Der Hamburger Regie-Newcomer Daniel Stamm und das Horror-Enfant-terrible Eli Roth stellten sich im Berliner Club "Zur wilden Renate" den Fragen ihrer Fans und verteilten fleißig Autogramme. Filmstarts-Redakteur Daniel Jacobs war für euch live dabei.
Ein brennendes Kreuz soll die Gewinner, die an diesem Freitagabend zum Fan-Event zu „Der letzte Exorzismus“ im „Salon zur Wilden Renate“ eingeladen sind, schon einmal in die passende Stimmung versetzen. Der muffig-hippe Berliner Elektro-Schuppen ist genau die richtige Lokation für den Anlass. Der Raum, in dem später die Podiumsdiskussion mit Regisseur und Produzent stattfinden soll, erinnert schließlich an eine typisch amerikanische Scheune, wie sie auch im letzten Drittel des Films eine große Rolle spielt. Am Eingang verteilt ein Priester an die Ausgewählten Einlass-Stempel in Kreuzform, der Abend steht ganz im Zeichen des Mockumentary-Stils, mit dem der Überraschungshit „Der letzte Exorzismus“ in den USA gleich am ersten Wochenende mehr als das Zehnfache seines Budgets eingespielt hat.

Mark Benecke
Zur Einstellung hält der medienerprobte Kriminalbiologe Mark Benecke einen Powerpoint-Vortrag zum Thema Exorzismus. Es gibt blutige Bilder von Menschen, die glauben, von Dämonen besessen zu sein. Benecke erklärt, wie die Wunden tatsächlich zustande gekommen sind. Mit echtem Hokuspokus hat das alles nichts zu tun. Auf dem Höhepunkt des Vortrags zeigt der Forensiker das Youtube-Video einer realen Köpfung und zeigt auf, wie er anhand der Blutspritzer nachweisen konnte, dass die Enthauptung tatsächlich echt und keinesfalls gestellt ist. Nicht nur im Publikum lösen diese Bilder Entsetzen aus. Auch Eli Roth, dem lange nachgesagt wurde, dass er kein Blut sehen könne, und der noch hinter den Kulissen auf seinen Auftritt wartet, überlegt kurzzeitig, ob er die Veranstaltung verlässt.

Daniel Stamm
Der Vortrag wird erst einmal unterbrochen und Regisseur Jörg Buttgereit („Nekromantic“), der den Abend moderiert, bittet Produzent Eli Roth („Cabin Fever“, „Hostel“) und den Hamburger Regisseur Daniel Stamm zu sich aufs Podest. „Der letzte Exorzismus“ ist Stamms erste größere Produktion, die zudem gleich mal die 20-Millionen-Dollar-Marke am ersten US-Wochenende übertroffen hat. Nicht schlecht für einen Drehbuchautoren, der nur zum Regiestudium in die USA gegangen ist, weil er nach seinem ersten Studium in Ludwigsburg keinen Bock mehr aufs Schreiben hatte. Tierschutz-Anhänger Eli Roth erzählt unterdessen von seinem neuen Hausschwein, dass er Adolf Pigler getauft hat.

Eli Roth
Anschließend durften die Fans, die sich ihren Zugang zum Fest verdienten, indem sie ihre Fragen an Daniel Stamm und Roth online gepostet haben, ihre Sieger-Fragen an die beiden hervorragend aufgelegten Filmemacher richten. So berichtet Stamm davon, wie sie einen echten Exorzisten am Set hatten, nachdem sein Fahrer in Louisiana zufällig erwähnt hatte, dass sein Bruder eben genau diesen Beruf selbst ausübt.

Eli Roth zeigt sich zufrieden mit Daniel Stamms Arbeit
Nachdem alle Fragen beantwortet waren, gaben die beiden Filmemacher noch fleißig Autogramme und posierten mit den Fans für Fotos, was Daniel Stamm lakonisch kommentierte: „Ach ja, ich bin ja jetzt auch ein Star.“