Deutschland Vs. USA: Duell der Comic-Verfilmungen
von Carsten Baumgardt und Daniel Gores ▪ Sonntag, 19. August 2012 - 00:00

Kommen Comic-Verfilmungen in Deutschland beim Publikum wirklich durch die Bank schlechter an als in den USA? Können deutsche Kinofans einfach nichts mit Superhelden & Co. anfangen oder ist das alles nur graue Theorie? FILMSTARTS überprüft die These der Comic-müden Deutschen und vergleicht das Abschneiden in der Zuschauergunst hierzulande mit dem in den Vereinigten Staaten.

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Ist Deutschland ein Land von Comic-Muffeln? FILMSTARTS überprüft die These!

Deutschland Vs. USA: Das Duell der Comic-Verfilmungen

 

Der Erfolg von „Marvel's The Avengers“ stand von vornherein außer Frage. Aber dass Joss Whedons Superhelden-Epos so bombastisch einschlug, zum dritterfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte und weltweit 1,46 Milliarden Dollar einspielte, erträumten sich wohl nicht einmal die Produzenten. Die Popularität von Comic-Verfilmungen ist nicht nur ungebrochen, sondern auf einem neuen Höhepunkt angelangt, nachdem nicht nur die großen Drei der Comic-Helden (also Batman, Superman und Spider-Man) regelmäßig die Kinos füllen, sondern Marvel gleich eine ganze Armada mit Verfilmungen zu „Iron Man“, „Thor“, „Captain America“ und „Hulk“ ins Rennens schickt. Doch in keinem anderen Genre ist die Diskrepanz zwischen den Zuschauerzusprüchen in den USA und Deutschland so gravierend wie bei Comic-Verfilmungen! Das ist zumindest unsere Theorie, die wir auf den folgenden Seiten für euch statistisch untersucht haben, um dieses vage Gefühl auch mit harten Fakten zu untermauern.

 

Wir haben alle wichtigen Comic-Verfilmungen der Jahre 2000 bis 2012 ausgewertet und die Zahlen aus Deutschland denen aus den USA gegenübergestellt. Zudem haben wir die Ergebnisse in den jeweiligen Jahrescharts verortet, damit ihr euch besser orientieren könnt. Was sofort auffällt: Je klassischer die Superhelden sind, desto weniger Chancen haben sie in Deutschland. „Batman“, „Spider-Man“, „Superman“, die ganze „Avengers“-Clique, die „X-Men“ oder „Green Lantern“? Keine einzige dieser Comic-Adaptionen konnte in Deutschland im Verhältnis erfolgreicher abschneiden als in den USA, wobei besonders die „Avengers“-Sippe hierzulande Saures bekam. Einzig „The Dark Knight Rises“ hält mit einem dritten Platz in den USA und Deutschland mit einem Unentschieden das Fähnchen der Superhelden hoch.

 

Die größte Lücke zwischen beiden Ländern klafft bei „Captain America“, der in den USA 2011 mit eingespielten 176,7 Millionen Dollar einen guten 12. Platz in der Jahresrangliste belegte, bei uns aber mit 339.835 Besuchern auf Platz 95 völlig unterging. Auch dem „Unglaublichen Hulk“ erging es 2008 nicht besser – in den USA auf Platz 17 mit 134,8 Millionen Dollar, reichte es in Deutschland mit 245.031 Zuschauern nur zu Rang 99! Es gibt aber auch zwei Ausreißer-Kandidaten, die auf deutschem Boden besser laufen: „Blade“ und „Garfield“. Bei Verfilmungen wie „Die Schlümpfe“ und „Die Abenteuer von Tim und Struppi“, die auf europäischen Comics basieren, ist die Vorliebe der Zuschauer hierzulande natürlich nur logisch.

 

Auf den folgenden Seiten findet ihr die gegenübergestellten Ergebnisse der Filme in Deutschland und den USA sowie eine Orientierung. Wir wünschen euch viel Spaß beim Durchschauen!

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Kommentare

  • Don Draper

    Auffällig ist das alle Filme der X-Men in den USA besser angekommen sind. Bei uns sind natürlich Will Smith-Filme der Renner und wieso zum Teufel haben Die Schlümpfe die selbe Zuschauerzahl wie "The Dark Knight"?

  • mercedesjan

    Hab mir das ganze jetzt mal angeschaut...Madagascar 2 und Hancock vor The dark Knight, Die Schlümpfe mit der gleichen Zahl und, und, und...Es ist echt ein Trauerspiel hier in Deutschland...Wenigstens ist dieses Jahr Ziemlich beste Freunde auf der Eins :)

  • Mioblo

    Interessantes Special, aber mit zu erwartendem Ergebnis: Nicht einmal Comicverfilmungen mit richtig hoher Qualität haben hier eine Chance, wenn der Superheld nicht total bekannt ist. Echt nervig!

    Kleine Anmerkung: 60 Seiten fand ich ein bisschen viel, da hätte man meiner Meinung nach den ein oder anderen Film draußen lassen können, z.B. so totalen Murks wie Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman oder The Spirit.

  • Gandalf

    Ich habe mich jetzt nicht durch die Liste geklickt, aber ich denke, dass Comics, vor allem mit Superhelden, in der amerikanischen Kultur schon einen ganz anderen Stellenwert haben als bei uns. Sie sind dort drüben nicht nur bekannter sondern auch anders angesehen. Deutschland hängt da Einstellungsmäßig ohnehin etwas hinterher. In den meisten Ländern werden Comics bzw. Graphic Novels teilweise als eigene Kunstrichtung und Literatur verstanden wärend sie hierzulande immer noch eher als seichte Unterhaltung für Kids durchgehen gleichgestellt mit Bravo oder Wendy.
    Diese Einstellung bessert sich zwar seit einigen Jahren, nicht zuletzt auch durch die gelungenen Verfilmungen, von einem Niveau wie in den USA sind wir aber noch weit entfernt. Wenn ich mir in meiner Gegend z.B. einen Comicband kaufen möchte muss ich entweder in den kleinen Bahnhofsladen mit begrenzter Auswahl oder ins Internet gehen. Einen Laden mit größerer Auswahl gibt es bei uns im Umkreis von 100km gar nicht geschweige denn einen direkten Comicbuchladen, wie man ihn aus einigen Filmen oder Serien kennt.
    Unabhängig davon erschließt sich mir der Vergleich zw. amerikanischen Einspielergebnissen und deutschen Besucherzahlen nicht. Das ist zwar recht interessant für eure Liste, aber kaum Aussagekräftig. Einen direkten Vergleich könnte man wohl nur anhand der Besucherzahlen im Verhältnis zu der Gesamtbevölkerung ziehen.
    Da sich das Endergebnis aber vermutlich dennoch kaum ändern würde reicht natürlich auch euer Blick in die Jahrescharts.

  • Markus D.

    Irgendwie hinkt der Vergleich aber auch, denn nicht nur haben Comics einen anderen Stellenwert, auch die Werbung für die Filme ist eine andere. Auch Filme die nur in einem der beiden Länder im Kino lief, können einen Unterschied machen, z.B. nehmen hier häufig die Til Schweiger Filme die höchsten Plätze ein.
    Und wer zum Teufel hat bitte Hitman hier reingesetzt. Es gibt zwar einen gleichnamigen Comic, der hat aber nichts mit dem Film zu tun. Dieser basiert auf dem Videospiel.
    Insgesamt halte ich auch einen Unterschied von 5 Plätzen für nicht Aussagekräftig. Wann lief der Film, was gab es für Unterschiede in der Konkurrenz, wollten wir vielleicht wieder mal lieber Fussball gucken. Es gibt viel zu viele Faktoren, die bereits einen großen Unterschied ausmachen können.

  • Jimmy V.

    Hm. Könnte man nicht auch die These aufstellen deutsche Filmschauer würden einfach langsam durchstarten? Ich meine damit die Berücksichtigung von DVD-Käufen etc. Man sollte sich mal anschauen wie die Zahlen da aussehen.
    Inhaltlich kann ich aber die Skepsis von Comics verstehen. Klar mag es auch viele gute geben, aber was ich von Comics so mitbekomme sind ewig gleiche Storys ohne Konsequenzen (Marke Bösewicht XY ist in Folge 123 doch nicht gestorben, sodass er in Folge 204 wieder quicklebendig zurückkehrt). Man muss da sagen, dass es durchaus geniale Comicverfilmungen gibt, aber, so wie neulich David Cronenberg kritisiert hat, könnte man schon sagen, dass es in diesen ganzen Superhelden-Dingern nicht unbedingt viele tiefere Ebenen gibt. Selbst in der Batman-Trilogie sind da moralische Konflikte o.ä. teilweise ganz schön platt. Und welchen Nährwert hat denn so ein "Iron Man"? Das Muster ist ja immer dasselbe: Dicke Action, paar flotte Sprüche, ein Bösewicht wird verhauen und irgendwer wächst über sich hinaus, sodass er Superheld wird. Ich kann schon verstehen, wenn man daran keine Freude empfindet. Vielleicht nervt Deutsche dieses amerikanische Gehaber auf Dauer, zumal, wie man ja sieht, verdammt viele Filme dieser Art rausgekommen sind. Hier könnte man aber sagen, dass ein Film wie z.B. "30 Days of Night" in erster Linie nicht als Comicverfilmung, sondern als Horror wahrgenommen wird.
    Das alles entschuldigt nun aber auch nicht den miesen Geschmack mancher deutscher Zuschauer. Til-Schweiger-Filme wtf?! Billige Liebeskomödien. Hier dann die Überlegung: Amerikaner mögen versessener sein, aber sie nehmen Film und Kino ernster, während der Deutsche da nur reingeht, um sich berieseln zu lassen?

  • Darthslug

    Ich würde dem deutschen Durchschnitts-Kinogänger nicht den Intellekt zusprechen, das er aufgrund zu platter moralischer Konflikte sich keine Comicverfilmungen anschaut. Die sind bei Keinohrhasen nämlich auch nicht besser. Auch gibt es sehr viele Comicverfilmungen, bei denen der Normalbürger nicht einmal wissen würde, das es sich um eine handelt. Gerade was From Hell, Road to Perdition oder den von dir erwähnten 30 Days of Night angeht, die Filme wurden ja auch nicht als solche beworben. Letztendlich würde ich eher vermuten, dass der Geschmack was Mainstream angeht ein anderer ist als in Amerika, das sieht man an deutschen Filmen und Serien.
    Bei näherer Überlegung würde ich aber auch gerne noch einen weiteren Film in der Liste sehen, der zumindest ein limitiertes Release im Kino hatte (sowohl hier als auch in Amerika). Wie hat sich Oldboy denn im Vergleich geschlagen?

  • Eugen Gense

    Habt ihr wirklich Scott Pilgrimm VS The World ausgelassen? Shame on you!!!

  • Jimmy Conway

    Zitat von Darthslug:
    "Insgesamt halte ich auch einen Unterschied von 5 Plätzen für nicht Aussagekräftig. Wann lief der Film, was gab es für Unterschiede in der Konkurrenz, wollten wir vielleicht wieder mal lieber Fussball gucken. Es gibt viel zu viele Faktoren, die bereits einen großen Unterschied ausmachen können."

    So ist es. Was hier ja vollkommen vergessen wird, dass alle drei Raimi Spider-Mans und die ersten beiden X-Men Filme sehr gut an unseren Kinokassen abschnitten!
    Batman Begins hatte es hier schwer, weil die Werbung dazu schlecht lief, der Confederations Cup in Deutschland war und Batman & Robin einfach Kacke war. Auch ich wollte erstmal nicht ins Kino, habe mich aber von einem Freund, welcher zu der Zeit gerade in die USA war, überreden lassen.
    The Dark Knight war schon wesentlich erfolgreicher, hatte aber auch, anders als die meisten anderen Comicfilme eine FSK 16.

    Und Filme wie The Spirit liefen hier und in den USA schlecht, so dass es da keinen Sieger geben darf (der Film ist natürlich auch eine Schüssel voll Dünnpfiff).

  • Jimmy V.

    @Darthslug: Klar. Ich würde meinen Fokus aber eher auf das "amerikanische" in meinen Worten legen. Soll heißen, dass Deutschen möglicherweise einfach nicht so sehr von Superhelden-Shit geflasht werden wie Amerikaner es tun. Eben weil das Gehabe in diesen Film platt ist.

  • Max H.

    Abgesehen von meinem Staunen, jemand könne auch nur im Ansatz zu dem Ergebnis kommen, Comics seien in Amerika nicht so erfolgreich als anderswo, liegt mein Entsetzen eher noch bei den deutschen Einspielergebnissen, was Filme wie "Ice Age 4" jenenseits von der 5 mio Besuchermarke machen.

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