Premierenglanz: "Merry Christmas" für Berlin
Freitag, 24. September 2004 - 00:09

Eine elegante Premierenfeier für ein Drama über den Ersten Weltkrieg? Auf den ersten Blick klingt das nach einer ziemlichen Gratwanderung für ein Partymotto. In Berlin rollte Senator für „Merry Christmas“ den Roten Teppich aus und bewies, dass es trotzdem funktioniert.

von Deike Stagge

Eine elegante Premierenfeier für ein Drama über den Ersten Weltkrieg? Auf den ersten Blick klingt das nach einer ziemlichen Gratwanderung für ein Partymotto. In Berlin rollte Senator für „Merry Christmas“ den Roten Teppich aus und bewies, dass es trotzdem funktioniert.

In Frankreich ist die internationale Co-Produktion „Merry Christmas“ bereits angelaufen und hat in nur zwei Wochen die erstaunliche Besuchermarke von einer Million Zuschauer überschritten. Damit hat das weihnachtliche Kriegsdrama um die wahre Geschichte der Verbrüderung französischer und deutscher Soldaten an der Front im Winter 1914 für seinen deutschen Start die Messlatte hoch angelegt. Um das deutsche Publikum zum Kinogang zu motivieren und die Öffentlichkeit für diesen Film herzustellen, war dann auch ein großes Aufgebot an Schauspielern samt Regisseur und Produzenten zur feierlichen Premiere in der historischen Komischen Oper in Berlin erschienen.



Für die Stars stand die Botschaft des Films immer im Mittelpunkt der glanzvollen Premiere. Benno Fürmann, Schauspieler des deutschen Tenors, der mit „Stille Nacht“ den ersten Schritt zur Überwindung der Schützengräben machte, zeigte sich von den ersten Reaktionen der Menschen auf die ersten Previews begeistert: „Ein 84-jähriger Zuschauer zeigte mir den Brief seines Onkels von der Front des Ersten Weltkriegs, darin fanden sich die Ereignisse, die wir in „Merry Christmas“ zeigen, sehr ähnlich wieder. Das war ein großartiger Moment.“ Für seine Leinwandpartnerin Diane Kruger war das herausragende Erlebnis des Abends, dass ihre Großeltern, die ihr bei der Vorbereitung auf die Rolle mit Informationen sehr geholfen hatten, extra zur Premiere gekommen waren. Sie selbst gab sich in Sachen Weihnachtswünsche sehr bescheiden: „Ich möchte eigentlich nur Zeit haben, um Familie und Freunde zu sehen. Das ist das wichtigste in diesem Jahr.“ Für Daniel Brühl war es schon genug, überhaupt bei der Deutschlandpremiere dabei zu sein, denn er musste nach einer Blinddarmoperation bis vor ein paar Tagen noch das Bett hüten. Nervös war der deutsche Shootingstar aber aus einem anderen Grund: „Die Berliner Premiere ist unheimlich wichtig für mich. Hier sind Leute dabei, die ich kenne und meine Freunde. Auf ihr Urteil lege ich sehr viel wert.“ Brühl stellte vor allem den Mut der Frontsoldaten heraus: „Man muss sich einfach mal klar machen, dass die Männer Landesverrat und eine Feigheit in den Augen der Vorgesetzten begingen, dafür gab es die höchsten Strafen. Dass die Soldaten sich darüber hinweg gesetzt haben, ist eine wahnsinnige Geschichte.“



Wie familiär und unkompliziert die Zusammenarbeit des aus einem bunten Sprachmix zusammengesetzten Teams verlaufen sein muss, bewiesen die Darsteller im Anschluss an die Vorführung. Bei der Bühnenpräsentation fielen Guillaume Canet, der französische Star des Films, und Daniel Brühl vor ihrem Regisseur Christian Carion auf die Knie; Benno Fürmann ließ es sich nicht nehmen, bäuchlings quer über die Bühne zu rutschen, um seiner Wertschätzung Ausdruck zu verleihen. Auch das Publikum begrüßte das gesamte „Merry Christmas“-Team, das auch mit vielen Nebendarstellern angereist war, mit einem herzlichen und lang anhaltenden Applaus. Dementsprechend positiv fiel das Urteil der meisten Gäste über den Film aus. Nur mit der Vorstellung eines nach klassischer Ausbildung singenden Benno Fürmanns hatten einige Gäste noch Probleme.

Auf der anschließenden Premierenfeier im prunkvollen Foyer der Komischen Oper konnten die Fans ihre Stars dann noch einmal hautnah erleben. Der VIP-Bereich im Foyer war nur durch ein Sicherheitsband vom Rest der Veranstaltung abgesperrt, und die Mehrheit der Mitwirkenden drehte des Öfteren eine Runde durch den Festsaal, in dem bis weit nach Mitternacht die Premierengäste bei ruhiger Musik und kühlen Getränken die Gelegenheit zu einem gemütlichen Gespräch hatten. Dem deutschen Verleiher Senator gelang es, einen angemessenen und ungezwungenen Rahmen für seine Premiere zu setzen. Ob sich die viele Mühe gelohnt hat und „Merry Christmas“ sich an den Kinokassen in Deutschland ähnlich erfolgreich wie in Frankreich präsentieren kann, wird sich dann in ein paar Wochen herausstellen.

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