FILMSTARTS gibt euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Wir empfehlen euch die Topstarts der Woche und blicken auf die herausragenden Filme, die immer noch in den deutschen Kinos laufen. Diese Woche depperten Terroristen, einem Ausflug in die 60er Jahre Englands und einem Hausmädchen, dem übel mitgespielt wird.

Topfilm der Woche: "Four Lions"
In unserer Top-Empfehlung der Woche geht Regisseur Christopher Morris der Frage nach, ob man auch über Terroristen herzhaft lachen darf. Er bejaht diese These in seinem preisgekrönten Regiedebüt „Four Lions“ inbrünstig und gießt ordentlich Öl ins lodernde Feuer – trotz oder gerade wegen der aktuell immer noch erhöhten Terrorgefahr. In der bissigen Satire will der in Sheffield lebender Pakistani (Riz Ahmed) zum Selbstmordattentäter werden, doch schon beim Aufenthalt im Terror-Bootcamp scheitert er gemeinsam mit seinem besten Kumpel (Kayvan Novak) kläglich. „Four Lions“ provoziert, ist böse, beileibe nicht platt erzählt – und trotzdem urkomisch. Morris hält der westlichen Gesellschaft den Spiegel vor und unterhält gleichzeitig formidabel.

"Brighton Rock"
Rowan Joffes wuchtige Graham-Greene-Adaption „Brighton Rock“ ist diese Woche ebenso zu empfehlen wie „Four Lions“. Der Film bietet spektakuläre Leistungen der Hauptdarsteller und beeindruckt mit monumental-düsteren Bildern. Der junge Gauner Pinkie (Sam Riley ) sucht im England der 60er Jahre den Weg an die Spitze der Unterwelt. Erst als ihm die unbedarfte Kellnerin Rose (Andrea Riseborough) in die Quere kommt, gerät sein Aufstieg ins Stocken. Joffe liefert mit seinem Regiedebüt eine eindrucksvolle Talentprobe ab.

"Das Hausmädchen"
Vor knapp einem Jahr in Cannes uraufgeführt, kommt Im Sang-soos bitter-zynisches Psycho-Drama „Das Hausmädchen“ endlich auch in die deutschen Lichtspielhäuser. Das Remake des klassischen Gesellschaftsdramas „Hanyo“ von 1960 besticht durch eine klare Inszenierung, gute Darstellerleistungen und stilvolle Kameraarbeit - den Vergleich mit dem Original muss die ebenfalls aus Südkorea stammende Neuauflage nicht scheuen. Die Handlung: Ein junges Hausmädchen (Jeon Do-Yeon) gerät im Haushalt eines reichen Paares unter die Räder, nachdem es vom Hausherrn (Lee Jung-jae) geschwängert wurde.
Was sonst noch läuft:

"Alles, was wir geben mussten"
Wer sich von dem etwas eigentümlichen Titel „Alles, was wir geben mussten“ nicht abschrecken lässt, kann in Mark Romaneks hervorragendem Science-Fiction-Drama nach Kazuo Ishiguros nüchtern-bedrückendem Bestseller „Never Let Me Go“ einen tollen Film erleben. Es geht um die Geschehnisse an einem nur scheinbar ganz gewöhnlichen englischen Internat der 1970er Jahre. Dort wird schwunghafter Organhandel betrieben und die Menschen werden durchschnittlich 100 Jahre alt! Danny Boyles alter Weggefährte Alex Garland („Sunshine“, „28 Days Later“, „The Beach“) schrieb die Drehbuch-Adaption, die der Romanvorlage treu bleibt und der ausgezeichnet aufgelegten Darstellerriege um Carey Mulligan, „Spider-Man“ Andrew Garfield, Keira Knightley und Charlotte Rampling beste Möglichkeiten bietet, aufzutrumpfen.

"Paul - Ein Alien auf der Flucht"
Weniger schwer ist der Stoff, den US-Regisseur Greg Mottola („Superbad“) in seiner launigen Science-Fiction-Komödie „Paul - Ein Alien auf der Flucht“ präsentiert – dafür sprüht die liebevolle Hommage an die Sci-Fi-Klassiker der 50er und 60er Jahre vor Charme. Das britische Comedy-Duo Simon Pegg und Nick Frost reist als UFO-Nerds durch den Südwesten der USA, immer auf den Spuren der großen Mysterien. Plötzlich werden sie in ihrem Wohnmobil von Alien Paul (im Original von Seth Rogen und auf Deutsch von Bela B. Felsenheimer gesprochen) gestoppt: Das FBI ist dem außerirdischen Slacker auf den Fersen…

"Ohne Limit"
Wer Genrekino mit Köpfchen mag und gleichzeitig bereit ist, dabei auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, ist in Neil Burgers rasant-dystopischem Thriller „Ohne Limit“ gut aufgehoben. „Hangover“-Hotshot Bradley Cooper brilliert als erfolgloser Autor, der durch die Einnahme einer Wunderpille zum intellektuellen Superman erwächst. Das ist inhaltlich nicht immer fundiert auserzählt, aber enorm temporeich und kurzweilig. Und Schauspiellegende Robert De Niro ist in diesem hyperaktiven Reißer schließlich auch mit von der Partie. Wenn das kein Grund zum Lösen einer Kinokarte ist...