Catherine Hardwicke hat inzwischen fünf Filme als Regisseurin gedreht - und bei allen standen Teenager im Mittelpunkt. Darunter befinden sich so unterschiedliche Filme wie das Independent-Drama "Dreizehn" oder der Blutsauger-Blockbuster "Twilight". Zum Kinostart ihrer Märchen-Adaption "Red Riding Hood" gehen wir den verschiedenen Seiten der Filmemacherin auf die Spur.

Die Teenie-Flüsterin
Als CATHERINE HARDWICKE 2003 ihre Karriere als Szenenbildnerin („Tombstone“, „Three Kings“) aufgab, um sich stattdessen als Regisseurin zu betätigen, legte die 1955 geborene Texanerin großen Wert darauf, ihre jugendlichen Protagonisten so authentisch wie möglich zu zeichnen. Inzwischen hat die studierte Künstlerin und Architektin jedoch die Seiten gewechselt. Seit ihrer Arbeit an „Twilight - Biss zum Morgengrauen“ setzt sie ihre Erfahrungen mit Teenagern nun vornehmlich dazu ein, um diese mittels speziell zugeschnittener Blockbusterware in die Kinos zu locken. Das heißt nicht, dass ihre Filme zwingend schlecht sein müssen, aber von der vielversprechenden Independent-Regisseurin, die uns mit „Dreizehn“ eines der eindringlichsten Jugendporträts der vergangenen Dekade geschenkt hat, ist in ihrer aktuellen Märchenadaption „Red Riding Hood“ kaum noch etwas zu spüren.

Catherine Hardwicke und ihre damals 14-jährige Co-Autorin Nikki Reed am Set von "Dreizehn".
48 going on 13
Mit 48 noch einmal eine neue Karriere zu beginnen, zeugt von großem Mut. Aber nicht nur der Neuanfang, auch der Themenstrauß von CATHERINE HARDWICKES schlappe eineinhalb Millionen Dollar teurem Regiedebüt hat es in sich: „Dreizehn“ handelt von Teenagern und ihren Problemen mit Alkohol, Sex und Drogen. Die 13-jährige Tracy schneidet sich zudem regelmäßig die Arme auf, um mit ihrem Schmerz irgendwie klarzukommen. Das Skript zu „Dreizehn“ schrieb die Regisseurin in gerade einmal sechs Tagen gemeinsam mit der damals 14-jährigen Schauspielerin Nikki Reed, auf deren persönlichen Erfahrungen der Plot lose basiert. Das Ergebnis ist ein authentisches, oftmals schmerzvolles Drama, das vor allem von seinen starken Darstellern profitiert: Neben einer Golden-Globe- und Oscar-Nominierung für Nebendarstellerin Holly Hunter (als Tracys überforderte Mutter) wurde auch Evan Rachel Wood als Beste Darstellerin für einen Golden Globe nominiert. Zudem erhielt CATHERINE HARDWICKE den prestigeträchtigen Regiepreis des Sundance Film Festival.