was dabei. Wehe dem, der da am Folgetag den Film der Neun-Uhr-Reihe abdecken musste…

Die Tops und Flops lassen sich schnell aufzeigen. Nicht besonders gut kamen an: der Eröffnungsfilm (das hat ja auf der Berlinale Tradition und sollte geneigte Fans nicht abschrecken), die Presseausweise, die leider öfters von ihrem Band fielen und einige Kollegen plötzlich „nackt“ dastehen ließen, die Tatsache, dass noch immer keine Pressekonferenz pünktlich anfängt, und der Auftritt von Jennifer Lopez, die mit ihrem überzogenen Diva-Auftritt schon irgendwo am ernsten Tenor ihres Films vorbeischoss. Total im Trend lagen Standpartys auf dem European Film Market, asiatische Filme, Clint Eastwood und hochwertig produzierte Pressehefte, auf denen die angereisten Stars vorzugsweise gleich unterschreiben durften.

Überhaupt ertranken die Journalisten wie jedes Jahr in einer Papierflut von Presseheften, Ankündigungen und Tageszeitungen. Aber ohne diese Informationen wäre sicher der ein oder andere Filmtipp unter den Tisch gefallen. Denn auch neben dem Wettbewerb liefen sehr gute Filme wie Bei Einbruch der Dunkelheit oder „Poor Boys Game“, um nur zwei herausragende Kandidaten zu nennen, bei denen man nur auf einen Kinostarttermin hoffen kann. Und wer würde nicht gern noch mal die Filme von Arthur Penn in der Retrospektive auf der großen Leinwand sehen? Dazu kamen noch einige interessante Workshops um Themen wie online Filmverkauf, Film-Piraterie und Marketing für Produzenten, mit denen die Teilnehmer des European Film Markets Journalisten und Fachbesucher lockten.

So bleibt für das kommende Jahr und die nächste Berlinale wieder vor allem der eine große Wunsch: dass man sich doch endlich in mehrere Teile splitten könnte, um auch wirklich alle Highlights des Berliner Filmfestivals mitnehmen zu können.

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